Bezahl-Ritual im Moschee-Lärm
2022-07-29 von frischnetz | Comments (0)
23.7.2022, Tangkoko, Sulawesi: Nach viel zu wenig Schlaf musste wir um 4:00 morgens nach nur einer Nacht in Tangkoko los, um unseren Flieger nach Luwuk zu nehmen. Mit einer Propellermaschine ging es eine Stunde gen Süden, um dort auf einer kleinen Piste zu landen, die parallel zum Strand auf einem fetten Betonsockel gebaut wurde. Der kleine Flughafen hatte alle Elemente eines großen, Rolltreppen, Werbung, Gepäckbänder, etc, aber alles in Minimalausführung. Man sah, dass das Ende des Gepäckbands einfach nur nach draußen führte, wo es von Mitarbeitern direkt vom Gepäckwagen bestückt wurde.
Wir haben dann dort noch unseren vom Guesthouse vermittelten Kontakt (Adnan) angewhatsappt (hier kommt man leider nicht drum herum), der hat dann flott einen Fahrer klargemacht, der uns eine gute halbe Stunde abgeholt hat und mit seinem in rotem und schwarzen Leder ausgestatteten Minibus die nächsten 4-5 Stunden nach Ampana gefahren hat. Hin und wieder wurden mal Scorpions und Guns'n'Roses angespielt und viele Telefonate angenommen, in denen wir immer das Wort »Tourist« raushöre konnten. Der Arme musste jetzt wahrscheinlich alles möglich absagen, weil er die doofen Touristen rumfahren musste, die nichtmal gerne Scorpions hören.
Irgendwann schlug er (ohne Englisch) vor, doch irgendwo zum Mittag zu halten. Wir versuchten ihm klar zu machen, dass wir einfach nur Nasi Goreng oder Mie Goreng Ayam bräuchten. Problem war nur, dass das tatsächlich hier gar nicht so verbreitet war. Er hielt an vielen brauchbar aussehenden Warungs, checkte, was es gab und fuhr dann wieder weiter, weil es nicht frisch war, nicht geöffnet oder nur Fisch mit Reis gab. Etwas frustrierend, aber es gibt auf dieser Straße wirklich nur kleine Dörfer mit höchsten ein paar einfachen Warungs, keine Restaurants, keine Indomart oder Alfamaret für eine kalte Cola. (Diese zwei 7-Eleven-artigen Ketten sind praktisch kaum unterscheidbare Universalläden mit einem Angebot wie bei uns an Tankstellen. Erstaunlicherweise findet man sie fast immer paarweise an derselben Ecke in direkter Konkurrenz.)
irgendwann fand er ein einaches Warung, dass zwar auch for allem gegrillten Fisch mit Sambal und Reis verkaufte, aber für uns auch ein Nudelpaket Mie Goreng aufwärmte. Nach einem kurzen Schock unter den Besuchern, dass Fremde diesen Laden besuchen, taute das Eis ein wenig und wir wurden schließlich von vielen Gästen gefragt, ob wir für Selfies mit ihnen zur Verfügung stünden (ja, klar!) und ob man ein Foto von uns mit seinen Eltern machen könne (aber gerne doch!). Und so waren wir mal wieder die Promis, die den ganzen Laden durcheinander bringen,
In Ampana fing uns Adnan gleich ab und führte uns zum wenige Stunden zuvor hektisch in Ermangelung wirklich guter Unterkünfte gebuchten Hotel/Guesthouse. Ein zwar großes Zimmer, das aber in eine jetzt bunt angemalte Garage gebaut war. Gemessen am Standard und vor allem an der location, location, location war es viel zu teuer. Aber was solls, ist ja nur eine Nacht.
Zum Abendessen sind wir die praktisch einzige Straße heruntegelaufen und haben sogar was gefunden, was direkt gemütlich aussah. Leider hatte die örtliche Moschee dringenden Bedarf, auszuloten, wie laut man die Lautsprecher mit von Mädchen vorgetragenen Koranversen stellen kann (11!). Wir haben also ziemlich flott und mit gespannten Nerven unsere Gerichte verspeist.
Bin dann schnell zur Kasse, um zu bezahlen und – natürlich! – in dem Moment, in dem ich das Geld über den Tresen reiche, bricht der Gesang ab …
Kommentare (0)
Kommentieren
Dieser Thread wurde geschlossen.