360 km in 14 Stunden
2026-07-24 von frischnetz | Comments (0)
2026-07-24, Bomba, Bada Valley, Sulawesi: Gestern morgen haben wir nach einer erholsamen Nacht in unserem sehr kleinen traditionellen Haus aus unseren Matratzen geschält, die Sachen gepackt, uns in der ziemlich kühlen Morgenluft einen heißen Tee reingezogen und sind mit unserem Fahrer Richtung Pendolo aufgebrochen.
(Jetzt folgen etwa 10 Stunden sehr kurvige und langsame Fahrt auf engen Straßen durch die schön waldige Toraja-Ebene, Rantepao und dann die Berge rauf und runter mit einem Futterstop bei einem traurig aussehenden Schwimmbad mit großen Rutschen und drei versunkenen Schwan-Tretbooten bis nach Pendolo, einem kleinen Ort am Südufer des Danau Poso, eines recht großen Sees, der am Ufer eher wie ein ruhiges Meer aussieht.)
Die Nacht war ansonsten harmlos, mit Ausnahme der Kakerlake, die dem kleinen Hund in den Jugendherbergsschlafsack gekrabbelt ist (Hillarity ensues).
Wir haben dann nur noch gepennt und sind heute morgen dann wieder weitergefahren, eine anfangs sehr schöne, kurvige schmale Straße am Ufer des Sees entlang nach Norden. Später wurde die Strecke dann zunehmend fragwürdiger: entweder nur noch Schlaglöcher oder Sandpiste, sogar ein Abschnitt mit einem fetten Erdrutsch, in dem schon ein Bagger in einem extrem steilem Abschnitt wühlte, dann runterschlidderte und die Steine von der Straße schob. Da hier schon einige Leute standen und auf Weiterfahrt warteten, vermuteten wir, dass es noch lange dauern wird, aber nach ein paar Minuten konnten wir uns am Erdrutsch vorbeiquetschen.
Dies hier ist immerhin der Trans-Sulawesi-Highway!
An einem Stopp am See haben wir uns in einer ganz nett aussehenden Unterkunft mit Restaurant ein Lunchpaket mit Eistees geordert, welches wir dann ein paar Stunden später bei einem Stopp auf dem weiteren Weg in einem Unterstand bei einem Miniatur-Kiosk gegessen haben. Dieser Streckenabschnitt schwankte in der Qualität auch wieder zwischen geht so und sehr schlecht, an vielen Stellen ist schon ein Teil des Asphalts in den Abgrund gestürzt. Aber der Wald war schön, am Anfang mit Nebel und leichtem Regen, später dann auch sonnig.
Das Bada-Tal ist nur über über diese Straße zu erreichen, daher gab es auch immer wieder mal Gegenverkehr, den man in den Kurven nur dann rechtzeitig mitbekommt, wenn beide Fahrer rechtzeitig hupen. Und natürlich ist die ganze Straße nur so breit wie eine einzelne Spur auf einer deutschen Landstraße
Im Tal angekommen haben wir ein ganz okayes, einfaches Zimmer mit Bad (aber ohne Waschbecken und nur mit Bucket-Shower bezogen, etwas gedöst und sind dann noch durch das Mini-Dorf Kalori und einer Kakao-Plantage über eine sehr wackelige Hängebrücke zu einem kleinen Wasserfall gelaufen. Das gruseligste an der Hängebrücke (die reichlich von Mopeds frequentiert wird) ist, dass es direkt neben ihr drei ehemalige Hängebrücken gibt, die inzwischen zerfallen sind.
Der Weg ging auch an einem kleinen Sportplatz vorbei, wo viele Kids Fußball spielten und uns natürlich sofort umringten, für Fotos posieren wollten und gerne eine fachliche Analyse und ein Fazit der Leistung der deutschen Mannschaft in der WM wollten.
Abends gab es im Guesthouse gutes lokales Abendessen (Reis mit einer Auswahl an Gemüse, zitronig gewürztes Huhn, Suppe, Mais-Bratlinge (Berkedel) und Papaya.
So, gute Nacht!
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