2022 – Air-Space Odyssey
2022-07-08 von frischnetz | Comments (2)
6.7.2022, Singapore Ganz pünktlich wie besprochen haben wir heute morgen das Hotel in Singapore verlassen und sind zum Flugplatz zurückgekehrt, geduscht, mit neuen Klamotten, neuen Covid-Masken und mit neuem Elan. Hier in Singapore trägt jeder permanent Maske, ob Indoors oder Outdoors, nur zum Essen nicht. Sehr vorbildlich und beruhigend. Keine Lust, in dieser Situation krank zu werden!
Am Flughafen haben wir mal wieder nach dem Gepäck gefragt, von dem wir zu dem Zeitpunkt noch nichts gehört hatten. Am Schalter sagte man, es sei tatsächlich in Singapore und wir müssten es jetzt schnell aus dem Lost and Found abholen und einchecken. Da kommt man aber nur rein, wenn man in Terminal 1 wechselt (mit Skytrain), einen entsprechenden Wisch hat und auch noch von einer Mitarbeiterin gefilzt wird. Das wurde jetzt ganz schön knapp und wir haben ziemlich gehetzt. Aber im Lost and Found gab es keine Koffer für uns, also die ganze Hetze umsonst. Grrr.
Noch bevor wir abgehetzt am Check-In-Schalter von JetStar einchecken konnten, musste uns die Mitarbeiterin leider mit viel Bedauern und Erstaunen mitteilen, dass es leider nur einen statt drei Plätze in der avisierten Maschine gab, obwohl wir gestern schon gebucht waren. Dum di dum … Uns Aufteilen, ohne dass zumindest klar ist, wie die anderen beiden nachkommen können, wollten wir auf keinen Fall, also blieben wir in Singapore und es begann eine neue Suchphase. JetStar konnte uns nichts anbieten und sagte, Singapore Airlines ist zuständig. Singapore Airlines sagte, Lufthansa sei zuständig. Lufthansa hat aber kein Office in SIN, die würden ihren Schalter erst heute Abend besetzen … Wir könnten die doch anrufen. Super Idee! Wir haben aber keine lokale SIM-Karte und wenn wir die Warteschleife mit Roaming-Einheiten bezahlen müssten, könnten wir gleich einen Privatjet chartern.
Für die weiteren Schritte brauchten wir aber zunächst mal Energie in Form eines Frühstücks. Am Airport angeschlossen ist praktischerweise eine große, unglaublich beeindruckende runde Mall namens »Jewel« in Form eines Donuts mit einem stufenförmigen Park in der Mitte und mit allen möglichen Läden, Restaurants, Kinos, etc. Da noch nicht viele Läden offen hatten, haben wir das erstbeste Japanische Schnellrestaurant genommen und Gyudon ausprobiert (sehr OK!).
So gestärkt haben wie erstmal im Airport eine SIM gekauft, eingerichtet und die lokale LH-Nummer angerufen, nach gut einer halben Stunde Warteschlange der Frau an der Hotline unsere Situation erklärt. Bevor sie noch irgendwas richtig konkret ausrichten konnte, war die Karte aber leider schon alle. Grrrr. Also Karte mit 20 weiteren Dollar aufgeladen, nochmal angerufen. Weil hier niemand mehr normal telefoniert, sondern nur Whatsapp-Telefonie benutzt, haben die Karten alle keine Flatrate. Dafür kosten 100GB nur 30 EUR.
Im zweiten Anlauf haben wir natürlich jemand komplett anderes dran gehabt, der auch erstmal wieder detailliert von uns gebrieft werden musste und uns dann immer wieder auf Hold gesetzt hat, weil er wiederum selbst in der firmeninternen Warteschlange stand. Alles auf einer Bank im Terminal, zwischen Leuten mit lauten Rollkoffern und quietschenden Kindern. Zwischendurch kamen so absurde Frage wie, ob wir nicht zum JetStar-Schalter geehen könnten, damit er über unser Telefon mit denen sprechen könne, das dürfe er nicht mit seiner Leitung. Selbst wenn wir das gewollt hätten, wäre das kaum gegangen, weil wir in einem komplett anderen Terminal waren. Außerdem interessiert mich nicht die Bohne, wie da die Telefonerlaubnisse sind. Seine Firma hat den Kram eingebrockt, die soll da gefälligst selbst anrufen.
Irgendwann zeichnete sich ab, dass er uns möglicherweise am selben Abend noch auf einen Thai-Airways-Flug über Bangkok setzen kann und morgen dann nach Denpasar. Aber in dem Moment waren dann nach ca. einer Stunde und 20 Minuten auch dies Karte leer und wir saßen wieder ratlos da.
So bringt das alles nichts. Also wieder zum Singapore-Air-Schalter. Wir haben denen gesagt, dass wir so nicht weiterkommen. Und es stellte sich raus, dass sie irgend jetzt doch für uns was machen können. Sie haben dann auch gesehen, dass der letzte Telefonmensch uns schon teilweise auf Thai umgebucht hat. Also haben die das jetzt alles glatt gemacht. Total flott und kompetent. Wahrscheinlich hätten wir nur etwas mehr jammern müssen und hätten uns mehrere Stunden Telefonhotline sparen können … Aber gut.
Wir hatten jetzt sowohl zwei Stunden Zeit als auch Hunger und haben nochmal im Jewel nach Futter geguckt, bei einem Thailänder lecker gegessen, bei Bâckern Macarons, Backwaren und Kuchen eingekauft und unten auf Bänken direkt am riesigen Indoor-Regen-Vortex in uns reingestopft.
Beim Check-In bei Thai (wieder in Schlangen stehen), haben wir dann wenigstens auch gleich die Boarding-Pässe für den BKK-DPS-Flug bekommen, die Sitze hatten wir also ziemlich sicher!
