Willkommen am schlammigen Zusammenfluss!
2025-07-30 von frischnetz | Comments (5)
2025-07-29, Kuala Lumpur: Die (vor-)gestrige Reise begann (nach dem Erixx und dem Kielius) mit dem Flug von HH über Istanbul nach KL. Insgesamt eine ziemlich reibungslose Geschichte, ohne lange Umsteigezeiten, ohne Gerenne und mit viel Angry-Birds-Spielen auf dem Inflight-Entertainment-System. In KL sind wir dann am nächsten Nachmittag angekommen und haben nach etwas Stirnrunzeln am Gepäckband, warum die Rucksäcke nicht auftauchen, während unsere Tracker sie doch eindeutig hier orten können, unser Gepäck auf der anderen Seite neben dem Band gefunden.
Wir haben schnell eine SIM besorgt, etwas Geld am ATM gekauft und uns in den sehr guten »KLIA-Ekspress(!)«- Zug nach KL-Sentral(!) gesetzt. Nach einer guten halben Stunden entlang an den vielen immer elegant in Weiß, Grau oder Schwarz gestalteten neuen Hochhäusern waren wir im großen und wuseligen Hauptbahnhof, haben uns entlang der Schilder zum »Monorel(!)« durchgewuselt, am mit Geldscheinen SEHR pingeligen Automaten einen Token für die Bahn gekauft und uns in diese etwas retro-moderne Einschienenbahn gesetzt. Weil sie nicht auf Schienen, sondern mit einem mittig angebrachten Gummireifen auf Betonbalken fährt, ist die Fahrt auch eher retro-modern und die Kabinen haben seltsame Sitzinseln in der Mitte, unter denen sich die Räder verstecken.
Immerhin hat man einen netten Ausblick auf die Stadt, während die Bahn sich durch Hochhäuser durchschlängelt. Nach einer weiteren Viertelstunde mussten wir dann unsere Koffer nur noch etwa 20 Minuten von der Station auf dem meist überdachten Bürgersteig ziehen und kamen an einem Hochhaus an, wo schon jemand auf uns wartete, im Foyer aus einem Briefkasten zwei Karten holte und uns zeigte, wie wir mit diesen Karten alle nötigen Türen und Fahrstühle öffnen können. Nur unsere Zimmertür braucht einen siebenstelligen Code.
Die Unterkunft ist im 22. Stock, aber wenn man aus dem Fenster guckt, hat man trotzdem das Gefühl, recht weit unten zu sein, weil die anderen Häuser noch viel höher sind.
Nach einer Dusche haben wir uns hungrig noch auf den Weg nach günstigem Futter gemacht, wurden aber so richtig erst im Foodcourt der sehr unübersichtlichen Pavillion-Mall fündig, weil uns die anderen Läden etwas zu posh waren, wir wollten auch nicht so lange aufs Essen warten, sondern schnell was leckeres auf den Teller. Mit zwei unterschiedlichen Chicken-Mee-Curries mit teilweise sehr scharfer Chillipaste und kaltem Zuckerrohrsaft haben wir dort genau das richtige gefunden. Nichts spektakuläres, aber absolut in Ordnung.
Heute: mit der Monorel sind wir heute dann wieder in umgekehrter Richtung gefahren und etwa 20 Minuten an einer lauten Straße entlang, einen kleinen Berg hoch zum Thean Hou Tempel gelatscht, einem sehr bunten und großen, mehrstufigen chinesischen Tempel mit einer Vorliebe für gelbe Laternen und Verzierungen. Die klimatisierte Halle mit drei Göttinnen hat neben hohen beleuchteten Säulen mit Amuletten auch ein beliebtes Stock-Orakel, bei dem man eine Handvoll nummerierter Holzstöcke wie große Mikadostäbe in eine Öffnung fallen lässt. Die Nummer des Stocks, der am weitesten herausragt, führt zu einer kleinen Schublade mit seltsam übersetzten chinesischen Weissagungen, leider nicht ganz so unterhaltsam wie Glückskekse und auch nicht so lecker.
