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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Zwei Tage Kurven – und Hobbitse

2019-07-20, Labuan Bajo: Den gestrigen Tag haben wir allein mit einer Fahrt von Riung nach Ruteng verbracht, 65km Luftlinie, 250km Straße, 8 Stunden! Den einzigen längeren Pausenstopp haben wir dabei in Badjawa durchgeführt, gegenüber dem Guesthouse, in dem wir erst vor ein paar Tagen gewohnt haben. Es gab Schnitzel Ayam, von denen der Welpe fast drei Portionen verschlungen hat. Der Rest der Strecke war das übliche Masala aus Kurven, Hupen, Bremsen, Beschleunigen, Ausweichen; rauf und runter die Berge, durch Steppen, Bambuswälder, Urwald, Wolken, kleine Dörfer, vorbei an Hunden, Kindern (die alle winken), Leuten, die mit Buschmessern am Straßenrand irgendwas abernten, Rindern, Ziegen mit einem umgeschnallten Querbalken unterm Kinn, Hühnern, Tankstellen, Warungs, Moped-Reparaturstellen, trocknenden Kaffeebohnen, Reisterrassen, Mopeds, Felsen, Schlaglöchern, Kirchen, Blechdächern, Bambushütten, Leute, die was an der Straße entlangtragen, Lastern, Kindern in Schuluniformen, Bambuszäunen, Blumen, sehr viel Grün und Mopeds und Mopeds und besonders lauten Mopeds.

Die Unterkunft für eine Nacht in Ruteng dachte, sie ist ein richtig tolles Hotel, mit einer Managerin im Business-Kostüm und Shuttleservice zum Restaurant, aber die Zimmer waren der übliche, nicht besonders tolle Kram, den es in günstigen Unterkünften halt so gibt, mit schrottigen Badezimmern fast ohne Haken und Ablagemöglichkeiten und nur einer fiesen nackten LED-Lampe an der Zimmerdecke. Dieses war zur Straßenseite noch besonders laut, weil es über der Tür kein Fensterglas, sondern nur ein Mückengitter gab. Zum Futtern wurden wir in ein Restaurant geschuttlet, in dem das Gado-Gado fies schmeckte (Gurken!), die Ayam-Satay-Spieße mit Erdnusssauce jedoch wirklich lecker waren.

Das mediokre Frühstück am nächsten Morgen wurde dann wenigstens noch mit etwas Gesang aus der benachbarten Schule und einen netten Blick auf die Landschaft gemildert. Und dann ging es auch schon wieder auf die Straße.

Über eine noch engere, schlechtere Straße ging es zur Liang Bua, der echten Hobbithöhle. Hier wurden 2003 Überreste des Homo floresiensis entdeckt, einer Menschenart, die nur etwas über einen Meter groß wurde und vor dem Homo sapiens die Insel bevölkerte. Die Höhle ist mehr eine große Öffnung, wie ein Mund im Berg und nicht sehr tief. Hier finden derzeit immer noch Ausgrabungen statt. Begrüßt wurden wir von einem der Entdecker des ersten Skeletts. Die waren damals einfach an ganz normalen menschlichen Spuren interessiert und stießen dann in einer sehr viel tieferen Schicht auf die Knochen. Zwei Wissenschaftler vom MPI aus Leipzig waren auch hier, die an winzigsten DNA-Spuren interessiert sind und derzeit darauf warten, das eine neue Schicht freigelegt wird, damit sie unkontaminierte Proben nehmen können. Einer hat uns ein wenig von seiner Arbeit erzählt. Alles sehr interessant und aus erster Hand. Wirklich ein sehr besonderer Ort.

Der Futterstop auf dieser Tour nach Labuan Bajo fand, relativ ungeplant, an einem weiteren Ausflugsziel statt: den Spinnenetzförmigen Reisfeldern, die es beim Dorf Cancar gibt. Wir haben ein paar Nudeln gegessen und sind dann noch auf den kleinen Rand um diese Ebene geklettert, um einen guten Blick drauf zu haben. Das ist sicher noch um einiges netter, wenn die Felder schön grün sind. Aber ganz nett.

Gegen späten Nachmittag waren wir dann endlich im Westen Flores' in Labuan Bajo angekommen, haben uns augeruht und uns dann mit Elora, die wir noch aus Maumere kennen, zum Abendessen getroffen. Dies ist der touristischste Ort auf Flores, daher gibt es hier es eine sehr große Auswahl an Restaurants, auch mit westlichem Futter. Das wichtigste aber: Die langen Kurvenfahrten sind jetzt erstmal für ein paar Tage vorbei!



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