It's getting wetter all the time … (plus Erdbeben)
2018-08-05 von frischnetz | Comments (1)
5.8.2018: Ubud, Bali, Indonesia: Der heutige Morgenregen ließ leider keine engagierten Ausritte auf unseren treuen Automatik-Pferden zu und so dehnten wir das Frühstück ein wenig, bis es dann doch ein klein wenig trockener wurde. Also wurde aufgesessen und gen Norden geritten, der Sonne entgegen.
Im leichten Nieselregen erreichten wir nach einer Dreiviertelstunde den Pura Tirta Empul, den wir am ersten Tag wegen Müdigkeit ausgelassen haben. Hier dreht sich alles um heiliges Wasser, das sich der geneigte Hindu im metertiefen Becken stehend über den Kopf fließen lässt. Diese Tätigkeit scheint so reizvoll zu sein, dass sich auch viele Touris dazu hinreißen ließen. Man bekommt dort entsprechende Wasser-Sarongs geliehen. Wir haben von dieser Beschäftigung abgesehen, weil wir weder an heiliges Wasser noch an inhaltslos nachgeahmte Rituale glauben – und natürlich, weil es inzwischen wieder richtig regnete.
Wir tauschten den Tempel gegen ein naheliegendes Warung, zu welchem uns einer der Parkplatzwächter geraten hatte und hatten einen schönen, erhöhten Sitzplatz mit Blick auf Regen und Reisfelder. Die gegrillten Enten waren war lecker, waren aber schlank und fast fleischlos.
Als zweites größeres Ziel heute dienten dann die Reisterrassen von Tegallalang, die sich aber als reichlich witzloses Ziel entpuppten. Zum einen gibt es hier überall malerische Reisterrassen, zum anderen macht der hier durchgeführte Touristenzirkus jede Atmosphäre kaputt. Wahrscheinlich ist diese Stelle berühmt, weil dieses steile Tal hier mal die spektakulärste Ansicht von einer Straße aus hatte, aber die ist mit lauter Stelzencafés zugebaut und es gibt an diversen Stellen Sachen wie große Schaukeln über die Felder, damit die Touris die besten Selfies ernten können. Überall klettern Leute in bunten Regencapes und unpassender Fußbekleidung über die vielen Stufen rauf und runter auf den Terrassen, um den besten Blickwinkel für Ihre Selbstdarstellung zu finden. Wir haben uns das alles kurz von oben angeschaut und beschlossen, dass wir schönere Reisfelder entlang unserer Touren gesehen haben. Einen Regenkaffee wollten wir aber trotzdem vor der Rückfahrt noch einwerfen und hatten diesmal dabei auch gutes Timing, denn als wir saßen, prasselte es richtig runter auf die bunten Regencapes und die Fußbekleidung wurde noch unpassender.
Den letzten Fahrtabschnitt nach Hause haben wir dann bei leichten Nieseln angetreten, welches aber doch immer heftiger wurde, so dass wir dann doch ziemlich nass zuhause angekommen sind.
Zum Abendessen sind wir diesmal Richtung Stadt gegangen, weil unser kleines Café in der Nähe schon sehr voll war. Wir fanden ein mindestens genauso nettes Etablissement, kaum weiter weg.
Nach dem Futtern fing dann der Boden an zu rütteln und zwar so stark, dass wir nach einer kurzen Schrecksekunde schlagartig mit den wenigen anderen Gästen auf die Straße rannten. Auch andere Leute in der Nähe verließen ihre Häuser. Der Boden schwankte sehr viel stärker und auch länger (ca. 15 Sekunden) als vor etwa einer Woche in Amed und wir waren ganz schön aufgeregt. Die Locals erzählten, dass sie so ein heftiges Erdbeben seit Ewigkeiten nicht hatten und auch sie waren ganz schön erschrocken. Die Stöße waren nicht ruckartig genug, um Sachen umzuwerfen, aber alle Bäume, Lampen und Blumenampeln schwangen ziemlich stark. Wirklich ein sehr seltsames Gefühl. Nach einer Minute sind wir dann wieder rein ins Café, in welchem die Musik ganz normal weitergespielt hat, haben uns an den Tisch gesetzt und weiter unsere Säfte getrunken.
Wir haben dann natürlich schnell die Ursache gegoogelt und dabei Meldungen gelesen, dass der Flughafen auf Bali (in Denpasar) wohl beschädigt und geschlossen sei. Super, wir haben Tickets für morgen Abend! Es gab dann auf Twitter aber eine offizielle Mitteilung, dass der Flughafen alles überprüft habe und die Landebahnen und der sonstige Apparat sei ungeschädigt und es werde weiter geflogen. Soweit so gut!
Ein kleineres, kurzes Nachbeben, das etwa so stark war wie das in Amed, hat uns dann nochmal kurz auf die Straße befördert, aber dann kam nichts mehr.
Das war jetzt jeweils unser zweites Erdbeben. Reicht jetzt auch erstmal.
Kommentare (1)
helga lippmann:
2018-08-06 um 11:33
Ihr erlebt wirklich schöne Sachen. Bei dem Lesen des Erdbebens , hab ich viel Sorgen und drücke Euch das es Euch gut geht und Ihr heil und gesund nach Hause kommt. alles, alles Liebe Modder und Oma
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