Makroplastik
2018-07-15 von frischnetz | Comments (2)
14.7.2018 Jakarta. Wir waren nicht zu traurig, dieses Verkehrschaos namens Jakarta hinter uns zu lassen, aber unserem gemütlichen, sauberen Appartment trauerten wir schon ziemlich hinterher, als wir um 6:45 an der Straße standen und auf unser Grab-Teksi warteten. Ja, wir haben es geschaft, um 6 Uhr aufzustehen, alles einzupacken, alles besenrein zu hinterlassen und auch noch den Schlüssel wieder ins Schließfach zu legen.
Um diese Zeit am Samstag ist der Verkehr in der Stadt tatsächlich akzeptabel, aber für die letzten 300m am Hafen (durch eine schlammige Gegend mit improvisierten Müllhalden, klapperigen Hütten und bestialischem Fischgeruch), dauerten länger als der Rest der ca. 12km Strecke.
Im Ticketgebäude herrschte weiteres Anstell-Chaos, dass sich aber schnell als harmlos entpuppte, denn die meisten Leute wollten das sehr viel günstigere Slowboat, wir aber das Fastboat mit AC. Mit Tickets ging es auf einen Plastikpier und in den Bauch des Schnellboots, das satte fünf Außenbordmotoren hatte, welche das Gefährt ersatunlich leise auf knapp 50km/h brachten. Der Unterschied zu einem Bus lag fast nur darin, das wir im Bus sehr selten Rettungswesten bekommen haben. Nach ein paar kleinen Inseln erreichten wir Pulau Pari, wo wir ausstiegen und nach ca. 50m unsere Unterkunft fanden: Ein kleines schmuckloses Zimmer mit einem Bett auf einem Betonsockel, klappernden Bodenfliesen, Alibifernseher, einem Badezimmer ohne Waschbecken, nur mit Klo und kalter Dusche, die beim Duschen auch immer die Toilette besprühte; eine einzige LED-Lampe an der Decke und eine unterdimensionierte Klimaanlage; das Schloss schließt nur mit Riegel, die Vorhänge muss man mit Tape fixieren, damit einem keiner reingucken kann; das versprochene WLAN funktioniert nicht, die Besitzer sprechen kein English und kommunizieren mit uns nur über Google Translate und das trübe Meer vor der Tür ist voll von Makroplastik. Ja, wir sind doch wieder in Asien.
(Das Zimmer ist jetzt nicht viel schlimmer als andere, die wir schon hatten, aber die waren deutlich billiger.)
Wir sind dann zu einem Spaziergang zum Ostende der Insel aufgebrochen. Der gepflasterte Weg ist gesäumt von kleinen »Homestays« (Guesthäusern) und Nudelbuden. Am Ende landet man in einer Spielzone für die jungen Locals, die hier Fußball spielen oder im Wasser rumlaufen oder vor ihren Campingzelten sitzen und Gitarre spielen. Das hier ist nämlich eine Wochenendsausflugsinsel für einheimisches Jungvolk.
Wir sind dann an den Campern vorbei noch ganz bis zum Ende der Insel gegangen, da war es streckenweise wirklich ganz katalogartig, aber immer wieder gab es Unmengen von Müll, der vom Meer angeschwemmt wurde. Zumindest waren wir hier ziemlich allein und es gab auch ein paar sauberere Stellen, wo der kleine und der Mittlere Hund sogar etwas baden waren.
Gegen Abend sind die großen Hunde auch nochmal ans andere Ende der Insel gegangen. Es gibt einen gepflasterten Weg zunächst zwischen den ganzen kleinen Guesthäusern durch, später dann mit Beleuchtung durch einen kleinen Wald bis zum Star Beach, der allerdings gegen 19:30 Uhr schon komplett verlassen war.
Wir haben dann noch ein paar Nudeln gegessen und sind ins Bettchen. Apropos Nudeln: Es scheint tatsächlich so zu sein, dass sich die Indonesier größtenteils von Nudelsuppenpackungen ernähren. Wenn man hier Mie Goreng bestellt, bekommt man exakt die Packung, die ich während des Studiums sehr sehr oft gegessen habe. Einziger Unterschied: Hier bekommt man noch ein gekochtes Ei dazu. Ich muss zugeben: eine echte Verbesserung.
Mein Gott, ich fühle mich wieder jung wie im Studium!
Kommentare (2)
WWW:
2018-07-15 um 18:05
Voltax! Auch für junge Leute im Studium.
Jörg:
2018-07-16 um 16:07
Voltax ist nur Mie Goreng in anderer Verpackung.
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