Nach einem kalten Saft in der Tempelkantine hat uns ein Grab-Teksi wieder zum Hauptbahnhofgebracht, von wo aus wir dann zu dem sehr kleinen Streetfood-Stand »Lanwanya Food Corner« an einer unscheinbaren kleinen Ecke gegangen sind. Aus etwa 20–30 Tontöpfen kann man sich seinen Teller mit Reis mit beliebig vielen Curries, mit Gemüse, Fisch, Huhn, Lamm, Ei, Garnelen usw. beladen. Die Curries waren allesamt herausragend lecker, vor allem das ziemlich scharfe »trockene« Hühnercurry. Und alles kostete, zusammen mit zwei Iced lemon tea, gerade mal 6,33 EUR! Wieder einmal war das billigste Essen das mit Abstand beste!
Mit einem weiteren Grab-Teksi haben wir uns in das nur 400m entfernte, aber für Fußgänger wegen Bahnschienen, Gebäuden und Straßen praktisch nur mit riesigem Umweg erreichbare Nationalmuseum kutschieren lassen. In vier Etappen lernt man die Geschichte Malaysias von der Steinzeit bis zur Unabhängigkeit (»Merdeka«). Und man merkt, wie wichtig den Malaysiern diese Unabhängigkeit von Briten, Holländern, Japanern und vielen anderen Fremdherrschern war und immer noch ist. In einem sehr kitschigen Film erklärt der Großvatern aus seinem Schaukelstuhl seinen drei Enkeln davon, gibt ihnen dann aber keine Werthers Echte zur Belohnung. Trotzdem (oder deshalb) rufen sie am Ende alle »Merdeka, Merdeka, Merdeka!«
Direkt vorm Nationalmuseum kann man in eine riesige und wie immer pieksaubere unterirdische U-Bahnstation gehen. Wir sind wieder mehr in Richtung unserer Unterkunft gefahren und haben als Ersatz für fehlende Karamellsahnebonbons einen Kaffee (heiß/kalt) in einem Café in Pavillion genommen. Wir wollten dann ein Restaurant fürs Abendbrot aufsuchen, aber die beiden, die wir uns ausgesucht hatten, waren jeweils komplett voll. Wir sind dann ein wenig in die Seitenstraßen gegangen, wo es etwas mehr Auswahl gab und haben ein gutes arabischhes Restaurant (al Halab) mit Shisha-Abteilung gefunden: Jemenitisches Akda Lamb und Hummus. Beides sehr gut!
Genug abgefüllt ging es dann über einen erhöhten langen, klimatisierten Fußweg, der sehr praktisch vom Pavillion über Fußweg und Straßen bis zum KLCC (bei den Petronas Towers) führt, eine sehr praktische Abkürzung! Wir wollten eigentlich nur nochmal einen kleinen Blick auf die extrem hell beleuchteten Petronas Towers werfen, kamen aber mit einem netten Pärchen aus Argentinien und North Carolina ins Gespräch, die eigentlich nur ein Foto von sich haben wollten. Wir verquatschten uns in dem Park, bis plötzlich gegen 22:00 eine orange Kamera-Säule neben dem Weg mit blinkendem Blaulicht aufleuchtete und eine Durchsage mitteilte, dass dieser Park jetzt geschlossen wird und alle Leute umgehend den Park zu verlassen hätten! Nichts wie weg!
Wir sind dann noch ein Stück zusammen den Weg wieder zurückgegangen, haben Instagram ausgetauscht und sind sehr müde mit unseren Code-Karten durch diverse Türen und mit dem Fahrstuhl und dem siebenstelligen Code wieder »zuhause« angekommen. Den Pistazien-Kunafe, den wir irgendwann unterwegs gekauft haben, um ihn abends zu essen, haben wir nicht mehr geschafft.
P.S. »Schlammiger Zusammenfluss« ist übrigens die Bedeutung von »Kuala Lumpur«
Kommentare (5)
Olli:
2025-07-30 um 20:12
Erster SchönenUrlaubWünscher hier! Viel Spaß!
Jörg:
2025-07-31 um 18:22
Haha! Danke!!
AWW:
2025-07-31 um 22:44
Der Olli wieder... tz... Vermutlich hatter sich einen Alarm gesetzt.
Olli:
2025-08-01 um 10:21
????
Olli:
2025-08-01 um 10:22
Sollte ein thumbs up sein ...
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