Echte vs. falsche Glühwürmer
2022-08-04 von frischnetz | Comments (0)
4.8.2022, Rammang Ramman, Sulawesi: Das schön kühle Wetter am Morgen wurde rasch ziemlich warm, als wir unsere heutige kleine Wanderung starteten. Wir hatten einen Guide dabei, der uns den Weg zeigen sollte.
Nach einer kleinen Bootsfahrt legten wir irgendwo an und wanderten dann eine ganze Weile auf sehr fragwürdigen Wegen durch die riesigen Wedel von Palmenplantagen, auf den kleinen Deichen zwischen den flachen Fischteichen und Nassreisfeldern, unter Karstfelsen hindurch, über Wege aus morastigem Schlamm, der als »Weg« mit hellem spitzen Geröll aufgefüllt war, über Brücken, die eigentlich nur aus drei zusammengebundenen Bambusrohren bestanden, direkt an den Stelzenhäusern der lokalen Bauern vorbei, über spitze Karstfelsen, unter bewucherten Bäumen hindurch, durch Gras und über echte Trampelpfade, um ein paar Dinge in der lokalen Umgebung zu bewundern:
- die sehr schöne bunte flache Landschaft mit sehr unterschiedlicher landwirtschaftlicher Nutzung zwischen den steilen, porösen und sehr bewachsenen Karstbergen.
- Die »prähistorische« Höhle (eigentlich eine Karstgrotte in ein paar Metern Höhe an einem Berg), in der ein paar sehr alt aussehende Handabdrücke gefunden wurden.
- Die »Firefly«-Höhle, in die man über zwei wackelige Leitern klettern musste, die ein paar sehr schön glitzernde helle Stalagmiten und Stalagtiten besitzt (aber sehr feucht war, so dass wir komplett durchgeschwitzt wieder rausgekommen sind).
- ein paar reiher-artige Vögel, ein paar Makaken, nett schauende braune Kühne, unzählige rote Libellen und ein paar große schwarz-weiße Schmetterlinge.
Ziemlich matschig und stinkend kamen wir nach ca. drei Stunden direkt an unserer Hütte wieder an, stürzten ein paar Kaltgetränke und duschten anschließend den Schlamm und Schweiß wieder mit einer Bucket-Shower runter. Sehr schön, aber durch den Weg etwas anstrengender als erwartet.
Nach eine paar faulen Nachmittagsstunden sind wir dann gegen Sonnenuntergang noch ein wenig mit einem Boot die mangrovenartige Landschaft flussabwwärts gefahren und haben eine Weile vor einem Karstberg auf ein besonderes Ereignis gewartet. 5 bis 10 Minuten nach Sonnenuntergang begann ein seltsames gedämpftes Rauschen über uns und am Abendhimmel konnten man eine langgestreckte schwarze Schlangenwolke aus Millionen Fledermäusen sehen, die aus einer Höhle im Berg in einem nicht enden wollenden mäandrierendem Strom herausflatterten und offenbar auch alle ein ganz konkretes Ziel hatten, zu dem sie auch wirklich alle gemeinsam wollten, denn der Strom bewegte sich soweit wir sehen konnten, geschlossen voran.
Wir haben das ca. 15 Minuten angesehen, bis es zu schwer wurde, etwas zu erkennen, aber der Fledermausstrom war noch lange nicht zuende.
Auf der dunklen Rückfahrt hielten wir dann noch an einer Flussbiegung, machten das Licht aus und sahen eine paar Palmen, die aussahen, als wenn dort eine LED-Weihnachtsbaumbeleuchtung gleichmäßig flackert. Einge LEDs flogen aber auch offenbar hin und her: es war eine Ansammlung von Glühwürmern, die hier gemeinsam Licht an, Licht aus spielten. Ein sehr schöner Anblick, besser als die Stalagmiten!
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