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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Sackhüpfen in Tomohon

2026-08-01, Tomohon, Sulawesi Utara: Ausgeschlafen, gepackt, Tauchen bezahlt und abgefahren. 

Wir haben beim Abschied nochmal festgestellt, wie wir uns hier doch, trotz des exzellenten Zimmers und gut organisierten, bequemen Tauchens, in dieser leicht verkrampft international und professionell wirken wollenden Unterkunft leicht fehl am Platz gefühlt haben. Alles war etwas zu sehr durchgeplant, das fing schon bei den Tischen im Restaurant an, in denen die Gäste schön nach Zimmern separiert separat an Tische mit Platzkarten gesetzt wurden. Dass man sich mal spontan mit netten anderen Leuten zusammensetzt, war nicht vorgesehen. Beim Tauchen war immer einer mit, der allen geflissenlich sofort nach dem Ablegen der Ausrüstung ein heißes Handtuch und einen Tee in die Hand drückte, auch wenn die Überfahrt nur 3 Minuten dauert. Das gehört zum Programm und wird abgespielt. 

Essen und Getränke waren ziemlich überteuert (viel mehr als in Restaurants überall hier üblich ist), was dazu führte, dass wir Getränke im local Shop gekauft und im Kühlschrank aufbewahrt haben, auch als Trotz. Und zum Abschlied gab es einen Umschlag mit einem schwülstigen Dankesbrief für unseren Aufenthalt und einem kleineren Umschlag darin für das Trinkgeld (das selbstverständlich keine Verpflichtung ist!) und der Aufforderung doch den Mitarbeiter zu benennen, der den besten Eindruck gemacht hat. What?! Dafür waren sich nicht mal in der Lage (wie sonst praktisch jede andere Unterkunft in ganz Indonesien), uns Mopeds zu organisieren, das mussten wir aufwändig selbst im 30 Minuten entfernten Bitung erledigen.

An der Unterkunft in Bira hingegen gab es an der Bar einen Kühlschrank mit Bier, Cola, etc. Man holte sich selbst was raus und machte einen Strich ans Whiteboard, ganz egal zu welcher Zeit. Und unsere Taschen mit der Ausrüstung (außer den Tanks) haben wir selbst die Treppe zum Strand runtergetragen. Abends fanden sich lustige Gesprächsrunden zusammen, alles war einfach deutlich ungezwungener.

Wie dem auch sei, wir haben uns mit der App InDrive einen Fahrer geholt, um nach Tomohon zu fahren (durch das Hotel organisiert hätte das auch wieder mehr als das Doppelte gekostet). Gute zwei Stunden später waren wir auf einem Gelände mit einzelnen kleinen Villas, einem großen bunten Garten und einem edlen Café. Wir haben den unteren Teil einer Villa mit Küche, Wohn/Esszimmer, Veranda und ein großes Bad. Alles ziemlich gut, auch wenn die Termiten die Fußleisten schon ganz schön ausgehölt haben. Im großen Nebenhaus ist eine Gruppe mit  ca. 20 Jugendlichen einquartiert, die den ganzen Tag laute Musik spielen, zusammen laut und schlecht singen, albern Sackhüpfen (mit Motorradhelmen) und die ganze Zeit den allergrößten Spaß dabei haben. Nach dem Abendessen haben sie alle etwa 2 Stunden drinnen irgendwas gespielt, bei dem man die ganze Zeit schreien und Kreischen muss. Vielleicht war dort aber auch ein Massaker. Jedenfalls ist es jetzt langsam still geworden. 

Verdächtig still. Hmm …

Nun denn: Im Café hatten wir Kaffee mit Onde-Onde (elastische Kugeln aus Reismehl mit einer Füllung aus Gula Merah, Palmzucker), gerollt in frisch geraspelter Kokosnuss. Sehr lecker! Enak Sekali! Zum Sonnenuntergang sind wir nochmal etwas in den Ort gewandert, haben mit einer sehr geduldigen Ladenbesitzerin versucht herauszufinden, warum des kleinen Hundes SIM-Karte seit heute nicht mehr funktioniert, obwohl noch genug Guthaben und Restlaufzeit drauf sind. Es wurden immer mehr Passanten herangerufen, in der Hoffnung, dass jemand übersetzen konnte, aber letztlich hat Google Translate am besten funktioniert. Nur wusste keiner eine gute Lösung für das Problem. Nicht so schlimm, eine Karte geht noch, die kann man als Hotspot einrichten.

Drüben geht jetzt doch wieder Karaoke los. Sind also doch noch am Leben. Puuh.


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