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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Zombie-Attacken in der FDP-Stadt

12.7.2022, Amed, Bali: nach einem letzten guten Frühstück an der Balisee haben wir uns von einem sehr umsichtigen Fahrer in gut zwei Stunden nach Denpasar fahren lassen, dort auf dem Weg in einem wuseligen Dive-Shop eine Ersatz-Tauchmaske und warme Ersatz/Tauchklamotten für die im Koffer verschollenen besorgt. Das Hotel »Grandmas Hotel Airport« hatte so gar nichts Oma-haftes, sondern ist ein gut durchorganisierter moderner Laden mit ordentlichen, günstigen Zimmern, Restaurant, kleinem Pool im Innenhof und einem quirligen Team. 

Das einzig beunruhigende hier war, dass in unseren Zimmern im dritten Stock die Bambusstauden vor der Fassade durch den Wind so am Fenster vorbeigeweht wurden, dass man entweder dachte, das Hotel kippt um oder man sei sehr stark angetrunken. Also macht man lieber die Rollos zu. Des Nachts kratzen die Bambushalme dann zwischendurch immer nochmal laut am Fenster und lassen einen jedesmal zusammenzucken, weil man eine Zombiehorde dort erwartet.

Nachmittags sind wir dann nochmal in eine Mall gefahren, ein teilweise recht edle, aber auch sehr riesige und unübersichtliche Mall mit allen möglichen Geschäften und vielen Restaurants. Wir haben u.a. einen Rollkoffer, diverse Sachen für die verlorene Reiseapotheke und ein paar weitere Klamotten sowie mehrere Millionen Rupiah in kleinen Scheinen (vom ATM) erworben, bis die Visakarte glühte (also vor allem von der Bargeldabhebung). Für den Welpen haben wir einen ganzen, unglaublich spongigen, innen grünen Pandan-Chiffon-Cake besorgt, weil der den total gerne mag.

Zurück am Hotel haben wir den Welpen geholt und wollten ein Restaurant in der Nähe aufsuchen, mussten aber feststellen, dass es komplett unmöglich ist, die vierspurige Schnellstraße direkt vorm Hotel in der Nähe zu Fuß zu überqueren. Der permanente Auto- und Mopedstrom rast mit 80 vorbei, keine Lücken auszumachen. Es ist, als wenn man quer über die Autobahn gehen will. Da hier praktisch jeder zumindest mit dem Moped fährt, ist an Fußgängerüberwege einfach überhaupt nicht gedacht worden. Bürgersteige gibt es selten, meistens sind sie zugeparkt oder verstellt, Ampeln sind eine Seltenheit und meist kaputt oder nur mit Vorschlagscharakter versehen. Also muss man auch auf der Straße gehen und riesige Umwege machen, um eine Stelle zu finden, wo der Verkehr teilweise unterirdisch weitergeleitet wird. 

Also sind wir fast 20 Minuten zu einem mittelguten Chicken-Restaurant gegangen, obwohl es nur 5 Minuten Luftlinie entfernt ist. Aber wir haben echt nicht eingesehen, ein Taxi zu rufen, nur um die Straße zu überqueren. So würden deutsche Städte aussehen, wenn die FDP den Städtebau bestimmen würde.

13.7.2022, Denpasar, Bali: Nach einer Nacht voller Zombie-Albträume sind wir morgens mit dem Taxi zum 5 Minuten entfernten Flugplatz gerollt, haben ein weiteres (und letztes) Mal desillusioniert und natürlich erfolglos nach dem verschollenen Koffer geforscht und sind mit Lion-Air (das hier immer wie Ryan-Air) ausgesprochen wird, nach Manado auf Sulawesi geflogen. Also genaugenommen sind wir erst eine gute Stunde nach Makassar geflogen, wo die Maschine einen 40 Minuten Zwischenhalt machte. Aus unerfindlichen Gründen mussten alle, auch die Weiterflieger dort aussteigen, wurden ins Terminal gekarrt, durften sich einen neuen Boarding-Pass abholen, mussten wieder mit dem Handgepäck durch die Sicherheitskontrolle, mussten nochmal am Gate warten, wurden wieder zur Maschine gekarrt und wurden dann auf die exakt selben Plätze gesetzt wie vorher (unser Müll steckte auch noch in der Sitztasche). Warum auch nicht, wir haben das in den letzten Tagen auch viel zu selten gemacht mit der Sicherheitskontrolle und wir lieben den schroffen, improvisierten Charm asiatischer Inlandsflughäfen, bei denen es nicht mal Klopapier auf den Toiletten gibt. 

Nach weiteren zwei Stunden Flug ohne Futter oder Wasser (glücklicherweise hatten wir den Pandan-Chiffon-Cake dabei!) konnten wir einen weiteren gesichtslosen asiatischen Inlandsflughafen unserer langen Liste hinzufügen, nämlich den von Manado. Da unser per GoJek-App bestelltes Taxi offenbar nicht dem lokalen Airport-Taxikartell untersteht, wurde es von den anderen Taxifahrern laut angemeckert, fuhr weiter und konnte uns erst außerhalb des Flughafens aufnehmen, wo wir dann hinlatschen mussten. 

Es fuhr uns zur angegebenen Adresse und wir standen vor einer mehrstöcken, chaotischen Baustelle und einem Schild »Hotel closed«.

Moment: Das ist das aber Istanaku Guesthouse 1, wir wohnen aber im Istanaku Guesthouse 2, auf der anderen Straßenseite. Also alles OK, das hier ist vollkommen in Ordnung und auch nicht von Zombies befallen.

Gen Abend sind wir wieder total souverän auf der Straße zum Tuna House Restaurant gegangen (einem Restaurant mit dem Charme eines U-Bootes), wobei uns der normale Straßenverkehr und auch die Querung desselben nur ein müdes Lächeln abringt. Die teilweise riesigen Löcher (1×0.5m) auf den Bürgersteigen direkt 1,50 tief in die Kanalisation sind da schon grausliger. 

Aber nicht so schlimm wie Zombies am Fenster.


Kommentare (2)

  1. AWW:
    2022-07-17 um 23:36

    Lustig ... Ich denke bei komischen Geräuschen auch immer zuerst an Zombies :-)

    Sehe ich es richtig, daß das Loch im Gehweg schon Grünzeug an den Rändern angesetzt hat und langsam zuwächst?

  2. AWW:
    2022-07-18 um 06:55

    Lustig ... Ich denke bei komischen Geräuschen auch immer zuerst an Zombies :-)

    Sehe ich es richtig, daß das Loch im Gehweg schon Grünzeug an den Rändern angesetzt hat und langsam zuwächst?


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