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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Das Schwein ist daheim

2025-08-11, Samosir, Lake Toba, Indonesien: Dass wir hier etwas höher liegen, nämlich fast 1000m, merkt man an der angenehmen Temperatur (so bis 25 Grad) und daran, dass wir beim Mopedfahren heute trotz meist bedecktem Himmel auf den Armen einen leichten Sonnenbrand bekommen haben. Der Toba-Krater, in welchem dieser mit 90×30km riesige See mit unserer riesigen Insel liegt, wurde vor 74000 Jahren mit einem markanten Popp! ausgeworfen, welcher einen mehrjährigen globalen Winter und eine etwa 1000-Jährige Kälteperiode ausgelöst hat. Vermutlich war das auch der Tod der anderen Homo-Arten und nur ein kleiner genetischer Flaschenhals von Sapiens hat überlebt. Irgendwann später sind dann die Toba Batak aus vermutlich Taiwan hier eingewandert und haben ihre reiche Kultur, mit eigenem Baustil, Musik, Schrift und Sprache entwickelt, in der auch Kannibalismus eine Rolle gespielt hat …

Wir sind heute, nach Ausgiebigem Ausschlafen und einen herzhaften Frühstüch mit unseren Rollern die Küste nach Süden gefahren, zu einem sehr versteckten und kaum besuchten Ort mit alten Batak-Ruinen. Von außen kann man praktisch nichts sehen, als einen dicht bewachsenen Hügel. über ein paar Trampelpfade durchs Gestrüpp kommt man nach oben auf die von einer großen, groben Steinmauer umgebenen Ebene. Hier kann man erkennen, dass in einige der großen Felsen hier Gesichter gemeißelt wurden. Es ist aber alles überhaupt nicht irgendwie freigelegt oder erschlossen, so dass man ständig über und unter Baumstämmen und durch Schlingpflanzen streifen muss. Das einzige, was uns vom vollständigen Indiana-Jones-Erlebnis abgehalten hat, war eine Dreier-Gang von kleinen Kindern, die locker barfuß durch das Gestrüpp und die Steine sprangen, während wir uns durchkämpften. Jedenfalls ein sehr einzigartiger Ort, auch wenn klar ist, dass er nicht spektakulär genug ist, um ihn komplett touristisch zu erschließen. Aber für Archäologen wäre es bestimmt sehr interessant, hier mal zu graben.

Obwohl hier alles sehr angenehme Temperatur hat, ist es in diesem kleinen Dschungel feucht genug für Duschgel, also weiter!

Nur zwei Minuten weiter nach Norden haben wir abseits der Straße in einem kleinen Dorf gestoppt, wo wir ein sehr schönes altes Jabu (Batak-Haus) gesehen haben. Und obwohl es aussieht, als könnte es in einem Museum stehen, schaute jemand aus dem Fenster heraus, Die Bewohnerin kam herausgeklettert (der Einstieg ist von unten) und freute sich über die Aufmerksamkeit, die wir dem Haus widmeten. Nebenan im Lagerhaus wohnte unten ein Schwein, welches ebenfalls interessiert guckte?…

Wir sind dann wieder zurück zur letzten Abfahrt gefahren, um weiter nach oben auf die Insel zu fahren. Es gibt hier wirklich nur wenige Straßen, weil die Ostseite sehr steil ist. Es gab aber kaum Verkehr und etwas später wussten wir auch, warum: an einer steilen Stelle ist die Straße komplett abgebrochen und es wurde bisher nur eine schmale, holprige Holzbrücke als Ersatz gebaut, auf denen gerade mal ein Moped fahren kann. Bloß nicht nach unten schauen!

Auf dem letzten Abschnitt des Anstiegs haben wir an einem einfachen Café mit schöner Aussicht eine Kleinigkeit zu Mittag gegessen. Ganz oben auf der Hochebene war es dann auf gut 1500m schon ziemlich kühl. Die hügelige Hochebene ist ziemlich uneinheitlich: Sehr unterschiedliche Vegetation, auch Nadelbäume, kleine Farmen, Schweine, Hunde, Hühner, die über die Straße laufen und am Rand ein atemberaubender Blick auf die Süd-Ost-Seite des Sees, wo gerade eine fette Regenwolke beim Aufstieg einen ganzen Teil ihrer Feuchtigkeit abgeregnet hat. Glücklicherweise haben uns nur ein paar ganz wenige Tropfen erreicht. Für den Rückweg durfte der Welpe dann auf der Hochebene auch eine Weil an den Lenker und hat natürlich praktisch gleich einen Schreck bekommen, weil mal wieder ein Huhn am Straßenrand dachte, der sicherste Ort sei auf der anderen Straßenseite und etwa 30cm vor ihrem Vorderrad vorbeirannte!

Wir haben auf dem Rückweg dann noch einmal kurz beim Grab des letzten Batak-Königs vorbeigeschaut, aber hier war gerade alles sehr busy, überall wurde geputzt und neu gemalt, wahrscheinlich, weil in einer Woche Nationalfeiertag ist.


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