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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Angriff der gackernden Reifenmuttis

2025-08-20, Tangkahan, Sumatra, Indonesien: Nach der aufregenden Tour gestern war heute tagsüber erstmal Recherche- und Buchungstag für den Rest des Urlaubs. Nervig, aber immerhin erfolgreich. Nachmittags sind wir nochmal zu Fuß in Badesachen aufgebrochen, um uns den kleinen Wasserfall und die heißen Quellen nochmal bei weniger Trubel ansehen zu können, das ist ja nicht weit von uns. 

Den Zugang zur eigentlich angepeilten Fußgänger-Hängebrücke haben wir auf unserer Seite nicht gefunden, weil man tatsächlich durch eine Toreinfahrt gehen muss, die von der anderen Seite einfach eher wie Privatgelände aussieht. Aber es ging auch mit der leichter zu findenden zweiten Brücke. Auf der anderen Seite dann die Treppe runter und wir waren am T-Stück der Flüsse, wo der kleinere in den größeren fließt. Weil es die ganze letzte Nach durchgegossen hatte, waren die beiden ein gutes Stück höher, schneller und trüber, aber das hat uns nicht abgehalten. Wir sind den kleineren mal auf der Sandbank auf der einen, mal auf der anderen Seite hochgelaufen und auch ein kleines Stück geschwommen. Der kleine Wasserfall war jetzt deutlich heftiger als letztes Mal. Und die kleineren Makaken trauten sich jetzt auch weiter runter auf der Suche nach Überresten der letzten Picknicke. 

Auf der letzten steinigen Sandbank, gegenüber der heißen Quelle waren wir praktisch allein, im Gegensatz zu den gut 100 Leuten, die noch am 17.8. hier saßen und panschten.

Die heiße Quelle ist ein Zwischenraum zwischen mehreren großen Felsen am Flussufer mit nach Schwefel stinkendem, aber ziemlich warmen Wasser, welches von hier in den Fluss strömt und beim Schwimmen immer gerne die Assoziation erzeugt, man würde hinter Menschen mit Inkontinenz herschwimmen.

Irgendwann kann eine geführte Gruppe von indonesischen Frauen, die des Schwimmens offensichtlich nicht mächtig sind, mit Schwimmwesten. Um die Quelle ebenfalls zu erleben, wurden sie einzeln von ihrem Guide im Nacken an der Schwimmweste gepackt und sehr unelegant durch die Strömung auf die andere Flussseite geschleppt. Dort wurde ihnen eine Liane oder ein Seil gereicht und so hingen sie dann in der Strömung wie umgekippte Käfer.

(Schon ganz schön mutig, wenn man nicht schwimmen kann, sich durch einen durchaus flott fließenden Fluss ziehen zu lassen, der stromabwärts durchaus einige schnelleren Stellen mit großen Steine hat …)

Wie sich das ganze weiterentwickelte, ob sie es tatsächlich geschafft haben, alle Frauen irgendwo in die Strömung zu hängen, wissen wir nicht, denn uns wurde es ein wenig zu voll, um noch schwimmen zu können, ohne an eine durch die Strömung gezogene Frau zu stoßen. Alle hatten jedenfalls großen Spaß und schafften es noch, uns freundlich zu grüßen, während ihr Leben an einer dünnen Liane hing.

Weiter stromabwärts konnten wir dann beobachten, wie bekopftuchte, etwas ältere indonesische Frauen von ihrem Guide immer zu ca. sechst zusammengebunden wurden, um dann als gackernder Wurfstern durch den Fluss zu treiben. Andere wurden zu großen Reifenflößen zusammengebungen. Jedenfalls hatten alle ihren Spaß und nutzten jede Gelegenheit, die Besucher aus Übersee auf ihre Gruppenfotos zu bekommen.

Wir mussten dann nur noch einmal den größeren Fluss durchschwimmen, was etwas beunruhigend aussah, aber dann doch leichter war als gedacht. Es irritiert nur etwas, wenn man bei jedem Schwimmzug einen halben Meter nach vorne kommt, aber 3m nach rechts treibt.

Außer einer Henkersmalzeit mit Dschungel-Curry (aus Bananenstaudentrieben) blieb nur noch Packen, denn dies war der letzte Tag hier und der letzte Urlaubstag für den Welpen. War wirklich sehr nett hier!


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