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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Return to Skull Island

So, 31.7.2022 Rantepao, Sulawesi: Der Tag begann erstmal etwas unangenehm, weil wir das grundsätzlich sehr nette Zimmer mit dem sehr netten Gastgeber wechseln wollten. Leider riecht die Matratze so unangenehm und intensiv, dass Schlaf kaum möglich ist. irgendwas muss in der Matratze in der feuchten Luft der Hütte vor sich hingammeln. Leider komplett unerträglich. Wir haben also erstmals das Zimmer vor Ende der Mietzeit gewechselt. Leider hat er nur dieses eine Zimmer, so dass wir wechseln mussten.

Nach Packen und Translation um ca. 5km nach Norden haben wir jetzt ein geruchloses Zimmer. Puh!

Wir sind also etwas später als geplant mit unserem gedungenen Guide auf drei Mopeds losgedüst. Als erstes hat er uns als Demonstration des eigentümlichen Umgangs der Toraja-Leute mit dem Tod und Leichen zu einem Freund gefahren, bei denen der 91-Jährige Onkel im Januar gestorben ist. Wir wurden in eines der traditionellen Häuser geführt, wo er nun in einem Zimmer in einem weißen Sarg wohnt und das auch wohl bis Dezember machen wird. Eine Klappe im Sargdeckel wurde aufgeklappt und der mit Formalin haltbar gemachte Leichnam wurde vom Neffen (und uns) durch die Glasscheibe begrüßt. Schließlich ist der Onkel nicht tot, sondern ruht nur. Später wird er dann auch nicht beerdigt, sondern in einer kleinen Höhle oder einem gemauerten kleinen Grabhaus aufbewahrt. Hin und wieder wird die Kleidung der langsam vertrocknenden Leiche gewechselt.

Abhängig vom Status des Verstorbenen werden bei der »Beerdigung« bis zu 24 Wasserbüffel geopfert und diese Zahl bestimmt dann auch, ob man am Grab einen Tau-Tau, ein lebensgroßes Abbild seiner selbst stehen hat.

Wir verabschiedeten uns also vom Gastgeber (und auch beim Onkel) für den interessanten Besuch und fuhren weiter nach Kete Kesu, einem Ort aus schönen traditionellen Tongkonan-Häusern, die wohl auch mal eine Zeit als Sitz der Regionalregierung dienten. Dieser Ort ist schon vor einer Zeit als touristische Attraktion aufbereitet worden und wirkt daher leider etwas steril. Aber hinter dem Ort gibt es einen sehr interessanten Friedhof an einem Felsüberhang, mit bis zu 500 Jahre alten, verwitternden traditionellen Särgen in Boot-, Büffel- oder Schweinform, aus den teilweise die ganzen alten Gebeine herausfallen. Einige sind über die Felswand verteilt aufgehängt, was nicht unbedingt vertrauenserweckend aussieht. Viele der über die Jahre herausgefallenen Schädel sind hübsch auf Felsvorsprüngen aufgebaut worden.

Nach einer Cola ging es weiter, eine viel zu lange und viel zu schlechte Straße, die durch die unverschämt pittoreske Landschaft aus Reisterrassen, Karsch(haha)-Felsen, Bambus-Wälder und unzähligen Tongkonan-Dörfern auf Hügeln führte. Der Straßenzustand war aber wirklich preisverdächtig schlecht: komplett verwitterter Asphalt, von dem nur Fragmente und die reingemischten Steine übrig geblieben sind, lange Abschnitte, die mit den spitzesten und unhandlichsten weißen Felsbrocken gefüllt waren, dann schlammige Abschnitte mit tiefen braunen Pfützen, heftige Steigungen und Abfahrten. Alles vorhanden, was man sich vorstellen kann. Dann natürlich Hunde, die immer direkt auf der Straße schlafen müssen, aufgeschreckte Hühner, sporadischer Gegenverkehr und nicht zu vergessen: Drempels.

Der nächste Stopp war Tangang Allo, einer der wenigen von vielen Baby-Friedhöfen, die man besichtigen kann. Genauer gesagt ein Baum.

Wenn ein Baby starb, wurde es in ein Loch in den Baum gesetzt und das Loch mit Bananenfasern verschlossen. Der weiße Saft des Baums soll als Muttermilchersatz das Baby weiter wachsen lassen, bis es dann auch ins Jenseits kommen kann.

Ein weiterer Teil dieses Friedhof ist wieder ein übliches Kliff-Grab und ein weiterer Teil eine natürliche Karsthöhle, die nun also mit starrenden Tao-Taos ausgestattet ist. Alles natürlich wieder von saftigen Reisanbauflächen gesäumt.

Etwas weiter gab es in Suaya ein weiteres Grab-Kliff, diesmal für königliche Tote.

Nachmittags haben wir dann in einem Warung ganz gutes Nasi Goreng, Nasi Campur Ayam und Lallapang Ayam gegessen.

Letzter Stop des Tages war Lemo, wieder ein schicker Kliff-Friedhof, diesmal mit einem noch ganz neuen Grab. Der geneigte Leser bemerkt, dass sich die Art der Ziele wiederholt, aber es wurde nicht langweilig, einfach schon, weil die Orte so hübsch morbide aussahen und auch noch in toller Landschaft liegen. Außerdem hatte der Guide Ino auch immer noch ein paar interessante Sachen zu erzählen.

Bei der Abfahrt nach Hause, versagte dann leider das Moped von Ino, so dass er es stehen lassen und den letzen Abschnitt mit uns fahren musste. Gut, dass wir von vorneherein mit drei Mopeds gefahren sind!


Kommentare (1)

  1. sister:
    2022-08-01 um 12:03

    Jetzt habe ich so viel gelesen, da muss man erstmal in Tarnung einer Müllqualle hinterherkommen. Schon sehr beeindruckend!
    Es gab mal eine Doku über die Region mit den besonderen HolzBauten und vertikalen Friedhöfen, Ritualen... ????????
    PS: den Wasserfallclip dreier Touristen - hat den schon jemand im Netz gefunden?????


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