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Welpenbummler

The blog formerly known as »Getürmt nach Hanoi«

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Ruinöses Polonnaruwa

Sigiriya / Polonnaruwa – Um die Sache mal etwas abwechslungsreicher zu handhaben, gab es einen Tag mal keinen Eintrag. Das muss natürlich jetzt alles nachgearbeitet werden …

Im Guesthouse hatten wir nach dem fetten Frühstück des Vortages mit Händen und Füßen um ein etwas kleineres Frühstück gebeten. Trotz der Sprachbarriere (Kein Singala bei uns, kein Englisch bei der Guesthousecheffin) ist sowas ja unproblematisch nonverbal zu klären.

Überrascht wurden wir am nächsten Morgen mit einem noch übertriebeneren Frühstück, mit (leider schimmligem) Toast (der ja oft die Freude verdirbt und das Vergnügen schmälert), Hoppers, Fladenbrot, Omelette, Früchten, Eis(!) und Fishcurry(!!). So much for understanding.

Der Bus fuhr direkt am Guesthouse vorbei und brachte uns auf bequemen Sitzen in der letzten Reihe zur Kreuzung, wo der richtige Bus abfuhr. Da stand man dann und wartete. Irgendwann hielt der Richtige, unser Gepäck wurde in den Kofferraum verladen und wir duften in Fahrernähe für die nächsten 2 Stunden … stehen. Der Welpe wurde sogar irgendwann auf den Motor neben den Fahrer gesetzt und hatte eine tolle Sicht auf die chaotischen Überholmanöver. Bis dann ein dicker Karton neben den Fahrer gesetzt wurde und der Welpe weichen musste.

Das Guesthouse in Polonnaruwa ist noch recht neu und unbekannt, der 3w-Driver wurde aber per Telefon zum Ziel gelenkt, eine nette kleine Villa mit ein paar geräumigen Gästezimmern. Sehr ansprechend! Die Besitzer sind extrem nett und hilfsbereit, keine große Sprachschranke, kein schimmliger Toast!

Und ab diesem Zeitpunkt haben wir alle den Tag im Zimmer verpennt und sind erst abends nochmal in die »Stadt«, um etwas in der Apotheke zu besorgen. Dann haben wir dort noch etwas »gebummelt« und haben beim Grumpiesten Shopbesitzer Eis und Getränke gekauft und versucht, ihn durch Freundlichkeit und ein dickes Trinkgeld doch noch freundlich zu stimmen. (Hat geklappt!)

Es wurde dann schnell dunkel und plötzlich waren die ganzen 3ws an der Hauptstraße verlassen und nur mit Hilfe eines anderen Fahrers, der mit einem vollen 3w vorbeifuhr, konnten wir um 19:00 überhaupt noch einen fahrbaren Untersatz bekommen, der sich von uns zum GH leiten lies.

Das sehr leckere Abendessen im GH mit milden Curries und Reis gab es im Garten und wir haben es mit einem sehr netten spanischen und einem sehr netten griechischen Pärchen verbracht. Er ist St. Pauli-Fan und erzählte, dass er mit seinem Pauli-T-Shirt in Kandy nicht in den Zahntempel gelassen wurde. Die Guards zeigten auf den Totenkopf und sagten nur: »No, Danger, Danger!«.

