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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Verschwindende Cafés und Steine in interessanten Formen

2026-07-10, Makassar, Sulawesi: Beim Frühstücksbuffet im Hotel konnte man wieder eine originelle Eigenheit der Indonesier beobachten: Viele Reisegruppen kleiden sich identisch in Reisekostüme, meistens ein besonders gemustertes Batik-Hemd und Mütze oder identische Blusen mit passendem Kopftuch. So weiß man immer gleich, wer zur selben Gruppe gehört. Sehr praktisch!

Nach dem Bewundern des Meeres an identischen Rosa Blusen und Kopftüchern haben wir im Süden Makassars unsere Roller abgeholt und sind nach etwas Gesuche in Nebenstraßen (eine so schmal, dass beide Spiegel des Rollers an den Wänden scharbten) in den nervigen Großstadt-Verkehrsfluss eingetaucht. Es dauerte fast eine dreiviertel Stunde, bis wir aus der Stadt so einigermaßen raus waren. Die Städte wachsen hier immer entlang der Straßen, daher zieht es sich immer, bis man dann wirklich auf dem Land ist. Auf dem Land macht das Fahren dann auch wirklich Spaß. Nach der Hälfte der angepeilten Fahrtzeit von etwa zwei Stunden wollten wir eine Pause machen und haben, wie immer, mit Maps ein Café gesucht. Bisher war das immer, auch auf dem Land, kein Problem, aber hier war echt der Wurm drin:

Erstes Café, das viele gute Bewertungen und ansprechende Bilder hatte: Maps lenkte uns von der Hauptstraße auf zunehmend holperige Schotterpisten, die irgendwann bei einem kleinen Bauernhof endete. Grmpf, wieder zurück.

Zweites: Sollte in einer Nebenstraße sein. Zweimal vorbeigefahren: Nichts, was wie ein Café aussah. Grmpf, weiter.

Drittes: Sollte ein Café und Co-Working-Space neben einem Supermarkt sein: Gibt's nicht! Grmpf. Erstmal im Supermarkt eine kalte Kaffee-Dose gekauft. Weiter.

Viertes: Sollte direkt an der Hauptstraße sein: nichts. Grmpf. Weiter.

Wir sind also weitergefahren und dachten: Bei unserem Ziel wird es doch sicher sowas geben. Da war auch was eingezeichnet. Also etwas weiter als unser Ziel gefahren: Nur ein normales Wohnhaus. Die Leute dort bestätigten uns, dass es dort kein Café gibt. Grmpf. Also an einem kleinen Warung gegenüber was zu Trinken besorgt und uns gewundert.

Eigentliches Ziel war aber der Leang leang Archaeological Park, ein kleines Gelände mit skurrilen Karsch(Haha)-Formationen und einigen Höhlen. In dieser Gegend in Sulawesi wurden ja die ältesten Höhlenzeichnungen der Welt gefunden, die Höhlen waren aber nicht zugänglich. Trotzdem ein schönes Gelände mit einem Fluss und einem Weg, der auch ein wenig die Karsch(Haha)-Berge raufgeht. Sehr angenehm, nach den letzten Tagen Stadtlärm endlich etwas Ruhe zu haben und Steine anzugucken.

Eine vollkommen andere Art von seltsam geformten Steinen haben wir ein paar Kilometer nördlich gefunden: es gab dort einen Minecraft-Themepark. Zumindest müsste einer so aussehen: Hunderte Marmorblöcke, die in und um einen See liegen, in der Mitte ein quietschender dreibeiniger Kran, einige vermummte Gestalten (ohne Sicherheitskleidung) und rostige Endzeit-Wohncontainer. Irgendwo im Gebüsch rostet ein Bagger vor sich hin. Warum die Steine um in in dem See liegen, wo sie herkommen und was mit ihnen geschieht, hat sich uns nicht im Geringsten erschlossen. Genau wie Minecraft.

Der Heimweg war im ersten Teil sehr angenehm, weil wenig Verkehr war und ja auch klar, dass es sich nicht lohnt, hier irgendwelche Cafés zu suchen. Zwischendurch haben wir daher einen Supermarkt gefunden, der uns auch frische Heiß- und Kaltgetränke zubereitet hat (Kaffee mit Orange …). Dann ging es in den Feierabendverkehr mit teilweisem Stillstand und zunehmender Verkehrsdichte. Bei jedem Blick auf die Maps-Prognose für die Ankunft stand immer 20 Minuten, ganz egal, wie weit wir schon gekommen waren. Wir haben die Roller abgegeben und sind zurück zum Hotel.

Wir sind dann noch in eine nahe gelegene Mall gefahren und haben in einem Japanischen Schnellrestaurant Udon Carbonara gegessen. Ein Café gab es auch, aber das haben wir verschmäht. Und wir haben uns auch keine Partnerkostüme gekauft.


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