Vulcaano-Strowberry(!)
2025-08-15 von frischnetz | Comments (2)
2025-08-15, Berastagi, Sumatra, Indonesien: Die Mädels haben heute ab vier Uhr eine Stunde Fahrt zum Sibajak unternommen und sind dann in der Dämmerung mit ihrem Guide den Berg raufgestiegen, bis dem Morgen graute. Es war wohl eine sehr gute, aber auch anstrengende Erfahrung, auch wenn es zu viel Wolken für einen wirklich dramatischen Sonnenaufgang gab. Viele Solfatare und Furmarolen sorgten für reiche olfaktorische Eindrücke. Sie haben sich dann noch in Heißen Quellen aufgewärmt und sind gegen 1000 hier wieder aufgeschlagen.
Nach ein paar Stunden Schlaf sind wir dann gemeinsam erstmal zum Mittag ins QUMOLO gegangen und haben Ayam Geprek, Romaine B. Putih, Mie Bangladesh und einen Burger gegessen. War ganz gut!
Anschließend haben wir uns noch für einen kleinen Ausflug auf zwei Scooter geschwungen, wobei das eine Gefährt eine sehr seltsam umgebaute Yamahamaschine mit extra Offroad-Lenker und diversen Schaltern und Lampen war. Aber es scooterte wie das andere auch.
Wir sind entlang einer leider mit viel zu viel stinkenden Diesel-Lastern volle, teilweise recht schlechte Straße Richtung Sinabung gefahren, dem zweiten relativ aktiven Vulkan in der Nähe des Ortes. Sinabung ist nach einer gut 400-jährigen Pause das erste Mal 2010 ausgebrochen, was die lokale Vulkanismusbehörde wohl ziemlich unter Stress gesetzt hat, weil sie mit ihm noch keine Erfahrung hatten. Danach ist er noch diverse Male mehr oder weniger dramatisch ausgebrochen, oft mit viel Asche, pyroklastischen Strömen und Laharen. Das letzte Mal war gerade erst 2021. Es gab auch Tote und vor allem mussten immer Tausende Menschen aus der sehr intensiv bewirtschafteten Umgebung evakuiert werden. Einige Dörfer wurden ganz verlassen, was wir auch deutlich sahen, als wir näher an die Ausläufer der Lahare der letzten Ausbrüche kamen.
Immer wieder kommt man an verlassenen und meist schon ziemlich verfallenen Häusern vorbei, wie in einer Geisterstadt. Zwischendurch sind aber immer noch Menschen, die hier trotz allem leben und sich um die ganzen Felder kümmern, denn der Boden eignet sich sehr gut für alle Arten von Obst, vor allem Orangen, Drachenfrucht und Kaffee. Auch »Volcaano Strowberrys« zum Selberpflücken wurden beworben.
Wir sind durch eine sehr kaputtes Dorf eine sehr steile Rampe aus Geröll runtergefahren und standen direkt am Ende des Geröllfeldes, mit dem mit Wolken umgebenen Sinabung drohend dahinter. Sehr unwirkliche Landschaft!
Eine sehr freundliche, quirlige Gruppe von älteren indonesischen Männern, die anscheinend einen Gruppenausflug hierher gemacht haben, haben uns auf ihre Gruppenfotos geholt und auf unsere Frage geantwortet, dass die Straße weiter noch viel schlechter ist als zurück, also mussten wir dann die Schotterrampe leider wieder rauf. Aber die Leute haben uns geradezu angefeuert, das hilft!
Die gleiche Strecke ging es wieder zurück, nur diesmal erst an einem gerade abgefackelten und stark qualmenden Feld vorbei und dann auf der mit noch mehr Dieselgestank garnierten Straße eine halbe Stunde zurück nach Berastagi. Die Scooter haben wir wieder abgegeben und sind dann zum Hauptmarktplatz des Ortes, einen lauten Kreisverkehr um einen herotischen Turm mit Kämpferstatuen. Der Fruchtmarkt war erfreulich gemütlich und freundlich mit riesigen Pyramiden aus allen möglichen Früchten der Region. Eine Verkäuferin stopfte uns geradezu immer wieder neue Obststücke, die sie gerade von gigantischen Mangos, Passionsfrüchten, Avocados und diversen anderen in den Mund. Und die Strategie war erfolgreich, denn die Mangos waren wirklich mit die besten, die wir irgendwo gegessen hatten. Zwei davon namen wir mit, außerdem auch noch diversen Kleinkram.
Zum »echten« Abendessen haben wir an einem der Straßenstände frische fritierte Martabak (eine Art mit Ei und Gemüse gefüllter, gefalteter und fritierter dünner Pfannkuchen) und Frühlingsrollen gegessen. Und zum Nachtisch haben wir dann zuhause gleich die zwei großen Mangos verschnabuliert. Sie waren so gut, dass es schwer fällt, beim Essen keine lauten Genussgeräusche zu machen.
Kommentare (2)
Olli:
2025-08-16 um 18:02
Bei dem Gedanken an diese frischen Mangos läuft mir echt das Wasser im Mund zusammen...
Jörg:
2025-08-17 um 19:04
Die sind auch wirklichen sagenhaft!
Kommentieren
Dieser Thread wurde geschlossen.