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Welpenbummler

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Dagoba, hiergoba, dortgoba

Anuradhapura ­– 14.08.2016 – Dagobas sind die Srilankischen Stupas, davon gab es im antiken Anuradhapura etliche, vor allem aber riesige. Das antike Anuradhapura wurde immerhin 400 v. Chr. gegründet und rund 1400 Jahre später nach einer Invasion der Chola verlassen. 100 n.Chr war es die neuntgrößte Stadt der Welt. Die riesigen Dagobas sind rund 2000 Jahre alt und bis zu 120m(!) hoch. Einer hält den Rekord als das größte Ziegelbauwerk der Welt.

Zur Besichtungstour sind wir mit Fahrrädern unterwegs gewesen, welche wir uns von einem zwielichtigen Typen geliehen haben. Typisch für Asien sahen die Räder natürlich aus, als hätte sie schonmal jemand von einem Berg geworfen, aber sie liefen.

In einer auf der Karte sicher ziemlich konzeptlos aussehenden Route haben wir den ganzen Tag viele dieser Dagobas und ein paar kleinere Bauwerke angelaufen. Ähnlich wie Polunnaruwa überdecken die Ruinen dieser riesigen Stadt ein großes Gebiet mit wenig Bebauung, einigen Straßen und vielen Bäumen. Alles ist von den Überresten von tiefen Becken und Bewässerungskanälen, Klöstern und Palästen, aber von fast allem sind nur noch die Umrisse erkennbar.

Das erste Ziel war der Sri Maha Bodhi, der angeblich älteste von Menschenhand gepflanzte und umhegte Baum der Welt. Viele weissgewandete Pilger trugen in orange Folie eingeschweißte Spendenpacks mit diversen Sachen für die Mönche, überall saßen Leute und sangen leise. Sehr seltsame Atmosphäre …

Der Baum selbst sitzt auf einer quadratischen Erhöhung, viele Äste sind mit goldenen Stützen gesichert und alles ist mit bunten Wimpelketten geschmückt.

Bei den Dagobas hieß es wieder: Schuhe aus, aber diesmal hatten wir Socken mit und konnten die Hitze deutlich besser an den Sohlen ertragen. Das ist wirklich das erste Mal, dass ich Socken gegen Hitze getragen habe!

Generell waren wirklich erstaunlich viele Srilankische Pilger an den Sehenswürdigkeiten. Bei einer alten Buddhastatue war eine kleine Bühne aufgebaut und ein auf einem Thron sitzender Mönch sprach über eine Verstärkeranlage (natürlich mit viel zu viel Delay) vermutlich buddhistische Weisheiten, vielleicht aber auch Witze, denn einige der zuhörenden Pilger und Mönche kicherten zwischendurch immer mal.


Am letzten großen Dagoba, dem Abhayagiri Dagoba, machten wir an einem Futterstand Pause und aßen ein paar Rotti und Hoppers mit (wenig) Chilipaste, als eine Prozession die Straße entlangkam. Hinter zwei Leuten, die einen großen Metalleimer mit Weihrauchqualm trugen, kamen verkleidete Musiker (Trommeln und Tröten) und Tänzer, gefolgt von einer Prozession von weißgekleideten Frauen mit einer 500m langen buddhistischen Flagge, die, wie wir erfuhren, zu Ehren des Todestages des Stadtgründers von Anuradhapura jetzt um den Stupa gelegt werden sollte. Das war schon ziemlich spektakulär, hatte sich unter den Touris aber offenbar kaum rumgesprochen, denn außer uns waren nur 2–3 Ausländer dabei.

Wir folgten dem Zug um die Dagoba und waren ziemlich erstaunt, als die Tänzer am Ende der Runde barfuß auf dem unebenen Steinboden noch diverse Flicflacs und Salti vorführten. Das Ganze wurde offenbar erwartet, denn es gab keinen Applaus von den Pilgern.

Der Stoffstreifen wurde dann an die auf dem Absatz der Dagoba wartenden Männer überreicht, die dann weniger gut koordiniert den Stoff um die Kuppel zogen. Es wurde gezerrt und versucht, den Falten entgegenzuarbeiten, irgendwo riss was ein … Naja, wenn man Männern den Stoff überlässt …

Nach diesem Kultur-Bonus mussten wir uns beeilen, denn die Sonne ging gerade unter und wir mussten mit unseren unbeleuchteten Rädern ja noch einige Kilometer in die Stadt fahren. Dank Google Maps war die Route kein Problem, aber der Verkehr war schon ein wenig gruselig.

Alles ist aber gut abgelaufen und wir haben die Räder wieder ohne weitere Beulen abgegeben. Der Fahrradheini hatte noch eine Restaurant-Empfehlung für uns, dort sind wir auch hingelaufen, haben dann aber von diesem teuren Pseudo-internationalen Laden Abstand genommen und lieber im kantinenartigen Futterplatz ein wenig Curry mit fried noodles genommen. War gut und sehr billig. Zum Nachtisch haben wir aus der angegliederten Konditorei noch ein paar Stück leckeren Kuchen mitgenommen und sind endlich, total müde mit einem Tuktuk nach Hause geknattert.

(Die Fotos der Prozession kommen separat)


Kommentare (1)

  1. DWW:
    2016-08-16 um 09:13

    Der Audi-Glücksbringer sind vielleicht auch die Zutaten für den abendlichen Caipi?


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