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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Schwein im Rohr

2026-07-22, Rantepao, Sulawesi: Pünktlich um 9:00 hat Ino uns und unser ganzes Gebäck im Riana Guesthouse eingesammelt (hatte ich schon geschrieben, dass unser einfaches Doppelzimmer mit Badezimmer ganze 7,50 EUR die Nacht gekostet hat?) und wir sind diesmal mit einem Wagen Richtung Batutumonga gefahren. Auf dem Weg haben wir immer wieder mal angehalten und zu Fuß kleine Abkürzungen durch die Dörfer genommen, während der Wagen weitergefahren ist und uns später wieder eingesammelt hat. 

In einem Dorf waren im Bambuswald ein paar Steinmetze dabei, mit Hammer und Meißel einen neuen Megalithen zu hauen, der dann bei einer Beerdigung aufgestellt werden soll. während zwei von ihnen an dem im Waldboden liegenden großen Andestit-Block hämmerten, bereiteten die anderen das Mittagessen zu. Ein Huhn war gerade schon geschlachtet worden (frisches Blut lag noch auf dem Boden), zerkleinert und in eine Bambusröhre gesteckt worden und garte schräg über einem Lagerfeuer, das von einem kleinen Gebläse angefacht wurde. Und zum Trinken gab es frischen milchigen Palmwein aus einem großen Kanister. Dieser Palmwein ist hier sehr verbreitet und wird durch Anstechen von bestimmten Palmen in etwa einer Woche natürlicher Gährung gewonnen, schmeckt ziemlich säuerlich, prickelt und muss am selben Tag getrunken werden, sonst wird er wohl schlecht. Also weg mit dem Zeug!

Wir sind dann eine kleine, leicht matschige Wandertour durch die wirklich wunderschönen Reisterrassen nach oben zu einem weiteren Dorf gewandert, von wo aus wir dann auch noch bis nach Batutumonga gelaufen sind, dieses Stück ging dann auch noch etwas weiter nach oben, teilweise durch etwas Wald, so dass wir dann oben ganz froh für die Mittagspause waren. Wir waren hier auch vor vier Jahren schon einmal und hatten den Blick über die Gegend genossen, durch die wir jetzt wandern durften.

Nach dem Nasi und Mie gings mit dem Wagen ein Stück weiter am Berg entlang, bis zum Lo’ke Mata Steinfriedhof, einem riesigen Felsen direkt an der Straße, in den rundherum über 100 Grabhöhlen gehauen wurden. Als wie vor vier Jahren schonmal hier waren, wurde gerade einem sehr hohen Grab für eine sehr wichtige Person gebaut. Diese ist dort beerdigt worden und ihr Tau Tau sitzt hoch oben neben dem Eingang.

Wir sind ein wenig weiter durch Dörfer gelaufen, bis wir wieder an der Straße waren. Der Wagen hat uns dann ins Dorf Landorundun gefahren, wo wir gerade in einem traditionellen Haus übernachten. Das Dorf hat einen Platz wie die anderen traditionellen Dörfer auch, mit Tongkonan und Vorratshäusen gegenüber. Eine andere Familie aus Österreich übernachtet auch noch hier, aber im größeren Haus, unseres ist kleiner und mehr am Rand. 

Wir haben noch eine weitere kleine Wanderrunde durch die umgebenden Reistererrassen gemacht und sind am Ende bei einer Schule angekommen, die immer noch ziemlich weihnachtlich mit gebastelten Bäumen und Schneeflocken geschmückt war. neben diversen herumstehenden oder im Schlamm badenden, aber immer neugierig guckenden Wasserbüffeln haben wir aber auch einen Eisvogel gesehen.

Wir haben oben nur einen kleinen Raum mit zwei Matratzen und einer Glühlampe, im unteren Raum (den man nur über von Außen erreicht, gibt es zwei Betten und ein kleines Badezimmer, also einen Raum mit einem Wasserhahn, zwei großen Regentonnen, die man mit dem Hahn auffüllen kann, um sich sich dann mit einer Kelle das auf einem kleinen Podest stehende Klo zu spülen. Das Klo steht außerdem so nah an der Wassertonne, dass man nur quer drauf sitzen kann. Und die Klobrille ist auch nicht fest. Alles erfordert also ein wenig Balance. Und Zielvermögen.

Die Aussicht auf eine kalte Dusche heute abend gefiel uns nicht so recht, weil es hier in 1500m Höhe abends und nachts ganz schön kalt werden kann. Aber ich hatte die sehr sehr SEHR gute Idee, die Besitzer hier nach einem Eimer heißen Wassers zu fragen, den wir dann etwa 20 Minuten später auch bekamen. Wir konnten das sehr heiße Wasser prima mit unserem kalten aus der Tonne verdünnen und hatten einen großen Eimer schön warmem Wassers, welches für uns beide inkl Haarwäsche gereicht hat. Die absolut beste Idee dieses Urlaubs!

Während wir auf das Wasser warteten, wurde am anderen Ende des Platzes von einigen jungen Dorfbewohnern das quiekende Schwein auf der Wiese geschlachtet, die Borsten abgeflammt und es gleich mit vielen Messern in handliche Stücke zerteilt, die gleich mit Salz, Kräuter, Chili und Gewürzen in Bambusrohre gestopft wurden. Auch hier wurde wieder ein Feuer gemacht und die Röhren schräg darüber aufgestellt. Als ich kurz mit einem der Jungs unterhalten habe, erzählten sie, dass sie – Überraschung! – für eine Hochzeit morgen in Rantepao gedacht sind. Das Fleisch sei sehr lecker, ich könne gerne probieren, wenn es fertig ist. Danke, das würde ich gerne mal probieren.

Jetzt hatten wir aber erstmal Abendessen in einem Extrahaus. Es gab natürlich Reis, dazu aber dann Gemüse, Maisbratinge, eine Suppe mit Kürbis, schwarzes Toraja-Schweinefleisch (mit sehr viel Schwarte), Wasserbüffel und frittierte Aubergine und zum Nachtisch Rambutan, Drachenfrucht und Schlangenfrucht. Alles ziemlich gut!

Als wir fertig waren, haben wir uns von Ino verabschiedet, den Rest unserer Tour in den nächsten Tagen machen wir ohne ihn.

Und dann brachte einer der Jungs ein etwa 60cm langes, noch sehr heißes Schwein im Rohr vorbei. Wir haben oben ein wenig Fleisch herausgepult und waren sehr angetan vom Geschmack. Leider war auch hier viel Schwarte dabei, aber das schiere Fleisch war wirklich sehr gut, netter Kräutergeschmack mit leichter Schärfe.

Den Rest haben wir, nachdem wir alle etwas probiert haben (war waren ja vom Abendessen schon satt) auf dem Rückweg den Rest zurückgegeben. Aber eigentlich sollten wir das behalten, sie hätten ohnehin schon zu viel. 

Aber wir sind doch schon satt vom Abendessen!

Dann esst Ihr das halt zum Frühstück …

Sie haben das Schwein im Rohr schließlich doch zurückgenommen, obwohl sie wirklich schon sehr viele Rohre fertig hatten.


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