Noch etwas Fledermaus zu Ihrem Hund?
2026-08-04 von frischnetz | Comments (0)
2026-08-04, Tomohon, Minahasa, Sulawesi Utara: Erster Stop heute war der traditionelle Markt von Tomohon, in dem neben den üblichen Wahren wie frische Fledermaus, Schlange oder Hund hier auch so exotische Sachen wie Obst, Fisch und Alltagsgegenstände verkauft werden. Wir hatten unsere Roller in der stinkigsten Ecke geparkt, in der Blut und Fischsuppe in die Kanalisation laufen, der Markt selbst duftete aber eigentlich nicht weiter schlimm.
Wir sind ein wenig herumgestrichen und haben statt Fledermäusen und Terriern lieber extreme knusprige Waffelröllchen gekauft. Und wir haben das französische Pärchen aus Bitung wiedergetroffen, denen ich schon prophezeit hatte, dass wir uns garantiert in Tomohon über den Weg laufen werden. Nennt mich Nostradamus!
Anschließend haben wir für den mittleren Hund einen neuen Top-Up für seine Mobilkarte gekauft (6GB/14 Tage: 2,50 EUR), in einem Café einen Lemon-Eistee zur Stärkung genommen und sind zum Ausgangspunkt für die Wanderung auf den Lokon/Empung-Vulkan, genauer zum dazwischenliegenden aktiven Krater Tompaluon gefahren. Am Ende einer staubigen Trampelpfadstrecke (die wir erst für den Wanderweg hielten) gab es einen kleinen Moped-Stellplatz und es ging auf einen sehr seltsamen Weg, ein max, 3m breites, hügeliges, rissigig abgeschliffenes Lava-Flussbett aus dunklem Stein, mit kleinen Pfützen, ein paar Kletterabschnitten und sandigen Abschnitten. Der Weg selbst war schon so seltsam, dass sich allein er schon gelohnt hätte. Nach etwa 45 Minuten und 100 Höhenmetern wurde dieses Flussbett immer breiter und war mit Geröll (also laut Definition mit einer Korngröße von 63 bis 200mm) gefüllt, später auch mit Blockgeröll (mehr als 200mm).
Dieser letzte Abschnitt sah also wie eine Steinige Mond- oder Marsoberfläche aus und führte zum Kraterrand, von dem aus man in ein Loch blickte, dass wie in den Berghang gesprengt aussah. Und genaugenommen war es das auch. Es hat hier einige phreatische Explosionen gegeben, bei denen viele tausend Menschen evakuiert werden mussten. Letzter Ausbruch war 2011 mit 2 Toten. Momentan explodierte nichts, am Boden trat aber jede Menge Wasserdampf und Schwefel aus. Glücklicherweise sind die Wolken aber meist nicht in unsere Richtung geweht worden.
Wir standen jedenfalls eine ganze Weile vor diesem tiefen Loch mit seinen sehr steilen und rohen Wänden, an denen man auch gut ältere Gesteinsschichten ablesen konnte. Es ist schwer die dreidimensionale Größe auf zweidimensionale Fotos zu bringen, zumal auch zu wenig Bananen oder Geologenhammer als Maßstab hier herumliegen.
Der Abstieg über das Flussbett ging dann etwas schneller und wir sind anschließend zu einem sehr gut organisierten, modernen Café-Restaurant gefahren, haben u.a. Kaffee mit Orangenabrieb und Säfte getrunken, später haben wir ier auch noch verfrüht Abendbrot gegessen, weil es am Nebentisch wirklich alles sehr lecker aussah. Und es war auch tatsächlich ziemlich gut. Wir haben dann zum Abschluss unseres letzten Moped-Tages hier einen möglichst großen Umweg durch einige Waldstücke an den Berghängen entlang genommen und haben diese wirklich schöne Landschaft nochmal aufgesogen. Die Sonne sank und einige dicke weiße Wolken schrammten etwas über uns über die bewaldeten Berge. Wirklich ein schöner Ort!
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