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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Petra ist anstrengend und begeisternd (das in Jordanien auch)

11.10.2018, Petra: Um 10 vor 8 haben wir Husky die Sporen gegeben, um rechtzeitig zum Treffpunkt bei den Beduinen zu sein, denn wir hatten vereinbart, angesichts meiner Menisken und des Welpen Begeisterung für Esel, uns von ebendiesen die über 900 Stufen bis zum Al-Deir-Bauwerk (einem Reiche-Leute-Grab, dass wohl später von den pietätlosen Christen als Kloster gennutzt wurde) tragen zu lassen. Unseren Blech-Esel haben wir dazu am »Hintereingang« von Petra stehen lassen (eine Entscheidung, die wir noch bereuen sollten).

Die stoischen kleinen Kraftpakete trugen uns fast im Autopilot-Modus die vielen Treppen entlang unzähligen Beduinenläden hoch und die Erleichterung, sich die Treppen zu ersparen, kompensierte zu einem gewissen Teil die Peinlichkeit, sich die Treppen hochreiten zu lassen. Immerhin waren wir bei weitem nicht die einzigen und auch bei weitem nicht die jüngsten, die das machten.)

Der ziemlich weit weg von den Hauptgebäuden stehende Al-Deir sieht zwar – ähnlich wie der Khazne al-Firaun – auf Fotos immer klein zweistöckig aus, aber das ist nur eine Scheinfassade, beide sind etwa 40m hoch und erschlagen einen mit ihrer Größe und ihrer exakten Ausarbeitung inmitten der bizarren, bunten Felsen.

Den Abstieg habe ich dann doch zu Fuß unternommen, weil mein Esel ziemlich flott die Treppen runterstürmt, wenn man den nicht ziemlich heftig bremst, da tat mir das Tier dann doch etwas Leid.

Nach einer Pause in der Nähe einer Touristen-mit-Buffet-Verköstigung, die wir verschmäht haben (sooo spießig sind wir dann doch noch nicht), haben wir einen kleinen Rundweg um einen Berg gestartet, der ein wenig querfeldein schließlich zur gegenüberliegenden Seite der Stadt führte, wo mehrere große Grabfassaden nebeneinander stehen. Hinter der letzten beginnt ein Weg, der zum Blick auf den Khazne al-Firaun von oben führt. Das war wieder eine sehr laaange Treppenaktion, diesmal ohne Esel, allerdings gab es viele tolle Aussichten über die ganze Stadt.

Durch ein kleines Wadi gelangte man dann zu einem Aussichtspunkt sicher nochmal 20m oberhalb des Grabes (bekannt aus Indiana Jones III). Ein gelangweilter Beduine hat sein Zelt genau an die Kante gebaut und man muss mindestens ein kaltes oder warmes Getränk zu sich nehmen, um den Blick von dort zu genießen. Das haben wir nach dieser langen Tour aber sehr gerne gemacht.

Der Weg runter ist leider der gleiche wie rauf und so haben wir uns heute nochmal eine gute Portion Kardiopunkte geholt. Als wir unten waren, war die Sonne gerade untergegangen und wir konnten leider nicht den langen, aber einfachen Weg durch die Schlucht nehmen, sondern mussten wieder zum Hinterausgang, von dem wir gut 1,5km Luftlinie entfernt waren. Ach, kein Ding, das machen wir in 20 Minuten über den nicht eingezeichneten Weg, den die Beduinen immer nehmen. Der Welpe konnt dazu auch nochmal einen Esel nehmen.

Leider war der Weg fast komplett ein steiler Reitpfad mit feinem Sandboden. Es war, als ob man eine Dreiviertelstunde lang eine Sanddüne hochgeht. Und das nach den tausenden Treppen heute! Leider hatten wir auch nicht von den dort befindlichen Bauwerken (meinst kleinere Gräber und Höhlen), weil es inzwischen schon komplett dunkel war und wir nur mit Smartphonelampen den Weg ausleuchten konnten. Der Kardiozähler ratterte fleißig weiter.

Total abgekämpft sind wir dann nur noch mit Husky in die Stadt gefahren und haben in einem netten Restaurant Mansaf, PIzza und Kamel-Kebap gegessen, war alles ziemlich gut. Dann nur noch in unsere Hütte in der Wüste und einen Alubottich mit Wasser aufgesetzt, damit es wenigstens eine warme Eimerdusche gibt (hatte ich schon erwähnt, dass unsere Unterkunft sehr einfach ist?). Die tat dann richtig gut.


Kommentare (1)

  1. Petra:
    2018-10-12 um 18:39

    ...Räusper... aus flowervalley :)


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