Ohne weiteres Gepäck außer unserem Handgepäck sind wir also am selben Abend noch nach BKK geflogen.
Das Hotel, das hoffentlich dann Lufthansa irgendwann mal bezahlt, hatte netterweise einen Abholservice integriert, der auch gut geklappt hat, so dass wir nach kurzer Zeit in einer Nebenstraße in einem schmucklosen Hotelklotz mit dem freundlichen Namen »Oriental Resort« landeten. Der Name täuscht. Eine traurige, mittelalte Unterkunft, komplett ohne jeden Charm mit Personal, was kaum verständlich Englisch sprach und wollte, dass wir sogar das WLAN noch extra bezahlen sollten. Sowas kostet in Thailand normalerweise weniger als die Hälfte. Und dann hat man auch keine Gänge, die an Jugendstrafanstalten erinnern.
7.7.2022, Bangkok:
Die Klimaanlage tat ihr bestes, die 35 Grad im Zimmer auf ca. 25 herunterzukühlen, fiel aber zusammen mit dem restlichen Strom gegen Morgen wahrscheinlich wegen einer Existenzkrise irgendwann aus. Erst nach einem Besuch bei der Rezeption sah dann irgendwann jemand nach dem Rechten.
Weiter ging es diesmal ziemlich reibungsfrei zum Flughafen, direkt zur Sicherheitskontrolle, wir hatten ja schon Boarding Cards. Irritierend nur die Chinesen, die komplett in Maleranzügen, mit Schutzbrillen und Maske (nein, keine Gasmaske) reisten und eine schöne Biohazard-Atmosphäre verbreiteten. Die saßen aber in einer anderen Maschine. Bei uns waren es bevorzugt Urlauber, die alle so taten, als seien Sie immun und nur vereinzelt Maske trugen. Da waren aber auch Freeloader drunter, die trotz voller Sitzgelegenheiten im Gate weiterhin ausgestreckt über fünf Plätze ausgestreckt lagen.
In Denpasar freuten wir uns tatsächlich das erste Mal, dass wir die PeduliLindungi-App schon installiert hatten, während viele Urlauber mit ihren Telefonen vor den Anleitungsplakaten verzeifelten. Das lief alles schnell, aber die Immigration hat dann wieder ewiges Anstehen erfordert.
Beim immer wieder spannenden Gepäckroulette haben wir hier wieder keine Koffer gewonnen und ja: auch hier wusste niemand was von unserem Gepäck. Naja, hatten wir auch nicht ernsthaft erwartet.
Wir haben dann ein Einkaufszentrum aufgesucht, um wenigstens ein paar Klamotten, Koffer, etc für einen fünfwöchigen Urlaub kaufen zu können. Als erstes mussten wir aber was essen. Wir haben leider spontan ein zwar extrem gemütlich aussehendes Restaurant mit einer bambusüberdachten offenen Fläche herausgesucht, bei dem die Besitzer die Besucherzahlen offenbar dadurch reduzieren wollten, dass sie laut zwei verschiedene Sportübertragungen auf großen Bildschirmen abspielten. Der Plan schien aber nicht aufzugehen, immerhin sammelten sich hier viele australische Rugby-Fans und grölten hin und wieder. Dafür war das Nasi-Goreng aber wirklich sehr lecker.
Der Einkaufsladen war zwar sehr groß mit großer Auswahl, aber leider war es ein Laden, der sich an Urlauber mit Markenklamotten wendet. Die Preise waren entsprechend. Und selbst, wenn man bei (temporärem) Gepäckverlust eine Kompensation bekommt, war es extrem schwer, irgendwas akzeptables zu bekommen, was nicht absurd überteuert war. Es war aber zu spät, zu einem anderen Laden zu fahren. Glücklicherweise bekam Esther dann vom Airport eine Nachricht, dass zwei der drei Koffer in Denpasar aufgetaucht sind. Immerhin! Glücklicherweise waren wir noch in Flughafennähe und nicht 2 Stunden weit weg bei unserer Unterkunft. Also haben wir nur minimalst nötige Sachen für den mittleren Hund und etwas für den Welpen gekauft und sind bis ca. 00:30 auf ziemlich leeren Straßen mit einem Taxi nach Amed zu unserer Unterkunft gefahren.
8.7.2022, Amed: Nach einer nächtlichen Dusche und entspanntem Schlaf haben wir im Strandrestaurant unserer Unterkunft gefrühstückt und waren doch wirklich erstaunt, wie wenige Urlauber wirklich derzeit hier sind. Es ist richtig ruhig. Irgendwie schon angenehm, aber das bedeutet natürlich auch, dass kaum Geld in die Region kommt. Im ebenfalls sehr ruhigen Dive-Center haben wir mit dem sehr netten Besitzer geschnackt und Tauchgänge für morgen abgemacht. Dann ein Mittagessen im Sama-Sama-Restaurant, wo wir das letzte Mal 2019 waren. Die Leute haben sich sogar noch an uns erinnert. Aber es waren zwischendurch nicht viele Leute da gewesen: im ganzen Jahr 2021 gab es in ganz Bali nur 47 ausländische Urlauber!
Besonders spektakulär war der Rest des Tages nicht, wir haben abends Chicken Leg Betutu und Mie-Curry gegessen, dazu Dadar als Nachtisch. Und uns zwischendurch dem Jet-Leg ergeben.
Aber wenigstens sind wir jetzt da!
Kommentare (2)
sister:
2022-07-09 um 12:57
...aha
Olli:
2022-07-09 um 21:55
dann ma jetzt: Einen schönen Urlaub!!! ;-))
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