Monsterhöhle mit Gecko-Eingang
2023-08-12 von frischnetz | Comments (0)
12. August 2023, Nusa Penida, Bali, Indonesien: Heute wieder ein Scootertag. Als erstes haben wir versucht, einen Zipline-Laden zu finden, der auf Google Maps eingetragen war, aber letztlich kaum Infos (außer einem Logo) im Netz hatte. Egal, der lag einigermaßen auf dem Weg, den wir heute fahren wollten. Heute ist hier ein hinduistischer Feiertag, weswegen sehr viele Läden und Restaurants geschlossen waren. Wir haben trotzdem bei einem älteren Herren zweimal eine zweckentfremdete 1,5l Trinkwasserflasche voll mit blauem »Bensin« bekommen, die er mit einem großen Trichter in unsere durstigen Scooter entleerte. In der Nähe einiger Tempel fanden sich die Leute mit ihren guten Klamotten ein. Die Frauen mit eleganten Spitzen-Kebayas und farbigen Kamen (eine Art Sarong), die Männer mit weißen Hemden, Kamen und der Udeng, einem speziell gefalteten Tuch. Auch wenn normalerweise eine Helmpflicht auf dem Scooter besteht: wenn die Balinesen in traditioneller Kleidung (mit Udeng) auf dem Weg zu einer Zeremonie sind, sind sie von der Helmpflicht befreit. Beim Rasenmähen besteht aber weiterhin Halmpflicht.
Auf einer immer kleiner und ruckeligeren Straße ging es durch kleine Dörfer, auf einem Bergrücken zwischen zwei schmalen Tälern entlang, Bis es irgendwo hieß, wir seien da. Nach etwas Herumgucken entdeckten wir ein leicht rostiges Seil, dass einen Abhang überbrückte, sonst nichts. Also leider kein Ziplining für uns. Egal, wir sind den Weg weiter bis zur »großen« Uferstraße gefahren und haben in einem Restaurant Mittag eingeworfen, während wir am Rande des Riffs Taucher sahen, die aus einem der üblichen Tauchboote sprangen. Eventuell sind wir morgen an exakt derselben Stelle!
Etwas weiter die kurvige Straße runter, fanden wir den kleinen, überdachten Aufsteig zum Goa Giri Putri Tempel, den man nur mit extra Sarong betreten darf. Oben zahlt man den Eintritt, bekommt einen eingeschweißten Joghurtbecher Wasser und wird zu einem absurd winzigen Eingang hinter einem Tuch an einem Felsbrocken geführt. Man quetscht sich auf ein paar klaustrophobischen Stufen runter, kriecht dann ein wenig auf dem Hintern unter der niedrigen Decke durch und ist plötzlich in einer ziemlich riesigen, tonnenförmigen Halle, in der einzelne kleine, aber nicht besonders hübsche Schreine stehen, mit Lampen an den Wänden und einem festen Weg über den sonst glitschig-lehmigen Boden. Weiter hinten wird die Halle noch größer, hier führt eine nur Priestern vorbehaltene Treppe in einen weitren Bereich. Ganz am Ende schauen Wurzeln durch die Decke, es gibt einige Fledermäuse und Grillen, Kakerlaken an den Wänden. Die Temperatur ist OK (schätze ca 25 Grad), aber die Luftfeuchtigkeit liegt bei 100%, zusammen mit dem Räucherstäbchenrauch sorgte das für ziemlich dunstige Luft.
Bequemerweise muss man sich zum Rauskommen nicht nochmal durch diesen Geburtskanal zwängen, sondern kann am anderen Ende durch einen bequemen Eingang rein- und rausgehen. Man konnte sich sogar noch entsprechend segnen lassen, was viele der Indonesier auch gerne angenommen haben.
Nach einer etwas langwierigen Suche nach dem richtigen Weg durch die Mitte der Insel (ein zunächst aussichtsreicher Kandidat ging irgendwann in eine Geröllhalde von ca. 45 Grad Steigung über, die man auch zu Fuß nicht erklimmen könnte – WTF?), fanden wir dann den richtigen, der zwar anfangs noch ziemlich schlimm löchrig und holprig war, aber zunehmend besser wurde, bis er irgendwann eine echte Straße war. Die Dörfer wurden auch größer und es gab auch mehr Verkehr. Wir waren wieder in der Zivilisation angekommen und genehmigten uns einen kalten Eistee zur Belohnung.
Beim Abendessen fiel unvermittelt ein kleiner Gecko auf unseren Welpen und kletterte auf seinem Rücken herum, bis er es irgendwie schaffte, irgendwohin zu verschwinden, wo wir ihn nicht mehr sehen konnten. Wahrscheinlich in irgendeine Höhle.
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