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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Is it cake? (A bad place for diet)

2026-07-09 Makassar, Sulawesi: Um heute eine lange Tour mit Mopeds zu machen, hatten wir gestern einen Verleih angeschrieben und gingen ob der prompten Antwort davon aus, dass alles glatt geht, aber nachdem wir mit einem sehr netten Grab-Driver zum Verleiher gefahren sind, war niemand da. Grmpf. Also einen anderen ausgesucht. Der war super organisiert und total nett und geduldig mit unserem schlechten Indonesisch, hatten aber erst morgen zwei Maschinen. Also Planänderung, kein Problem, das ist Standard.

Also sind wir zum Fort Rotterdam gefahren, einer erst von Bugis gebauten Festung in Grundrissform einer Schildkröte, die später von den Holländern ausgebaut wurde und ziemlich gut erhalten ist. Allerdings ist die Stadt auf der Rückseite schon ziemlich nah an die dicken Wände herangekommen. In dem Museum in einem Lager wuselte eine Schulklasse herum, deren Mädchen und Jungs jeweils in der gleichen Schulkleidung herumliefen. Natürlich gab es immer wieder neugierige Blicke, Kichern und verhaltene »Hello Mister!«-Rufe. Eigentlich ist das immer ganz lustig, aber weil sie immer in dicken Trauben vor den wenigen Schaukästen herumstanden, haben wir sie etwas gemieden. 

Zur Abkühlung sind wir anschließend gegenüber in ein kühles Konditorei-Café mit dem schönen Slogan »A bad place for diet«. Wir hatten eine Art Dubai-Rumkugel, zu der man zum Essen einen Einweg-Handschuh dazubekommt und einen winzigen Schokokuchen, der Konsistenz, Farbe und Gewicht von der Materie im Inneren eines Schwarzen Loches hatte. Als Kaffee dazu hatte ich eine Kaffee-Orangensaft-Mischung, die durchaus akzeptabel war.

Wir sind dann etwas nach Süden gewandert und an der Strandpromenade angekommen, die tagsüber vom Blick auf eine riesige bunte Torte in Form einer Moschee bietet und sich nachts einen Nachtmarkt mit unzähligen kleinen identischen Essensständen verwandelt.

Ein kleiner Fußmarsch zu einem Sonnenstand, bei dem die Indonesier lieber drinnen bleiben, brachte uns an den »Central Point of Indonesia« auf einer seltsamen Brücke und schließlich zur bunten Torte, die sich aus der Nähe doch als Moschee herausstellte. Wir legten die Schuhe ab, bedeckten die Haare und Beine und durften uns drinnen auf der ersten Etage umschauen. Und plötzlich war auch wieder die kichernde Schulklasse da, die jetzt etwas mutiger wurden und uns höflich baten, als Selfie-Dekoration herzuhalten. Und wenn man das einmal mitmacht, sind alle da, kickern und machen Fotos usw, das volle Popstar-Programm. Nur unsere extra mitgebrachten Autogrammkarten wollte keiner haben.

Einen Eistee später sind wir dann noch (über eine Straße, die kilometerlang von Pflanzenhändlern gesäumt ist) zu einer anderen Sehenswürdigkeit gefahren, der 300 Jahre vergessenen Festung Benteng Somba Opu, von der noch ein paar dicke Wände aus Ziegelstein zu sehen waren. Die Gegend war sehr ländlich und ruhig (bis auf weitere Kinder, die wohl auch der Meinung waren, dass wir wichtige Popstars sind).

Es gibt auch ein paar traditionelle Häuser, die zwar noch bewohnt sind, aber auch als Museum dienen. Sie waren aber schon geschlossen, ebenso wie das kleine offizielle Museum dort. Die Wärterin hat uns aber netterweise trotzdem reingelassen!

Insgesamt ist dies aber eher eine etwas halbherzige Sehenswürdigkeit. War aber ok, das gesehen zu haben.

Über die für Gegenverkehr viel zu schmale Brücke ging es durch eine zähe Masse von Mopedfahrern wieder zur Promenade, wo wir an einem der vielen identischen Stände Nasi Goreng Merah und Ayam Lalapan sowie je zwei sehr leckere Mangoshakes weggemampft haben.

In der Abenddämmerung glitzerte derweil die bunte Torte.


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