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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Traditionelle Barcode-Herstellung (und ein Abstecher auf die Osterinseln)

2026-07-25, Bomba, West Lore, Sulawesi: An diesem wunderschönen Tag mit blauem Himmel und kaum Wolken sind wir mit unserem netten lokalen Guide Agusto und unserem Fahrer den ganzen Tag im Bada-Tal herumgefahren und haben verschiedene Orte besucht.

Erster Stopp war ein traditionelles Holzhaus. Seit dem 1985 eine Straße in dieses Tal gebaut wurde und endlich auch Baumaterialien hergebracht werden können, haben die Menschen hier auf Steine und Mörtel als Baumaterial gesetzt. Vorher hätte alles auf einer beschwerlichen 3-Tage-Tour über die Berge auf dem Rücken oder auf Lastpferden transportiert werden müssen. Dies ist ein originalgetreuer Nacbau, da die meisten anderen in den letzten Jahren zerfallen sind. unten ruht es auf quer liegenden Baustämmen, oben ist alles aus Bambus, zusammenbefunden mit Fasern. Eine sehr gelungene und geräumige Konstruktion mit Betten rings herum und einer Kochstelle in der Mitte. Und einem Waffenschrank neben der extra quietschenden Tür. Falls mal die Schwiegereltern kommen.

Zweiter Stopp war eine Heiße Quelle am anderen Ende des recht flachen Tals, direkt am Rand des Waldes. In einen kleinen, kühlen Bergbach fließt stark nach schwefel riechendes, etwa 45 Grad warmes Wasser direkt aus Boden. Die Einheimischen haben eine Art kleinen erhöhten Pool aus Steinen und Erde gebaut, damit man sich direkt ins heiße Wasser legen kann. Der Boden ist mit grauem, klebrigem Schlamm bedeckt, der nach dem Einreiben sehr weiche und schwefelige Haut hinterlässt. Angeblich gibt es nur hier und in der Türkei diesen besonderen Schlamm. Der Pool selbst sah wegen einiger schleimiger Algen allerdings nicht so richtig einladend aus, so haben wir uns nur die Vorderpfoten eingesaut und die Hinterpfoten gewärmt.

Mit sehr warmen Füßen und sehr glatten Armen sind wir durch eine Kakaoplantage zurück zu dem nächsten Dorf (es gibt hier 14 mit insgesamt 7000 Einwohnern) und haben eine Frau besucht, die noch auf traditionellem Weg Barcodes herstellt. Sie werden mit bambusgerahmten gerillten Steinblöcken aufs Papier geschlagen. Sehr interessant!

(Ich höre gerade, dass das keine Barcodes sind, sondern »bark cloth«, Stoff, der aus Baurindenfasern hergestellt wird. Die Fasern werden eingeweicht, angeordnet und dann Zeilenweise zu einer Fläche gekloppt, mit jeweils immer feiner werdenden Werkzeugen. Zuletzt kommen die sehr fein gerillten Steine und dann als letztes blank polierte Holzstempel. Das Ergebnis fühlt sich wie leicht festes, dickes, raues Papier an, das schon jemand vorgeknittert hat, ist sehr reißfest, aber sollte nicht in die Maschine und auch nicht in den Trockner.)

Danach sind wir 10 Minuten durch Reisfelder gelaufen (also auf den schmalen Stegen zwischen den Nassreispatches), zu einem kleinen Megalith, etwa einen Meter hoch, genannt der Affe. Woher die Erbauer der Megalithen stammen, weiß man nicht, die Steine haben teilweise Ähnlichkeiten mit den Moais der Osterinseln. Auch das Alter ist unbekannt und wird auf 1000 bis 3000, andere sagen sogar 5000 Jahre geschätzt, eine sehr breite Zeitspanne. Aber die Erbauer haben keine anderen Spuren hinterlassen und das Tal irgendwann wieder verlassen, bis die Vorläufer der jetzigen Bewohner in dieses sehr unzugängliche, aber flache und fruchtbare Tal kamen. Der Weg zu dieser Gruppe ging u.a. durch eine Kaffeeplantage, in der wir festgestellt haben, dass das einzige, was besser riecht als Kaffeebohnen die Kaffeeblüten sind. Wir haben übrigens auch mal das Fruchtfleisch einer Kakaofrucht probiert, es ist weiß-schmierig, schmeckt aber ganz gut süß-säuerlich und ist so wenig, dass es klar ist, dass man sich bei dieser Frucht auf die Kerne konzentriert hat.

Anschließend ging es in einer etwas längeren Wanderung zum Puso-Komplex, einer Gruppe verschiedener Megalithen, darunter mehrere liegende Figuren (die angeblich von sich an ihnen reibenden Wasserbüffeln umgeworfen wurden), steinen mit vielen runden Vertiefungen und mehrere riesige Steintöpfe, in die problemlos ein Mensch passt. 

Zur Mittagpause ging es zur berühmtesten Figur hier Palindo, der Entertainer, der eine deutlich schiefere Haltung hat als die meisten Vertreter seiner Kunst. Unter seinen Augen haben wir in unser Lunchpaket gebissen, bevor die Ameisen beim Verdauungsnickerchen in meinen Arm gebissen haben.

Dann gabs eine kleine Pause im Guesthouse, bis wir zum Abend nochmal zu zwei weiblichen Figuren gefahren sind, nachdem alle vorigen sehr eindeutig männlich waren und sich auch sehr erfreut waren, uns zu sehen. Eine der Figuren stand in einer Kakao-Plantage, die andere auf einem kleinen Grashügel und schaute verträumt in die Ebene. Ein gelungener Ausklang des Tages. 


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