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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Höhlen und Äquatorgefröstel

2025-08-24, Padang, Sumatra, Indonesien: Pünktlich um 10:00 wurden wir vom gestern vorgebuchten Grab-Taxi vom Hotel abgeholt und wir rollten nach Norden. Kaum ging es ein wenig die Berge hoch, wurde die Landschaft sehr dramatisch mit tiefen Tälern, steilen, dicht und sehr grün bewachsenen Bergen, einer alten Eisenbahnbrücke (leider ist die Linie seit Jahrzehnten stillgelegt) und einem Wasserfall direkt neben der Straße. 

Nach der halben Strecke haben wir einen kleinen Zwischenstopp beim Museum Bustanil Arifin gemacht, einem traditionellem Haus, welches zu einem Museum umgearbeitet wurde, ähnlich wie das in Padang, aber schöner, vor allem drinnen. 

Neben uns war vor allem eine Gruppe von älteren Indonesischen Frauen hier, die vor allem großen Spaß an einem gesonderen Service dieses Museums hatten: Man kann sich in traditionelle Klamotten werfen, einen exzentrischen Kopfschmuck anlegen und sich dann – natürlich –  fotografieren lassen, während man sich derart gekleidet auf einem LKW-Reifen den Wasserfall heruntertreiben lässt.

OK, bei dem letzten Punkt bin ich mit nicht ganz sicher, aber Fotos waren auf jeden Fall drin! 

Etwa 1,5 Stunden später kamen wir in Bukittinggi an, auf angenehmen 900m, in einem ganz schicken Guesthouse, dessen Besitzer eine Weile in Kopenhagen gelebt hat und daher Bilder von Nyhavn an der Wand hat. Auch hier wieder der Eindruck: Eigentlich ist das ein Dorf mit einer Hauptstraße, die eine Stadt vorgaukelt. Aber etwas enger und winkeliger als Padang. Ganz angenehm! Unser Gastgeber hat uns sogar frischen Zuckerrohrsaft mit Eis gesorgt, als wir nebenbei erwähnten, dass wir den gerne mögen!

Wir sind am Nachmittag dann ein wenig durch kleine Nebenstraßen für einen Snack zu einem kleinen Café gegangen und anschließend zum Panorama-Punkt. Die Stadt liegt auf einer Hochebene neben einem sehr pittoresken Canyon mit dekorativen Reisfeldern, den man dann von einem kleinen rostigen Turm mit Wendeltreppe gut überblicken kann. Dreht man sich um, sieht man den Friedhof, auf dem die Affen wohnen, die hier gerne die Touristen anschnorren.

Besondere Attraktion ist hier aber ein Höhlensystem, das die Japaner 1942 durch Zwangsarbeiter in den weichen Sandstein haben graben lassen: 1,2km, die meistens aus langen parallelen Gängen bestehen, zwischen denen dann rechtwinklig ca. 25m lange Verbindungstunnel laufen, die meist Munitionslager (mit Gittertoren auf beiden Seiten), aber auch Gemeinschaftsräume waren. drei Gänge zur Entlüftung und als Notausgang führten ins Grün. Die Beleuchtung war sehr spärlich und bestand meistens aus RGB-Leds, die permanent alle Farben überblendeten. Ein sehr seltsamer Ort! Irgendwann kamen wir unten heraus und mussten dann über Treppen dann wieder nach oben klettern. Die meisten Gäste waren hier inzwischen weg, weil dieser parkartige Ort am Canyon jetzt geschlossen wurde. Und die Affen haben das Gelände weitgehend übernommen. Die Tore waren inszwischen auch schon zu, wir konnten aber trotzdem noch raus. Wir mussten noch nicht versuchen, unter Affen zu überleben.

Zum Abendessen waren wir in einem sehr modernen, aber netten kleinen Café/Bistro, das aus ein paar Containern konstruiert wurde und hatten Kwietiau auf der Terrasse. Und dann merkten wir auch, dass es auf 900m abends schon etwas frischer wird, auch wenn man praktisch auf dem Äquator sitzt (genauer: 18 Minuten südlicher Breite).


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