Reise am Nullpunkt angekommen!
2025-08-02 von frischnetz | Comments (2)
2025-08-02, Pulau Weh, Indonesien: Jetzt sind wir wirklich am absoluten Nullpunkt angekommen! Aber der Reihe nach:
Gestern sind die beiden Großen von ihrem Appartment im 22. Stock in KL aufgebrochen, haben brav die Schlüsselkarten in einen Briefkasten gelegt und ihre Rollkoffer durch den klimatisierten(!) Walkway zur Monorel gezogen, sie die Treppen raufgehievt und sind mit der schön kalten Bahn zum Hauptbahnhof gerollt. Schnell am Automaten ein Ticket für den KLIA Ekspress gezogen und schon ein paar Minuten später glitten wir auf einem modernen Zug durch die von Palmenplantagen und Wohnhochhäusern dominierte Gegend südliche von KL, Richtung Flughafen.
Nach einer kleinen Diskussion mit dem Self-Check-In waren wir self-checked-in und haben uns erstmal durch den Flughafen durchgewühlt, bis wir zufälligerweise den mittelgroßen Food-Court fanden, den wir letztes Jahr nach unserem Flug von Kota Kinabalu schonmal genutzt hatten. Statt indischem Essen, wie letztes Mal, war es diesmal Nasi Champur, welches ja letztlich eine Art Buffet mit unterschiedlichen Curries, Gemüsen, Fleisch, Fisch, Ei usw. ist. Man bekommt heißen Reis auf einen Teller mit Bananenblatt und schaufelt sich dann drauf, was man mag. Ich hatte u.a. Rendang und gegrillten Fisch und mit sehr viel Knoblauch gekochten Blukoli. Wirklich sehr gut, wie immer auf diesen Foodcourts.
So gestärkt durchliefen wir einige unproblematische Gepäck- und Menschendurchleuchtungen und landeten an einem schmucklosen Gate, wo wir immerhin recht bequem auf den verspäteten Flieger warten mussten. Zwischendurch kam – wie geplant – der Welpe dazu, der ja seinen Weg wegen Passproblemen über Singapore genommen hat.
Den Flieger haben wir dann mal wieder als letzte betreten, weil zum einen der vorläufige Reisepass des Welpen als auch die Tatsache, dass er wegen der Umbuchung doppelt auf diesem Flug eingetragen war, für Stirnrunzeln, Telefonate und Eintippen wichtiger Daten ins System führte.
Auf dem Flug konnten wir uns dann das wegen der Doppelung doppelte Biriyani des Welpen reinziehen und waren nach einer guten Stunde in Banda Aceh International Airport, ein kleiner Flughafen im Grünen mit einer Moschee-artigen Kuppel. Unser Homestay hatte einen netten Fahrer geschickt, der uns in einer halben Stunde in ein unscheinbares Haus in einer einfachen, ruhigen Wohngegend brachte, das absolute Gegenteil von KL.
Die Leute waren sehr nett und quirlig, zeigten uns unsere Zimmer und die Gemeinschaftsküche und wir haben uns mit Google Translate, etwas Englisch und unseren Indonesischbroken verständigt. Immer wieder schön, wie einfach das alles gehen kann. Die Zimmer waren sehr einfach, aber absolut in Ordnung.
Zum Abendbrot sind wir dann im Dunkeln zur nächst größeren Straße mit vielen Geschäften und Restaurants gegegangen. Vorher wollten wir an einem Telefonkarten-Kiosk noch zwei SIM-Karten kaufen (was auf Bali immer ca. 5 Minuten dauerte), aber hier ist es offenbar komplizierter und der sehr geduldige Besitzer konnte die Dinger nicht zum Laufen kriegen. Egal, erstmal essen!
Im Mie Razali haben wir dann drei unterschiedliche, aber allesamt leckere Mie Goreng bekommen, nur leider konnten wir nicht herausbekommen, wer welches wirklich geordert hatte und alle Versionen hatten auch ein wenig Fleisch dabei, obwohl eines nur Tofu und Tempeh einhalten sollte …
HEUTE morgen sind wir dann von sehr lauten und ausdauernden Muezzins geweckt worden, die genau vor unserem Fenster auf dem Sims gestanden haben müssen. Nach flottem Packen kam um 8:55 wieder unser netter Fahrer und wollte uns, wie besprochen, zur Fähre nach Pulau Weh bringen. Sie fährt um 10 und er braucht etwa 20 Minuten dahin, dann haben wir genug Zeit, um Tickets zu kaufen.
