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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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The Indian Banana Leaf Conspiracy

2024-08-18, Taman Ringlet, Malaysia: Heute sind wir schweren Herzens aus unserem recht edlem Apartment in Taman Ringlet ausgezogen, um durch Kuala Lumpur nach Melaka (Malakka) zu fahren. Der erste Teil der Strecke war wieder die altbekannte Kurvenstrecke in Landstraßenbreite. Landschaftlich der absolute Knaller mit saftig-grünen Riesenbäumen, Farnen, Bambus und dichtem Unterholz, alles entlang den Berghängen mit tollem Blick über noch mehr Regenwald, alles bei schönem Wetter. Aber leider auch echt anstrengend, weil man andauernd nur versucht, während der unablässigen rechts-links-Kurven auf seiner recht schmalen Spur zu bleiben, während man nicht sieht, was einen in der nächsten Kurve erwartet, wahrscheinlich wieder einer der SEHR forschen Reisebusse, die schön vorne und hinten ausscheren. Oder ein leicht suizidaler Laster. Oder ein definitiv suizidaler Motorradfahrer, der genau auf dem Mittelstreifen die anderen Wagen überholt, auch wenn Gegenverkehr kommt. 

Unten angekommen ist es dafür um so langweiliger, eine fast geradlinige Autobahn mit sechs bis acht Spuren und hin und wieder mal eine Mautstation, an der man aber nur seine Prepaid-RFID-Karte an einen Leser halten muss und schon geht die Schranke auf und die Langeweile geht weiter. Dafür sind die Raststätten hier sagenhaft: Die eine, in der wir waren, hatte einen Foodcourt mit mindestens 10 verschiedenen Essensständen, die jeder was anderes frisch zubereiten, von Grillenten über Suppenbars mit 30 Zutaten, die man in seine Nudelbrühe reinmischen kann, zu Bananaleaf-Restaurants, Nasi Lemak, Backwaren und chinesischem Essen. Dann noch eine ganze Reihe mit Obstständen, die ihre frische Ware ganz oder geschnitten (in großen Plastikbechern, im Kühlschrank) anboten. Und natürlich mehrere Kaffeerestaurant-Ketten wie Starbucks oder Richiamo und noch mehr. Man kann bestimmt zwischen Hunderten frisch zubereiteten Gerichten wählen. Während es zuhause immer nur die 5 Standardgerichte (Currywurst, Schnitzel, Suppe, Salat und Chicken-Nuggets) gibt, für die man seine Sanifairmarken nur deshalb eintauscht, weil einem die sonst keiner abnimmt.

Für den Nervenkitzel auf der Autobahn sind wiederum die Motorradfahrer zuständig, die hier in Ermangelung von Gegenverkehr zu einem nicht geringen Anteil besonders gerne zwischen nebeneinander fahrenden Autos durchbrettern. Und das mit deutlich mehr als den angenehmen maximal »110 km/j« (Jam = Stunde).

In Kuala Lumpur haben wir in einem kleinen Park einen Zwischenstopp gemacht, damit der Welpe und der weibliche Hund mit einer kleinen Zipline über einen See fliegen können.

Anschließend haben wir uns mit leckerem Roti, Mango Lassi, unglaublich gut gewürztem Hühnerbein und diversen Saucen belohnt. Und perfekt getimet wie gestern auch schon hat es natürlich genau einen heftigen Tropenschauer gegeben, als wir im halboffenen Restauran(!) im Trockenen saßen. Eine kleine Katze saß dabei auf dem Stuhl neben mir und fixierte das Hühnerbein. Als wir dann fertig waren (Sonne schien auch wieder), und die Teller von uns geschoben hatten, brauchte sie nur eine einzige Sekunde, um das Bein vom Tisch zu klauen und zu verschwinden. Sie hat einen sehr sehr guten Geschmack!

Nach weiteren zwei Stunden langweiliger (Wroooommmm) Fahrt gen Süden, kamen wir gegen Sonnenuntergang in Melaka an und landeten direkt in einer kleinen Wohnstraße mit alten Reihenhäusern. Eines davon war unseres! Wir haben die untere Etage, die obere (zu der eine Wendeltreppe führt), ist nicht zugänglich. Obwohl alles etwas einfacher, älter und nicht so geleckt ist, wie das letzte Apartment im 5. Stock, ist dieses hier kaum schlechter und kostet dabei deutlich weniger. Hier kann man auch 8 Leute unterbringen. Es gibt auch eine richtige Küche, in die seltsamerweise die Klimaanlage des Zimmers nebenan ihre Wärme reinpustet, deshalb bekommt man immer einen kleinen Wärmeschock, wenn man in die 10 Grad wärmere Küche (oder das dahinter liegende Badezimmer) geht und einen Kälteschock, wenn man ins 10 Grad kältere Wohnzimmer zurückkommt. Und die Lichtschalter sind auch sehr phantasievoll angebracht, der von der Backofenküche ist zum Beispiel im Wohnzimmer an der Wand gegenüber der Küchentür.

Wir haben uns kurz eingerichtet, unseren Bezza direkt vor der Tür geparkt, Wäsche in die Waschmaschine geworfen und sind auf der Suche nach Abendessen durch die Straßen gezogen, nur um festzustellen, dass zur 1. direkt neben Little India wohnen und 2. auch das besonders interessante und schöne Altstadtviertel nur ein paar Minuten zu Fuß von uns entfernt beginnt. Besser kann man kaum wohnen. Und natürlich haben wir gleich wieder ein indisches Abendessen genommen, weil es uns allen immer sehr gut schmeckt und … und weil es uns allen immer sehr gut schmeckt.


Kommentare (1)

  1. Olli:
    2024-08-20 um 09:31

    also die Autobahn-Raststätten machen ja doch echt neidisch ... Ma kurz in die Raststätte um lecker zu essen. Wo gibt's denn sowas ...


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