Subaquatic manoeuvres in the dark
2019-08-01 von frischnetz | Comments (0)
2019-08-01, Gili Air: Gestärkt von Nasi Goreng (Welpe und Großer Hund) bzw. Pancake (mittlerer Hund) und bewaffnet mit drei rosa-klapprigen Fahrrädern ging es wieder zu unserer Divebase (3W-dive) für einen Besuch beim Bounty-Wreck. Niemand sonst hatte offenbar Interesse an diesem Ort, denn wir hatten das 10-Leute Boot mit dem passenden Namen »Esther« heute für uns ganz alleine. Das Wrack ist trotz des schönen Namens nur ein großer Schwimm-ponton, der wegen einer Meuterei sank, nachdem der Käpt'n in einem Beiboot ausgesetzt wurde und die Mannschaft nach Gili Meno gesegelt ist. Vielleicht verwechsle ich da aber auch etwas.
Der (wahrscheinlich für Brotfrüchte vorgesehene) Kasten hatte jedenfall große Löcher im Rumpf und beherbergte u.a. auch einen eher seltenen Frogfisch, der sich schwarz getarnt hatte und hinter einer ebenfalls schwarzen Koralle saß. Weiters gab es u.a. eine kleine Nudi, Skorpion- und Krokodilfische sowie zwei Batfishes.
Nach einer weiteren Portion Mie Goreng (bzw. gegrillten Huhn und Curry) an Land hat sich der Welpe nachmittags ein wenig ausgeruht und die Eltern sind mit den Klapperrädern ein paar Minuten ans Nordende geradelt und haben sich gefreut, dass es keine Steigungen auf dieser tsunamifreundlichen Insel gibt, denn die Bremsen funktionierten so gut wie gar nicht.
Das nördliche Ende hat, genau wie fast alle anderen Ufer hier auch, ein Strand-Restaurant neben dem anderen. Wir haben uns in irgendeins gelegt und einen mäßigen Eiskaffee getrunken. Größtenteils die Räder dann durch den Sand schiebend ging es dann weiter im Uhrzeigersinn um die Insel, bis wir wieder in der Nähe der Divebase waren. Durchs »Landesinnere« ging es dann noch mal kurz für einen Eistee mit frischen Früchten und ein Stück Kuchen ans Südende, wo die Touristendiche deutlich gegenüber dem Rest der Insel zunimmt.
Zum Sonnenuntergang sind wir dann wieder – mit dem Welpen – zur Divebase, um unseren Nightdive vorzubereiten. Es gab noch eine kurze Einführung in Kompassnavigation und ein paar spezielle Verhaltensweisen und neue Zeichen, alles nicht dramatisch.
Mit den noch nassen Wetsuits, barfuß und mit der Maske um den Hals radelten wir dann mit unserem Diveguide (Irfen) nach Süden, am Café von eben vorbei, um dort die Ausrüstung anzulegen und über scharfkantige Korallenbruchstücke in den Hafen zu watscheln. Es gab eine Handvoll anderer Taucher, die auch an dieser Stelle tauchten, wie man am Lichtschein sehen konnte. Wir schwammen etwas raus und ließen uns dann ins Dunkel absinken. Vollkommen andere Erfahrung, aber weniger beunruhigender, als man meint.
Von einem kleinen Bootswrack aus übten wir ein wenig die Kompassnavigation und konnten uns danach die Fauna und Flora ansehen: Diverse Leaffishes, kleine Sepia, Cleaner-Shrimp, einen wuseligen Schwarm Catfishes, der den Boden durchwühlte; kleine Lionfishes, Devilfish und einen winzigen Coconut-Octopus, der versuchte, sich in zwei Muschelhälften zu verstecken, bervor ihm das alles zu bunt wurde und er, die beiden Hälften tragend, auf diversen Beinen davonmarschierte.
Auf einer sandigen Stelle haben wir uns hingekniet und die Lampen abgedeckt, so dass es komplett dunkel wurde. Wenn man dann mit den Armen wedelt, fängt das Plankton wie kleine Leuchtkäfer an zu leuchten. Sehr sehr cool, hat dem Welpen sehr gefallen, der auch sehr gut darin ist, interessante Dinge zu entdecken.
Vollkommen zerzaust und müde, nach Hafen riechend, mit unseren jetzt richtig nassen Wetsuits an und den Tauchlampen als improvisiertes Fahrradlicht ging es dann wieder zurück zur Divebase, vorbei an einigen für das Abendessen unnötig aufgebrezelten Mädels, die in den teureren Unterkünften wohnen und meinen, das müsse man hier so machen.
Mit diesem und einigen vorangehenden Tauchgängen sind die großen Hunde jetzt offiziell Advanced Open Water Diver! Gefeiert haben wir das mit einem geteilten Bintang-Alster und wieder mal Pizza (bzw. Grillspieß vom Huhn), nachts in der Nachtbar, die nicht überdacht war.
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