Jagdszenen aus Jemeluk
2023-07-20 von frischnetz | Comments (4)
19. Juli 2023, Kiel – Gegen 6:15 rollten wir in einem ziemlich vollen Kielius nach Hamburg, wo am Check-in schon eine stattliche Schlange auf uns wartete. Eine Stunde später waren wir die Koffer los, weitere 90 Minuten auch das Handgepäck, als es kurz durch den Durchleuchter wanderte und sehr kritisch beäugt wurde. Ohne echte Beanstandung durften wir in den eine Stunde verspäteten Flieger nach Istanbul.
Total überzeugt davon, dass wir dort in den verbleibenden 20 Minuten Umsteigezeit garantiert nicht mehr rechtzeitig zum nächsten Gate kommen, malten wir uns schon wieder abenteuerliche unfreiwillige Weltreisen und Hotelbesuche aus – nur um festzustellen, dass in Istanbul auch alles zu spät war und wir uns dort nicht hätten beeilen müssen, um den nächsten Flieger nach Jakarta zu bekommen.
Turkish Airlines hat leider keinen Döner oder Falaffel (scharf mit alles) im Angebot, sondern nur matschige Lasagne, aber immerhin hatte ich einen Platz nahe der Notausgänge, bei dem man die Beine ausstrecken konnte. Und es gab sogar Chat-Internet.
Total verpennt ging es im Flughafen Jakarte zum stets beliebten Visumsschalter, dessen Schlange aber nicht ansatzweise mit HAM mithalten konnte (und wo alle auch sehr viel freundlicher waren). Das Warten haben wir dann an der Gepäckausgabe und dem Check-In bei Garuda nachgeholt, denn wir mussten uns für den letzten Abschnitt nach Denpasar komplett neu einchecken.
Nach einem kurzen Flug mit toller Sicht auf Vulkane, Inseln und Küsten waren wir dann am Domestic Terminal in Depasar, haben neue Telefonkarten mit Internet organisiert und ein Taxi nach Amed organisiert. Das ging alles schön reibungslos und wir freuten uns schon darauf, noch vor Sonnenuntergang da zu sein, aber leider merkten wir nach einer Weile, dass wir im Flieger eine kleine Tasche mit wichtigen Karten, Kabeln und Wertsachen vergessen hatten! Der Fahrer, der schon fast eine Stunde durch den Stau in Kuta gefahren war, schlug vor, seinen Kumpel bei Garuda anzurufen und nach der Tasche zu fragen. Keine drei Minuten später schickte der uns ein Bild der Tasche und wir sind beruhigt, aber natürlich wegen der verlorenen Zeit nicht begeistert, wieder mit ihm zurückgefahren und haben die Tasche gegen eine Unterschrift ausgehändigt bekommen. Sowas klappt auch nur in Asien so toll!
Der Fahrer sagte uns, er hätte selbst mal bei Garuda gearbeitet, sei aber leider wegen der Pandemie entlassen worden. Daher kannte er noch die Leute aus dem Lost and found. Toller Zufall!
Wir waren dann zwar deutlich nach Sonnenuntergang erst da, haben aber trotzdem noch ein leckeres Essen (Schwein/Huhn mit balinesischer Soße) in einem Warung in der Nähe bekommen.
Das hätte eigentlich der Abschluss des Tages sein sollen, aber leider war im Zimmer, genauer: im Bett(!) des Welpen eine große Kakerlake unterwegs, die sich zwischen Matratze und Bettgestell versteckt hatte. Sie war wahrscheinlich nicht begeistert, dass sich ein Mensch in IHR Bett gelegt hat. Wir haben also eine kleine Jagd veranstaltet, das Vieh vom Bett gefegt, das Bett halb auseinandergenommen und schließlich entdeckt, dass das Tier tatsächlich total verstört ins Freie geflüchtet war. Zumindest der Welpe konnte dann gut schlafen. Wie die Kakerlake draußen geschlafen hat, wissen wir nicht.
20. Juli 2023, Amed – Unser kleiner und einfacher Bungalow liegt wirklich direkt auf dem Strand. Nach ca. 10 Metern ist man im Wasser – sofern man nicht über eines der kleinen weißen Fischerboote mit Auslegern gestolpert ist, die am Strand liegen. Wirklich die beste location, location, location bisher hier. Und das für 18 EUR pro Hütte und Nacht. Nach einem Pancake-mit-Obst und Tee-Frühstück vis-a-vis dem Ozean, sind wir am Strand entlang den Fischerbooten ausgewichen und ca. 1 km zur Divebase gestapft, dort ein wenig geschnackt, den Papierkram erledigt und uns für morgen zum Tauchen verabredet.
Auf dem Rückweg haben wir im Warung Pantai Mittag gegessen (Babi Kechup, gebratener Tempe und Nasi Campur) und haben uns dann noch ein wenig zum Schlafnachholen bei uns aufs Ohr gepackt.
Zum Abendessen und Sonnenuntergangangucken sind wir ins »See you again«-Café auf dem Hügel gegangen. Das hatte 2020 direkt zur Pandemie eröffnet und hatte im ersten Jahr praktisch keine Kunden, die die Besitzer erzählten, das war wohl ein ganz schöner Schlauch. Aber jetzt war es praktisch voll. Obwohl wir die ersten Gäste waren, die diesen Abend kamen, war schon alles ausreserviert. Immerhin konnten sie noch drei Plätze dazustellen. Wir blickten also die erste Dreiviertelstunde direkt in die noch ziemlich warme Sonne, dann kurz in den stimmungsvollen Sonnenuntergang und dann ein Stunde in die nächtliche Bucht, in der das Wasser alienhaft bläulich aufleuchtete, wenn die Nachtaucher mit ihren Lampen nach oben leuchteten. Das Essen und der Arak-Cocktail waren gut und wir sind zufrieden mit Taschenlampe auf der Straße wieder zurückgelaufen.
Jetzt sitze ich hier bei Meeresrauschen und dem Sound der Coverband vom Restaurant drei Häuser weiter, die vor vollem Haus La Bamba und Reggae spielt.
Kommentare (4)
Olli:
2023-07-21 um 11:13
Erster ;-)
Fühle mich mitgenommen / gekommen ;-) ... und freue mich schon auf eine Spannende Reise! Viel viel Spass!
sister:
2023-07-21 um 13:55
Hallo Olli,
ach,...warst Du in der kleinen Tasche?
Na, da haste ja Glück gehabt????
Olli:
2023-07-22 um 18:00
Hey, Sister, auch wieder dabei ?!
Aber klar ;-)
AWW:
2023-07-23 um 11:30
Huhuuu, seeehr lustiger Kommentar, Sister ????
Beim Lesen der Kleine-Tasche-Story ist mir das Mitreiseherz in die Hose gerutscht. Maaaan... Aber wie immer: unglaublicherweise alles gut gegangen.
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