Out of the drizzle into the river
2019-07-16 von frischnetz | Comments (0)
2019-07-16, Bajawa: Beim Losfahren sah alles noch ganz schön aus, aber nach wenigen Kilometern knatterten wir in eine dichte Wand aus Nieselregenwolken. Wir, der Welpe und ich, waren heute alleine unterwegs, weil der mittlere Hund noch ein wenig seine Halsschmerzen auskurieren wollte. Wir haben ihn im warmen Bett ziemlich beneidet. Unser Ziel waren die warmen Quellen von Malanage und um den Weg etwas zu verkürzen, sind wir etwas länger auf dem Flores Highway gefahren und erst etwas später Richtung der Quellen abgebogen, die nicht sehr weit von den Dörfern entfernt liegen (Bena und Tololela), wo wir gestern waren.
Wir rollten also ziemlich zusammengedrück mit leichten Regenjacken und nassen Knien auf etwas weniger mändrierenden Straßen gen Süden, immer folgend der gut aussehenden Strecke, die Google uns rausgesucht hatte. Soweit so gut, irgendwann aber (nachdem wir schon einmal eine Abzweigung verpasst und viel zu weit gefahren waren, leitete Google uns quer durch ein Dorf, in dem gerade die Bewohner mit dem zersägen von Bambus beschäftigt waren. Sie bedeuten uns, dass es dort nicht weitergehe und wo wir denn hin wollten. Wir sagten es und sie zeigten alle in die entgegengesetzte Richtung. Also drehten wir wieder um und fuhren zurück. Auf der Karte sah das nur alles andere als korrekt aus. Und dann dämmerte uns, dass wir möglicherweise Manulalu statt Malanage gesagt haben (das ist ein Ort in der Nähe mit einem Restaurant und Guest House) und fuhren wieder zurück, in der festen Absicht, diesmal durch das Dorf zu fahren. Wieder bildete sich eine Traube freundlicher Menschen (mit Macheten in den Händen) um uns herum und auch als wir ganz bewusst korrekt Malanage sagten, zeigten sie wieder alle in die andere Richtung. Hmmm. Sie sprachen alle kein Englisch und versuchten uns in der lokalen Stammessprache ganz langsam zu erklären, wie genau wir fahren müssten. Immerhin verstanden wir "Bena" und wir ahnten, dass es die Straße in Google entweder nicht (mehr) oder noch nicht gibt und wir tatsächlich erstmal gen Westen nach Bena fahren und dann erst nach Süden und Osten fahren müssten, um zu den Quellen zu kommen. Achsoooo! Danke! Bye-bye!
Wir kamen auf diesem Abschnitt dann auch in Manulalu vorbei und nutzten die Gelegenheit, dort ein wenig zu trocknen, einen heißen Tee und ein Schnitzel zu futtern. Dieser Ort ist legendär für sein spektakuläres Panorama, das heute etwa genauso spektakulär war, als würde man auf Milchglasscheiben starren.
So getrocknet und gestärkt ging dann alles recht reibungslos, an Bena vorbei auf teilweise sehr sehr schlechten Schotterstrecken bis zur heißen Quelle, vielmehr einem kleinen heißen Bach, der an dieser etwas breiteren und stufigen Stelle von einem kalten Bergbach auf angenehme Temperatur runtergekühlt wird. Dabei mischen sich die beiden Ströme, der leicht grüne heiße und der leicht milchige kalte hinter einem dicken Felsen und man kann durch seine Position bestimmen, welche Temperatur haben möchte. Zumindest theoretisch, praktisch gibt es immer mal wieder Eddies aus eisigem Wasser, das einem direkt auf dem Rücken trifft und erstmal wieder abkühlt. Aber das heiße (bestimmt über 40 Grad) ist einfach extrem entspannend.
Der Welpe und ich haben jedenfalls bestimmt eine gute halbe Stunde im Wasser, bis wir wieder total durchgewärmt waren. Sehr zu empfehlen und auch sehr malerisch gelegen mit den leicht schwefligen Nebelwolken, die durch den Bambus steigen und damit leider zur allgemeinen Nebeligkeit beitragen.
Der Heimweg ging dann wieder auf dem von gestern bekannten Weg ziemlich straightforward voran und es regnete glücklicherweise auch nicht mehr. Die Aussicht war aber auch nur marginal besser als Vormittags.
Zum Abschluss des Tages haben wir dann alle nur noch kurz weitere drei Schnitzel (heute ist irgendwie Schnitzeltag) im MaiBETH verschlungen und schon bei »Sounds of Silence« den Laden verlassen.
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