Dana-ch haben wir uns gesehnt.
2018-10-09 von frischnetz | Comments (0)
8.10.2018, Totes Meer: Nach einem morgendlichen Bad in einem der unzähligen Pools dieses Riesenresorts, haben wir beim Frühstück wieder einmal festgestellt, warum wir überhaupt nicht verstehen können, warum jemand einen solchen Resort-Urlaub erstrebenswert finden könnte. Die Auswahl war zwar beeindruckend, aber die Atmo war wie in einer Kantine. Dann lieber so ein Frühstück wie vorgestern: kleine Auswahl, aber alles selbstgemacht, auf einer Veranda mit Blick über das Tal.
Husky brachte uns auf dem Dead Sea Highway durch eine karge Landschaft mit schroffen, rötlichen Bergen auf der einen und einem tiefer liegenden Toten Meehr mit teilweise interessanten Salzablagerungen auf der anderen Seite weiter nach Süden, bis wir irgendwo links abbiegen mussten und ab da über unzählige Serpentinen die toten Berge rauf, runter und wieder rauf fahren mussten. Und immer wieder gab es irgendwo ein flaches, rechteckiges Beduinenzelt und eine Schaf- oder Ziegenherde, die irgendwo herumstand. Natürlich gab es auch immer wieder moderne kleine Städte und grüne Flecken, die teilweise durch heiße Quellen gespeist wurden.
Nach etwa einer Stunde erreichten wir die Kreuzfahrerburg Karak, die auf einem Berggipfel bei einer kleinen, engen Stadt liegt. sie ist zwar recht lang und hat schöne Panoramaussichten auf beide Talseiten, ist von oben aber eher ein überwachsenes Trümmerfeld. Der richtige Schatz versteckt sich darunter: ein sehr großes Netz aus teils sehr geräumigen Gängen, Hallen und kleineren Räumen, teilweise in zwei Ebenen übereinander. Von den Ausmaßen ist das alles noch größer als Ajloun, aber weniger erschlossen oder restauriert. Einige Ecken ließen sich nur mit eigenem Licht erkunden. Bis vor kurzem, galt das wohl für alle unterirdischen Gänge. Leider ist inzwischen fast alles beleuchtet.
Nach einem kleinen Happen mit einem sehr simplen Mansaf ging es nochmal 1,5 Stunden weiter über die Berge, unterbrochen von einem kurzen Stop in einer Shisha-Bar, wo wir Kaffee und Tee für den Rest der Strecke einwarfen. Als die Sonne gerade recht dramatisch hinter einem breiten Canyon neben unserer Hochebene untergeben wollte, stoppten wir, um ein paar Fotos zu machen. Ein paar Jordanier begrüßten uns sehr freundlich (wie immer hier üblich) und erzählten uns, dass unser nächstes Ziel, Dana, genau dort in dem Canyon auf halber Höhe liege. Prima!
Ein paar Minuten später waren wir am Ziel, einem historischen Dorf auf einem Felssattel, aus verschachtelten Steinhütten. Unsere Unterkunft ist sozusagen der Mittelpunkt. Es gibt auf den Dächern, die miteinander verbunden sind, einige Fläz-Zonen, wo man sich mit netten Leuten unterhalten kann, und einen Essensraum, wo wir ein sagenhaftes Buffet bekommen haben (eine Art Jordanien-Afrika-Crossover mit viel Gemüse). Alles sehr einfach und handgemacht. Es ist hier kühl, nach Sonnenuntergang ist eine Jacke ratsam und sehr ruhig, abgesehen von Dorfjugendlichen, die um ein Feuer saßen und Lieder gesungen haben – und den Füchsen und Schakalen, die in der Dämmerung jaulen. Und das erste mal haben wir einen richtigen Sternenhimmel.
Das hier hat alles, was kein Holiday Inn jemals bieten könnte.
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