Steinmeiers Moscheetour
2026-07-07 von frischnetz | Comments (0)
2026-07-07, Jakarte, Indonesien: Das erste Grab des Tages brachte uns zu Kathedrale von Jakarta, einer eher mittelgroßen neogotischen Konstruktion, die als Turmspitzen seltsame Metallkonstruktionen hatte. Ein kleines Museum nebenan hatte unter den Exponaten u.a. ein lebensgroßes Diorama eines bebrillten Geistlichen, der in einem Kanu fährt (mit Rundum-Sonnenuntergang an der Wand) und das Fahrrad eines Priesters. Außerdem erfuhren wir, dass vor vielen Jahren, als die Kathedrale mal durch ein Erdbeben beschädigt wurde, für zehn Jahre die Kutsche(!) des Bischhofs aushilfsweise als Kathedrale diente.
Trotz ihrer geringen Größe ist sie für Jakarta die wichtigste Kirche, selbst Woityla und Franziskus waren schonmal hier.
Praktisch gegenüber befindet sich dann die Istiqlal-Moschee, die 200000 Menschen fassen kann, ein erstaunlich schlicht gehaltener Block in Sozialistischer 60-er-Jahre Optik mit schmucklosen polierten Steinwänden, aber einem riesigen Saal mit rotem Teppich, zwölf dicken silbernen Säulen und einer bauen Kuppel. Es gab eine kurze kostenlose Führung, bei der die respektlos gekleideten wieder in Kaputzenmäntel gesteckt wurden.
Unser netter Guide erklärte stolz, dass er auch schon Steinmeier durch die Moschee geleitet hatte und zeigte uns zum Beweis ein Video auf seinem Telefon. Was für Frank-Walter recht ist, ist uns nur billig!
Letzte Etappe heute war dann das wiederum nebenan gelegene Monas, das Monumen Nasional, ein 130m-Turm mit einer goldenen Fackelspitze, der auf einem riesigen Platz steht. Heute vormittag ist hier wohl Modi aus Indien empfangen worden, die Pferde der Kavalerie wurden gerade abtransportiert.
Um in den Turm zu kommen, muss man in einiger Entfernung eine Treppe in einen lauten, warmen Kellerraum runtersteigen, in dem viele Indonesier an langen Schlangen anstanden, um Tickets zu erwerben. Wir konnten die Zeit ein wenig mit gebrochenen indonesischen Smalltalk mit ein paar Leuten mit Kindern totschlagen (also mit Smalltalk, nicht mit den Kindern). Irgendwann hatten wir dann Tickets (zusammen mit einer Jakard?) und durfen an einer nicht funktionierenden Gepäckdurchleuchtungsanlage entlang durch einen sehr kalten, goldenen Gang zu einer nicht funktionierenden Ticketdrehkreuzanlage, wo jeweils Mitarbeiter die Tickets zum Zählen an einen Kontaktpunkt gehalten und uns dann daneben durch einen Eingang geführt haben.
Als erstes ging es in das Fundament des Monas, einem großen, schlecht beleuchteten Saal mit vielen Dioramen an den Wänden, von der Vorgeschichte Indonesiens bis zur Staatsgründung. Eine Kette lauter Befreiungkriege gegen ungerechte Unterdrückung und natürlich komplett ohne Diktatur oder politischen Verfolgungen.
Um auch noch auf die Spitze zu kommen, mussten wir noch eine ganze Weile vor einem deutlich zu klein dimensionierten Fahrtstuhl warten, wo wir dann aber auch wieder mit Indonesiern ins Gespräch kamen, vor allem, weil wir mit ihren Kindern herumgealbert haben. Das sind aber immer sehr nette kurze Begegnungen, die eigentlich immer damit enden, dass wir die Hauptattraktion auf deren Familienfotos sind.
Von oben hatte man durch Gitter einen netten Blick auf die dunstige Silhouette der Stadt und netterweise auch etwas Wind.
Kommentare (0)
Kommentieren