Übermüdetes Powerschlemmen
2018-10-02 von frischnetz | Comments (5)
1.10.2018, Amman: Um 03:10 Uhr morgens landeten wir in Amman in einem – huch – wirklich ganz ansehnlichen, mordernen Flughafen mit hohen Decken, geschmackvoller Architektur und geräumigen Wegen. Hach!
Unser Leihwagen-Bringer war leider erstmal nicht zur verabredeten Zeit am vereinbarten Ort, wir haben ein wenig gewartet und uns SIM-Karten organisiert, damit wir ihn anrufen können. Er klang zwar ein wenig verschlafen, behauptete aber, er hätte zufällig zeitgleich einen anderen Kunden dort getroffen und diesen erstmal versorgt. Hmmm. Jedenfalls wollte er in 10 Minuten da sein und er beschrieb uns einen Treffpunkt.
15 Minuten später war er dann da und nahm uns mit zu dem 10 Minuten entfernten, etwas chaotisch aussehenden Büro, machte mit uns den Papierkram und gab uns den Wagen. Wir hatten zwar einen kleinen Citroen C3 bestellt, bekamen aber einen Chevrolet Cobalt, ein deutlich größeren Wagen. OK, nicht so schlecht.
Etwas seltsam war dann, dass gleich die erste Straße, die uns Google Maps in Richtung unserer Unterkunft lenkte, Pfeile auf allen vier Spuren in die Gegenrichtung hatten … Wir beschlossen, dass das noch Überreste einer alten Beschriftung aus der Zeit sein musste, als dies Teil der alten Autobahn war und sind vorsichtig weitergefahren. Auf der neuen Autobahn war dann alles wieder OK.
etwa eine Viertelstunde später waren wir bei unserem Appartment, dass wir über Booking.com gebucht haben, aber das Gebäude war zu, es gab keine Klingel, nur ein Code-Feld und auf Kopfen reagierte auch keiner. Hmmmm.
Interessanterweise stand auf der Rückseite die Tür offen und so konnten wir zumindest ins Gebäude, aber auch hier gabs keine Infos. Die Telefonnummer war nicht besetzt und nirgendwo gabs weitere Hinweise.
Um Punkt 6 kam dann ein nicht-englisch-sprechender Mitarbeiter, begrüßte uns freundlich und gab uns einen Schlüssel zu einen ziemlich neuen kleinen Appartment mit Sofaecke, breitem Bett, Kochecke und Balkon. Jetzt nur noch ins Bett!
Um 15 Uhr haben wir dann das Haus wieder ausgeschlafen und hungrig verlassen, sind mit einem Uber in die Stadt gefahren, weil wir uns nicht auf Innenstadtverkehr und Parkplatzsuche einlassen wollten. Außerdem sind Taxis und Ubers hier ziemlich günstig.
In der Rainbow-Street nahe dem Zentrum haben wir gleich im erstbesten Straßenfood-Laden zwei mit Káse, Oliven, Fleisch und Paprika gefüllte Blätterteigtaschen gegessen und mit einem sehr teuren, aber leckeren Eis (phantastisches Pistazieneis, das fast nur aus grob gehackten Pistazien bestand, arabisches Eis mit Nüssen und Kardamom und Mango) getoppt. (Die hatten in dem Laden übrigens auch eine Sorte, die Charcoal heißt und die wirklich aus Kokos und Kohle besteht, wie uns auf Nachfrage versichert wurde. Sie schmeckt in erster Linie nach Kokos.)
Dann sind wir viele Stufen von diesem auf einem Hügel gelegenen Stadtteil runter ins wuselige Zentrum und durch den Obst-Basar, der dem Welpen etwas zu laut war, weil alle Händler laut Ware, Preise und diverse andere Infos ausrufen. Wir haben ein paar Nussmischungen und eine Packung mit Baklava-artigen Süßigkeiten erstanden.
Dann noch einen frischen Ananassaft und einen sensationelles, frisches, heißes Käse-Kunefah von dem winzigen Laden Habibah Sweets. Das sieht wie ein Kuchen aus und ist ein in einer Pfanne erhitzter mozarellaartiger Käse mit einer knusprig-süßen Schicht obendrauf, eine tolle Kombination aus süß und herzhaft. Sehr sehr lecker.
Und dann wollten wir aber noch was normales zu Abend essen und sind ins sehr geschäftige Hashem-Restaurant und haben eine »ganz kleine Portion« ihrer üblichen Mischung an Gerichten bestellt. Es kam natürlich eine reichliche Menge: zwei verschiedene Hummussorten (eher säuerlich und eine warme mit vielen Mandeln), Ful (ein gewürzter Brei aus Favabohnen), Fladenbrote und Falafel – und überflüssigerweise auch noch Pommes. Das haben wir natürlich höchstens bis zur Hälfte geschafft, obwohl alles sehr sehr lecker war.
Die haben hier übrigens eine tolle Methode, den Tisch abzuräumen: die auf jedem Tisch liegende Einweg-Plastiktischdecke wird mit allem drin, Teller, Schalen, Essensreste) einfach vorsichtig an den Ecken hochgehoben und der ganze Klumpen in einem Eimer weggetragen.
In einem Eimer hätte man uns dann auch wegtragen können.
Kommentare (5)
Maren:
2018-10-02 um 09:39
Wir wünschen euch einen schönen und erholsamen Urlaub!
Maren Kaun:
2018-10-02 um 09:41
Esther, darfst du ohne Kopftuch raus?
helga lippmann:
2018-10-02 um 11:14
Hallo liebe Grüße und eine schöne Zeit und viele neue Erlebnisse !!!
Jörg:
2018-10-02 um 20:29
@maren: Esther darf ohne Kopftuch raus, muss aber Maulkorb tragen.
Esther:
2018-10-02 um 21:03
Hier leben auch viele Christen und es gilt als unhöflich ein Kopftuch zu tragen, wenn man dem Islam nicht angehört.
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