Nach einem schimmelfreien Frühstück mit tollen Blick über grüne Reisfelder begann der erste »richtige« Tag in Polonnaruwa. Mit Rädern aus dem Guesthouse fuhren wir knapp 2 Kilometer zum Eingang der Achäologischen Zone, dann versagte mein Rad. Grmpf. Sie hatten es etwas gut gemeint und das Vorderrad soweit aufgepumpt, dass der Schlauch zwischen Felge und Decke rauskam. Aber ein kurzer Anruf im GH sorgte dafür, dass sie flott ein Ersatzrad vorbeibrachten. Wir sind dann den ganzen Tag durch eine wirklich riesige Ansammlung von zunächst kleineren Bauwerken und vor allem Grundmauern gefahren, mit reichlichen Getränkestopps, wo Eis und kalte Softdrinks den Flüssigkeitsverlust bei den knapp 30 Grad und fast senkrecht stehender Sonne kompensieren mussten. Auf dem ganzen Gelände gibt es reichlich Bäume und es war auch etwas windig, so dass alles eigentlich ganz gut zu ertragen war, wären nicht einige von den Bauwerken immer noch als heilig angesehen. Heilig heißt hier bei den Buddhisten: Schultern bedecken, Knie bedecken, Hut ab, Schuhe aus. Letzteres sorgt dafür, dass wir (und diverse andere Touristen) wie beim Feuerlaufen barfuß über praktisch glühende dunkle Steinblöcke trippelten, immer auf der Suche nach bei dem Sonnenstand sehr raren Schatten und hin und uns wieder einfach auf unsere auf den Boden geworfenen Mützen stellten, um den Garprozess unserer unteren Extremitäten zu bremsen.

Damit auch alle ausländischen Füße dieses Tempel-BBQ erleben, gab es in Camouflage gewandete Militärs, die mit Trillerpfeifen jeden Sonnenhut und jeden Flipflop anmahnten.

Die echten Experten haben sich Socken angezogen (das ist erlaubt), aber auch die liefen immer sehr flott und unentspannt über die Steine.

Weiter nach Norden fahrend wurden die Bauwerke immer beeindruckender und teilweise auch absurd riesig, wie z.B mehrere Dagobas oder Gebäude für stehende Buddhafiguren, die stilistisch an gotische Kathedralen erinnern.. Es gab aber z.B. auch einen kleinen hinduistischen Tempel, bei dem man nicht um eine kleine Segnungszeremonie und natürlich dann um eine Spende nicht herumkam (Religion = Geld sammeln, das alte Thema …)

Hier waren auch ein paar sehr freundliche schottische Archäologen am Werk, die Bodenproben nahmen, um sie mittels der OSL-Methode datieren zu können, wie sie uns erzählten.

Um den nördlichsten, weißen Dagoba wurde für eine Feierlichkeit, die morgen stattfinden soll, ein Zelt und viel Technik aufgebaut, Buddhist-TV will live eine religiöse Diskussion übertragen, sowohl im TV als auch auf zwei großen Videoleinwänden.

Um die nördlichste und berühmteste Gruppe, vier große und schöne, in den Felsen gehauene Buddhas (was sonst?), fingen jetzt auch viele meist ältere Frauen an, sich ein Nachlager zu bereiten, damit sie morgen bei den Feierlichkeiten dabei sein können. Auf einer Wiese stand außerdem eine seltsame Ansammlung von Möbelensembles, 40-mal identisch: neues Bett, Schrank, Stuhl, Schreibtisch. Äußerst seltsam. Später erfuhren wir, dass das Spenden für die Mönche sind, die sich nun alle identisch ihre kleinen Zellen einrichten können.

Insgesamt herrschte hier wieder eine freundliche geschäftige Stimmung, man saß bei Sonnenuntergang auf dem großen, warmen Felshang gegenüber der Buddhas und beobachtete den Trubel. Der Welpe wollte eigentlich auch gleich hier übernachten …

Auf der Tour zurück zum Guesthouse durch den etwas wuseligen Verkehr kamen wir an drei Flughundleichen vorbei, die in den Oberleitungen hingen, offenbar kommt es nicht selten vor, dass sie sich hier mit einem heftigen Stromschlag unabsichtlich exekutieren … :-(

Ein schönes Abendessen mit viel kaltem Bier und netten Gesprächen mit den anderen Gästen (alle Frankreich) beendete diesen anstrengenden Tag. Morgen gehts weiter nach Osten …


Kommentare (1)

  1. Olli:
    2016-08-08 um 20:14

    Subha Davasak!

    Hört sich alles irgendwie sehr schön und entspannter an als in Thailand - ist das so? Und wie sind die Curries so? Sind die anders als in Thailand - Etwa kein Massaman Curry? Und wie siehts aus mit Phad Thai??? ... Ihr seht, habe gerade echt Hunger. Viel Spass weiterhin.


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