Fahren, Schlafen, Fahren, Fliegen, Fliegen, Fahren, Liegen
2026-07-28 von frischnetz | Comments (0)
2026-07-28, Makawidei, Sulawesi Utara: Kurzes Update der Vollständigkeit halber:
Vorgestern morgen sind wir sehr früh wieder aus dem Bada-Valley aufgebrochen und die einzige, sehr kurvige Verbindungsstraße zum Poso-See wieder zurückgefahren, dort einmal nach links abgebogen und mehrere weitere Stunden nach Norden an den Golf von Tomini gefahren, dort rechts abgebogen und der sehr bergigen, aber schönen Küste nach Osten gefolgt, bis wir in Ampana waren. Alles in allem lang, aber ereignislos.
Wir sind in einem sehr einfachen Guesthouse (Penginapan) untergekommen, Zimmer war OK, aber die Klimaanlage kam kaum gegen die durch die Sonne von außen aufgeheizte Außenwand an. Wir haben uns von unserem sehr netten, immer gut gelaunten Fahrer verabschiedet, ein paar Wäschestücke gewaschen, gedöst, den einsetzenden Regen abgewettert und gegen Abend versucht, in die Stadt zu laufen, um was zu futtern.
Leider war der Weg für die Umstände dann doch etwas zu lang, denn es regnete immer noch ein bisschen und es war nicht so richtig angenehm, im Dunkeln an der schlecht beleuchteten, befahrenen Straße zu laufen. Also sind wir nach der Hälfte umgekehrt und haben in einem einfachen Laden eine Packung Toastbrot und eine kleine Schachtel Käse gekauft, die wir dann zuhause, auf geniale Weise kombiniert, gegessen haben. Ein besonderer Genuss war der Käseklotz nicht, aber hey, wir mussten nicht eine ganze Stunde durch den Regen Patschen!
Gestern: Um 5 morgens sollte es am Folgetag dann mit einem anderen Fahrer weitergehen nach Luwuk, um nach Manado zu fliegen. Das war alles so abgesprochen und bestätigt. Gegen kurz nach 4 klopfte der Hotelmanager dann aber an unserer Tür, weil der Fahrer doch lieber schon früher (also JETZT) loswollte, damit wir nicht zu spät kommen. Nerv!
Also torkelnd alle restlichen Sachen in die Rucksäcke gestopft und ins Auto gefallen. Leider hatten beide Sitze auf der Rückbank keine funktionierenden Gurte: der linke hatte kein Schloss, der rechte hatte ein Schloss, aber der Gurtstecker hatte ein kleines Vorhängeschloss am Ring vorne, zu dem es keinen Schlüssel hab, so dass man ihn auch nicht nutzen konnte. So ganz zufriedenstellend angesichts der engen kurvigen Straße vor uns, war das nicht. An der ersten offenen Werkstatt (nach etwa 1,5 Stunden) hielt der Fahrer dann aber an und der Mechaniker hat dieses Mini-Schloss dann mit einem Winkelschneider aufgeflext. Immerhin!
Im an sich ganz nett aussehenden Luwuk, das sich zwischen Berg und Küste ausbreitet, gab es noch eine halbe Stunde Stau und dann waren wir am seltsamen Flughafen, dessen holprige Landebahn teilweise auf einer Beton-Säulenkonstruktion steht, weil der Platz zwischen Berg und Küste so knapp ist.
Da die billigen Tickets für diesen Flug zu wenig Freigepäck hatten und mit Aufpreis die Differenz nur relativ wenig gekostet hat, haben wir von Vorneherein die gewichtstechnisch besser ausgestatteten Businessclass-Tickets genommen, das erste Mal überhaupt. Sitzreihe 2 (und 1 auf dem zweiten Flug), breitere Sitze, echte Fußfreiheit, einen Begrüßungs-Mangosaft und eine warme Mahlzeit mit Tischdecke. Und wir saßen im fast leeren vorderen Bereich, durch einen Vorhang vom restlichen Pöbel abgetrennt. Sehr seltsam und an sich eigentlich unnötig. Machen wir eher nicht nochmal, wenn es wegen des Gepäcks nicht nötig wird.
