Gebete mit Roomservice
2025-09-03 von frischnetz | Comments (0)
2025-08-29, Bukittingi, Sumatra, Indonesien: Ziemlich pünktlich um 7:00 wurden wir ziemlich herzlich von unserem Copenhagen-Host und seinem Mitarbeiter verabschiedet und sind Richtung Flughafen aufgebrochen. Wir hatten drei Stunden für die 80km veranschlagt, weil wir ja wussten, dass der Trans-Sumatra-Highway immer sehr voll ist.
Und ja, gleich zu Beginn standen wir erstmal eine Weil im Stau, vor allem, als die Straße direkt durch die Markt-Gegend dieser Stadt führte und wir begann, etwas nervös mit den Sandalen zu wippen und unsere Eine-Stunde-Reserve-Einschätzung zu hinterfragen. Aber direkt nach dem Markt war dann alles sehr viel entspannter und wir waren tatsächlich schon nach 1:57 am Minangkabau-Flughafen mit seinem charakteristischem Dach.
Wir hatten jetzt also drei Stunden bis zum Abflug und haben uns noch ein paar Snacks reingezogen, bis es losging. Ein kleiner Teil der Zeit ging dafür drauf, für unser Übergepäck zu bezahlen, denn wir konnten online nur das Upgrade-Ticket kaufen, welches 15 statt der üblichen 10 kg pro Person beinhaltet. Für die restlichen 10kg wurden wir dann in einen Teil des Flughafens gebeten, der nicht aussah, als wenn er nicht für Publikumsverkehr gedacht ist. Hier haben wir dann in einem kleinen Büro für die Bezahlung per Kreditkarte einen Ausdruck bekommen, mit dem dann die Koffer abgeben durfte.
Netterweise ging der knapp fünfzig Minuten lange Flug (der uns etwa 24 Stunden und 800 km Kurven und riskante Überholmanöver ersparte), direkt entlang des Tobasees, so dass wir durch die Wolken dann nochmal seine ganze Größe und die von Samosir sehen konnten.
In den Sitzfächern fanden sich interessanterweise neben den üblichen Sicherheitshinweisen übrigens auch Karten mit Gebeten für einen sicheren Flug für Muslime, Katholiken, Protestanten, Hindus, Buddhisten und Konfuzianer. Bevor wir das alles aufgesagt hatten, war der Flug allerdings schon gelandet.
In Medan (in einem deutlich größeren Flughafen) mussten wir dann gut eine Stunde in einem kleinen Café mit zu vielen Rauchern warten, bis der Shuttle des Hotels kam und uns einsammelte. Wie so oft, läuft sowas hier immer über WhatsApp.
In einem recht klassisch-modernen Hotel (in meiner Definition sind das solche mit diesen typischen Gepäckwagen, deren Seitenstangen oben in einem gebogenen »Dach« enden) mit dem blöden Namen d’Primahotel haben wir ein ziemlich großes, elegantes Zimmer, das in praktisch jeder Hinsicht europäischen Standard hat, für 22(!) EUR.
Daraufhin haben wir das erste Mal im Leben Essen mit Room-Service aufs Zimmer bestellt. Hach, La Dolce Vita …
Das Abendessen wollten wir dann aber nicht auch im Zimmer oder im Hotel nehmen und sind an der lauten vierspurigen Straße (ohne Bürgersteig) entlang und haben 100m weiter einen großen, offenen »Warkop« (Kofferwort aus Warung und Kopi) gefunden, der keine Klimaanlage hatte, dafür aber halb-Playback-Livemusik. Hier haben wir dann das übliche Mie- oder Nasi-Goreng mit Mango-Saft gegessen und getrunken. War schon etwas günstiger als Room-Service …
Kommentare (0)
Kommentieren
Dieser Thread wurde geschlossen.