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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Salz-Matsch-Rochade

7.10.2018, Sweimeh: Nach einer bequemen Nacht im Ramada am Toten Meer, ist der Welpe gleich als erstes zum Hotelpool aufgebrochen. Nach dem ersten Bad und Frühstück, haben wir ein paar Badesachen gepackt und sind mit dem Hotelshuttle zum Strand gefahren (der ist zwar nur ein Kilometer weg, aber die Sonne knallt, der Weg ist nicht beschattet und auch nicht besonders hübsch.

Ebenfalls nicht »hübsch« ist der Strand: Es wurde halt an einem Abschnitt etwas Sand aufgefahren und ein paar Liegen mit Sonnenschutz hingestellt. Dazu ein kleines Häuschen zum Umziehen, ein paar Duschen und ein Schlammbad. Weil der See etwa 1m Höhe jedes Jahr verliert, ist der Strand immer noch weiter vom Hotel weggewandert und muss immer wieder erneuert werden.

Das Wasser war dann aber wirklich interessant. Es war heute mittag fast windstill und spiegelglatt, so dass man prima drauf sitzen konnte. Selbst wenn man keinen Boden mehr unter den Füßen hat, schaut man bis zur Brust raus. Und um von der Rücklage in die Senkrechte zu kommen, muss man sich wirklich ziemlich anstrengen, denn die Beine bekommt man kaum unter Wasser gedrückt. Das Wasser hat einen fast 10-mal höheren Salzgehalt als Meerwasser. Und auch die Salz-Zusammensetzung ist anders, es ist deutlich schärfer und widerlicher vom Geschmack und brennt so heftig in den Augen, dass geraten wird, den Kopf auf keinen Fall unter Wasser zu bekommen. Auch jeder kleiner Kratzer auf der Haut brennt, als wenn Alkohol drauf wäre.

Dazu ist auch die Viskosität ganz anders als bei Meerwasser. Die Oberflächenwellen werden merklich abgedämpft, so dass die Oberfläche schnell wieder glatt ist, Steine sinken langsamer und auch Sand und Sedimente verwirbeln nicht wie im Meer, sondern bilden seltsame, träge Wolken. Später zog dann noch etwas Wind auf, der eine wenige Zentimeter dicke, kältere Schicht aus süßerem Wasser heranbeförderte (Geschmackstest). Die Schichten mischten sich dabei kaum, erst wenn man mit den Fingern darin herumrührte, gab es deutliche Schlierenbildung an dieser »Sprungschicht«. Schade, dass ich keine CTD-Sonde dabeihatte …

Als zusätzliches Wellnessprogramm gab es noch ein Becken mit angeblich besonders heilsamen Dead-Sea-Matsch™, mit dem sich alle Dreijährigen – und die sich dafür hielten – einschmierten, um damit dann das Tote Meer zu verdrecken.

Der Aufpasser vom Hotel teilte dann allen Leuten mit, dass ab 12:00 der Strand wegen einer »Emergency« geschlossen würde. Genauer spezifiziert wurde das auch auf Nachfrage, selbst nach Anruf beim Hotel, nicht. Schön. Emergency kann alles sein.

Im Hotel hieß es dann, dass Pool und Strand geschlossen wurden, weil es Probleme mit den Pumpen oder Wasserleitungen gab (vermutlich auch für die wirklich unverzichtbaren Süßwasserduschen am Strand). Naja, ok, erstmal richtig im Zimmer die Salzkruste aus den Haaren duschen. Schon kam ein Anruf von der Rezeption, wir sollten uns umgehend dort melden. Hmmm …

Dort gab es die Info, dass das Wassersystem wohl im ganzen Hotel defekt sei und alle Gäste ins Holiday Inn umgebucht werden. Grmpf, also wieder packen …

Im Holiday Inn mussten wir dann alle eine ganze Weile in der Lobby warten, bis alles geklärt war und wir ohne Aufpreis ein teureres, aber schlechteres Zimmer bekommen haben (vorher hatten wir drei Betten, ein Kingsize und zwei einzelne in einem moderneren Zimmer, jetzt nur zwei breite). Die ganze Anlage ist ziemlich groß und verwinkelt, um etwa vier Pools herum. So ein typisches Spießer-Resort, in dem eine Flasche Becks am Pool 8 JOD (9,79 EUR) kostet. Nicht ganz unser Fall.

Aber der Dead-Sea-Beach war dafür etwas schicker und auch zu Fuß zu erreichen. Die weiblichen Hunde sind gleich nochmal reingesprungen. Weiteren größeren Ausflügen hat unsere heutige Hotelrochade leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jammern auf hohem Niveau.

Unserer Linie treu, dass wir kein teures Hotelessen extra bezahlen, sind wir wieder mit Husky zur Nahrungssuche im nahe gelegenen Dorf aufgebrochen und haben in einem fast leeren Schawarma-Laden mit einem enthusiastischen ägyptischen Besitzer (der kein English sprach) das übliche Schawarma/Pommes/Pickles-Abendessen eingeworfen. Es war jedenfalls deutlich besser als im gestrigen Laden. Der Besitzer fragte anschließend, ob wir noch einen Kaffee wollten, wir sagten: nee, lieber Tee. Und das Kind? Einen Cappuchino! scherzten wir. Ein paar Minuten später bekamen wir zwei Becher Tee und einen Tütencappucino, der dem Kind sogar ausgegeben wurde! (Den hab ich dann heimlich getrunken).


Kommentare (3)

  1. helga lippmann:
    2018-10-08 um 04:54

    na das matschen hat Euch sicher gut gefallen?? Schade das Jörg sich nicht eingeschmoddert hat , ich hätte auch gerne sein schwarzes Gesicht gesehen. Es hat bestimmt Spaß gemacht, auf dem Wasser zu schwimmen.

  2. sister:
    2018-10-08 um 21:52

    Gollums Füße.... eindeutig.

  3. Maren:
    2018-10-09 um 08:17

    Das mit der Matsche wurde von einem geizigen Touristen erfunden, der wie Elefanten und Schweine Sonnencreme sparen wollte! Tolle Badefotos!


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