Der Flug nach Manado geht bekloppterweise über Makassar, welches eine gute Stunde in die genau entgegengesetzte Richtung liegt. Dort haben wir als erste die Maschine verlassen, wurden noch im Gangway zusammen mit vielen anderen Reisenden, von einem Mitarbeiter, der sämtliche aussteigenden Passagiere mit »Manado Manado? Manado Manado?« ansprach. Wahrscheinlich macht er das jeden Tag bei allen Flügen, die ankommen, denn er strahlt diese gewisse souveräne Beflissenheit dabei aus.
Alle die bei »Manado Manado? Manado Manado?« genickt hatten, durften dann, als die Maschine leer war, direkt wieder rein, aber zur Abwechslung auf neuen Plätzen.
Gute zwei Stunden später waren wir in Manado (Manado) und besorgten uns am Flughafen ein Grab nach Bitung. Ein nagelneuer Hyundai Stargazer brachte uns auf der für Sulawesi-Verhältnisse unglaublich gut ausgebauten Maut-Autobahn Sehr schnell nach Bitung und dann sehr langsam durch Bitung zu unserer eigentlichen Unterkunft, ein paar Buchten weiter. Der letzte, schmale Straßenabschnitt ging 15 Minuten steil rauf und runter durch einen schönen Palm- und Mischwald mit hin und wieder durchblitzenden Blick auf die Küste, die Lembeh-Strait.
Die Unterkunft ist etwas überhalb unseres normalen, eher einfachen Niveaus, aber zumindest haben wir ein richtig gutes Zimmer mit Ablageflächen, bequemes, breites Bett und ein gutes Bad. Und wenn man schon Business-Class fliegt, muss das einfach sein.
Zum Abendbrot haben wir dann den Rest unseres Toastbrots mit Käse gegessen, einfach aus Kompensationsgründen.
Heute haben wir außer Frühstück kaum was gemacht, herumgelegen und nach einem Scooterverleih gesucht, weil die hier sowas leider nicht haben. In dieser Hinsicht sind einfachere Unterkünfte wirklich besser!
MIt einer anderen App als sonst (InDrive, hier machen Passagier und mögliche Fahrer jeweils Angebote und man nähert sich dann preislich an) haben wir einen Taxifahrer gefunden, der uns zu einem sehr kleinen Verleih am anderen Ende Bitungs in einem unscheinbaren Wohnhaus gefahren hat. Dort sprach man kaum Englisch, wir haben uns aber gut einigen können. Mit diesen Rollern sind wir noch in ein seltsames Restaurant gefahren, bei dem jeder Gast von den acht anwesenden Bedienungen mit einem »Tempong, Tempong!« begrüßt wird, das ist der Name eines Gerichts und der Name des Retaurants. Drei der acht Bedienungen standen dann an unserem Tisch und schauten sehr interessiert, während wir die lange Karte wälzten und das akzeptabelste Gericht heraussuchten. Es wurde bei uns ein Tellergericht mit Reis, Tempeh, Tofu, Aubergine, Hühnerbein und – Laub?
Am Nebentisch saß ein netter Indonesier, der kaum Englisch sprach, aber uns doch etwas geholfen hat. In gebrochenem Englisch und mit unseren Indonesischbrocken konnten wir uns immerhin darüber unterhalten, dass er in Costa Rica liebt und als Fischer auf einem Schiff arbeitet(!), dass die Menschen in Tomohon durch die vielen in den Kriegen hier gestrandeten Ausländer, oft sehr hellhäutig sind, wo wir denn leben und dass der Flughafen in Frankfurt zu groß ist.
Während der einsetzenden Dunkelheit sind wir dann durch die verkehrsreiche Stadt Bitung und die sehr kurvige Straße wieder nach Hause gefahren.
Morgen soll es wieder unters Wasser gehen, wir sind gespannt!
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