(Nachtrag) Travel en masse
2018-09-23 von frischnetz | Comments (0)
6./7. August 2018, Ubud/Denpasar/Jakarta/Dubai/München/Wels – Um zu sehen, ob hier noch jemand mitliest, ein verspäteter Nachtrag in unser Reisetagebuch:
Am Morgen des 6. sind die weiblichen Reisenden nochmal zu einem leckeren Mie Goreng in unser Standard-Café (Menari Coffee) gegangen, während ich mit dem Moped ein kleines Stück gefahren bin und den Flughund wegen des schönen Wetters nochmal ein wenig ausgeführt habe. Und natürlich hat sich das Wetter dann auch schlagartig verschlechtert und mich nochmal schön nassgeregnet. Danke! Die Beiden haben natürlich nicht einen Tropfen abbekommen, nicht nur, weil sie im Café saßen, sondern weil die Regenwolke so klein war, dass sie nichtmal bis dahin gereicht hat.
Zum Mittag sind wir nocheinmal mit den Mopeds durch Ubud gefahren, um im kleinen, empfohlenen Warung Makan Teges unsere Henkersmahlzeit zu nehmen. Das unscheinbare kleine Restaurant/Imbiss ist in einem klassischen balinesischen Haus untergebracht. Und das besteht aus mehreren kleineren Gebäuden um einen kleinen, hübschen Innenhof. Netterweise kann man in diesem Innenhof sitzen und das einzige Gericht essen, was es hier gibt: Nasi Campur. Und das ist eigentlich eine Mischung aus Reis mit vielen unterschiedlichen kleinen Beilagen: gegrilltes Schweinefleisch, Huhn, Saté-Spieße, Gemüse, Ei, mit verschiedenen Sambals. Alles sehr unterschiedlich und wirklich phantastisch lecker, so dass ich gleich nochmal dasselbe geordert habe. Und wieder war der Preis absolut lächerlich.
Durch die wirklich kleinsten und schmalsten Gässchen und kleine schmale Betonwege knatternd sind wir dem Verkehr erfolgreich ausweichend zurück ins Guesthouse, um abschließend zu packen und mit dem Taxi nach Denpasar zum Flughafen zu fahren. Das ging interessanterweise nochmal genau am gleichen Warung vorbei. Da hätten wir uns also theoretisch auch abholen lassen können …
Für die 43km zum Flughafen haben wir mit dem Wagen dann zwei Stunden und 8 Minuten gebraucht, weil wir eigentlich permanent im Stau standen. Der Süden Balis ist komplett zugebaut und wirklich zu dicht bewohnt. Es ist tatsächlich so voll, dass eine Umgehungsstraße quer durchs Wasser gebaut wurde.
Mit einem Flieger von Citilink ging es dann in wiederum 2 Stunden und 8 Minuten ganze 956km nach Westen bis Jakarta. Flugzeuge sind in Indonesien wirklich das Verkehrsmittel der Wahl.
Wir hatten diesmal ein eher normales, günstiges Hotel (mit dem tollen Namen d'primahotel Mangga Dua 2) gebucht, als so ein schönes Appartment wie beim ersten Mal. Es hatte zwar gute Bewertungen und war auch an sich sehr gut organisiert und eingerichtet, aber die Fenster (vermutlich zu einem Lichtschacht) waren von außen mit Brettern verdeckt und von innen waren die Rahmen vernagelt, damit man bloß nicht auf die Idee kommt, sie aufzumachen. Zusammen mit weißen, ungeschmückten Wänden war das kleine Zimmer wirklich eine sehr ungemütliche Zelle. Soviel zu Primahotel. Naja, nur eine Nacht …
Für den 7. wollten wir bis zum Abflug noch irgendwas unternehmen, aber wir haben wirklich kaum was gefunden, was man noch machen kann. Also sind wir nochmal zum nahegelegenen Taman Fatahilla Square gefahren und haben das Puppenspiel-Museum besichtigt. Das war schon OK, vor allem wegen der teils sehr skurilen Fratzen, aber die ganze Präsentation war furchtbar lieb- und konzeptlos. Es gab auch kaum Erklärungen, einfach nur unmengen Puppen und Schattenspielfiguren in Schaukästen mit schlechter Beleuchtung und minimalster Beschriftung.
Zum Trost sind wir ins legendäre Café Batavia nebenan und haben und von den sehr höflichen Kellnern guten, aber auch sehr teuren Kuchen, Kaffee und Tee in kolonialer Expat-Atmosphäre bringen lassen (wobei die beiden Weibchen tatsächlich in der Klimaanlagenluft gefroren und sich auf die 30 Grad draußen gefreut haben).
Für den Rückweg zum Hotel haben wir dann mal als letztes Abenteuer den ÖPNV testen wollen (Google Maps schlägt hier neuerdings auch Busse vor), was fast daran gescheitert ist, dass wir keine Monatskarte haben, denn das ist wohl die übliche Nutzung hier. Uns wurde dann aber doch nach etwas Verwirrung eine Karte verkauft und wir durften in der nicht klimatisierten, verglasten Wartezone auf der Verkehrsinsel warten. Der Vorteil ist, dass man dann keine Tickets mehr im Bus kaufen oder vorzeigen muss. Etwa drei Stationen weiter mussten wir dann schon wieder raus (das war unsere nächste Haltestelle vorm Hotel) und entlang dem Stau auf dem Bürgersteig gehen, der allerdings auch von hektischen Mopeds gefahren wurde. Hatte ich schon erwähnt, dass der Verkehr in Jakarta scheiße ist?
Netterweise gab es einen kleinen Nachtmarkt vor unserem Hotel, wo wir dann als Abendbrot ein paar frittierte Nudeln am Spieß und ähnliches als Abendbrot gegessen haben.
Nach einer Dusche ging es dann mit einem Taxi zum Internationalen Flughafen, wo wir dann um 0:34 fast 8 Stunden Richtung Dubai flogen. Dort gab es einen etwa dreistündigen Zwischenstopp, den wir mit müdem Rumhängen verbracht haben und einen weiteren Flug von etwa 7 Stunden nach München.
Von MUC aus sind wir dann mit der S-Bahn zum Bahnhof München gefahren, haben hektisch Tickets nach Wels gekauft, sind 3 Stunden nach Salzburg gefahren, dort umgestiegen und nochmal anderthalb Stunden nach Wels gefahren, wo wir dann um 19:00 eigentlich um nur noch schlafen wollten, weil es nach unserer inneren Uhr schon 1 Uhr nachts war. Ende Urlaub.
Danke fürs Mitreisen!
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