Wir haben ihn dann noch gefragt, ob da noch Polster in der Zeit ist, um noch SIMs zu kaufen, weil das auf der Insel nicht geht. Klar, meinte er und brachte uns zur Aceh-Zentrale von Telkomsel. Schicker, edler Laden. Wir bekamen Mitarbeiterinnen zuteteilt, die sich sogleich an Ihren Laptops austobten, um unsere Daten aus den Pässen ins System zu übertragen und wahrscheinlich »Vorgänge anlegten« oder sowas. Nach ein paar Minuten fragten wir, wie lang es den normalerweise dauert. Ach, so mindestens eine halbe Stunde …
Wir haben dann vorsichtig drauf hingewiesen, dass wir dachten, dass es schneller geht und dass wir noch ein Fähre bekommen wollten. Und intern haben wir beschlossen, um 9:30 einfach zu gehen, wenn das dann nicht abgeschlossen ist. Die Mitarbeiterinnen verschwanden mit unsreren Vorgängen hinter einer Tür und wir bekamen leichten Hospitalismus …
Um halb war alles fertig, wir mussten dann aber noch bezahlen und hätten auch beinahe noch unsere Pässe vergessen, so dass wir dann 9:35 aus dem Laden raus sind, mit neuen, funktionierenden Telefonkarten.
Unser Fahrer war jetzt etwas forscher unterwegs und preschte auf den Fähranleger zu. 10 vor 10 waren wir am Schalter und haben gerade noch Tickets bekommen!
Im geschlossenen Schnellboot ging es dann etwa eine Stunde nach Pulau Weh. Am Anleger warteten schon Tuktuks (Die Version, in der an einem Motorrad anstelle eines Beiwagens eine kleine offene »Kabine« mit zwei Sitzreihen angebaut ist). Wir haben uns von einem Fahrer überzeugen lassen, dass sein Tuktuk problemlos drei Touris mit jeweils 20 kg Gepäck transportieren kann und sind dann etwa eine Stunde lang mit ihm rauf und runter über diese sehr schön urwaldig bewachsene Insel getuktukt. Seine Maschine hat in den Steigungen ganz schön gedröhnt und wir sollten hin und wieder auch das Gewicht nach vorne verlagern, aber es hat alles geklappt, wir hatten gute Sicht, angenehmen Fahrtwind und konnten unterwegs auch noch ein paar Bananen und anderes Obst kaufen.
Jetzt sind wir in der Nähe von Ipoih Beach und haben zwei ganz gute, kleine Bungalows mit Meerblick. Im Restaurant habe ich ein sehr leckeres Semut mit Chicken gegessen, mit viel Sternanis und Zimt in der Soße.
Nach einer kleinen Pause haben wir dann unsere geliehenen Mopeds genommen und sind einen knappen Kilometer weiter zu einem Diveshop gefahren, wo wir gleich Tauchgänge für morgen abgemacht haben. Und dann haben wir noch weiter nach Norden die Insel erkundet und sind wirklich am Nullpunkt angekommen. Am Kilometer Nol, dem nördlichsten Punkt und gleichzeitig dem Fundamentalpunkt Indonesiens. Um dies zu würdigen, haben die Leute hier ein inzwischen sehr stark zerbröselndes Monument in Sozialismus-Ästhetik gebaut, um den sich jetzt eine Menge T-Shirt-Straßenstände gruppieren. Die Treppen zur Aussichtsplattform sind mit Stacheldraht versperrt, nur die Instagram-Namensschilder wurden noch für Fotos genutzt. Direkt an dieser sehr windigen und umtosten Nordspitze der Insel hat man auch noch Stege und Plattformen den bewachsenen Hang runter gebaut, die aber weiter hinten und weiter unten auch schon wieder kaputt waren. Ein paar Affen hoffen hier auf Süßigkeiten, aber sonst war das alles nicht so prall.
Wir sind jetzt sehr gespannt, wie der östlichste und südlichste Punkt aussehen!
Kommentare (2)
Olli:
2025-08-03 um 13:00
Pul Au-Weh ;-))
Habe mir das mal auf der Karte angeschaut: Man kann ja an gar keiner Stelle an Land näher an den Nikobaren sein. Das ist ja auch mal was!
AWW:
2025-08-06 um 07:07
Aaaaahhhh, schon beim Lesen des SIM Card Geschichte bekomme ich Schnappatmung
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