Waran-Erschrecker
2014-08-14 von frischnetz | Comments (2)
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Beim einem Studium der Openstreetmap-Karte für diesen Teil der Bucht entdeckten wir, dass es noch einen dritten Weg von unserer Bucht zum Railay-Beach gibt. Da es dort noch ein paar weitere schöne Ecken und Höhlen gibt, die wir noch sehen wollten, sind wir also zu einer Dschungel-Wanderung aufgebrochen (nachdem wir uns in einer netten Café-Hütte gestärkt hatten).
Der Weg zeigte wieder die verschiedenen Seiten des Tourismus hier: Einerseits noble gemauerte Bungalows mit A/C und gepflegtem Garten (und gepflegten Preisen), dann ganz schrullige, teils auch verwahrloste Holzhütten auf Stelzen, halb im Dschungel gelegen, aber umgeben von Unmengen Plastikmüll. Dazwischen Blechhütten mit Auspuffen, in denen die Dieselmotoren rattern, um den Strom für die A/C-Bungalows zu liefern, denn die Bucht ist nicht ans Stromnetz angeschlossen. Alles sehr zwiespältig. Und in der Nebensaison kaum belegt.
Der erst noch breite Weg verjüngte sich nach der letzten Hippiehüttensiedlung (leer) zu einem Dschungel-Trampelpfad mit lautem Zikadengezirpe, Affen-Geräuschen in den Baumkronen und einem großen Leguan oder Waran, der sofort Reißaus nahm, als wir näher kamen und mit einem solchen Affenzahn durchs Unterholz bretterte, dass wir Angst hatten, er würde sich am nächsten Baum selbst ausknocken. Was für eine nette Reaktion auf unseren Anblick …
Nach etwa einer halben Stunde kamen wir dann am nächsten teuren Resort aus einem kleinen Trampelpfad heraus, den wir niemals von dieser Seite aus betreten hätten, in der Befürchtung, dass wir nach wenigen Metern verloren gehen würden.
In einem Rastafari-Klettercafé gabs einen Eiskaffee und kleine Katzen für den Welpen. Über uns kletterten die pseudocoolen Hipster in Badekleidung die senkrechte Wand hoch. Weitere Erkenntnis: Die benachbarten Resorts in dieser Ecke haben sich teilweise mit Stacheldraht und Mauern gegen unberechtigte Touris abgeschirmt. Das macht die Wege teilweise sehr unschön. Und natürlich verhindert die Anwesenheit von Nobel-Resorts nicht, dass es illegale Müllkippen gibt. Auf der anderen Seite ist die Landschaft wirklich toll, die Wege, die direkt an der Felswand langführen, werden von riesigen Stalagtiten überragt und überall gibt es kleine Höhlen. Eine größere konnte man mit Eintritt besuchen und hatte ein paar nette Tropfsteine und teilweise glitzernde Wände zu bieten.
Am nördlichen Oststrand von Railay (eine komplett mit ummauerten Resorts verunstaltete Ecke) haben wir dann in einem kleinen Restaurant gegessen. Und wer lief auf der Anlage?! Genau. Grrrr.
Weiter nach Süden geht es an der Felswand entlang, um zum Phrang Nha Strand zu kommen. Der Welpe verwand dabei immer in der durchlöcherten Wand, um ein paar Meter später wieder aufzutauchen.
Man erreicht dann einen schön an einem dramatischen Felswand gelegenen Strand, wo der Welpe erstmal sein Badekontingent für heute einforderte. Wenn man sich bei Ebbe an der Felswand entlangdrückt, kommt man zu einer tollen aus Höhlen, Felsen und Spalten bestehenden Ecke, wo sich der Berg mal über die komplette Höhe gespalten hat. Ein wirklich phantastisch aussehender Ort, für den sich die ganze Wanderung gelohnt hat.
Weitere Erkenntnis der Badebucht: Viele Japanerinnen baden im Ganzkörpertrikot mit langen Armen und Beinen und zusätzlich mit Sonnenhut. Wahrscheinlich, um ihre vornehme Blässe zu bewahren, denn Bräune wird ja eigentlich nur in westlichen Ländern als positives Statussymbol angesehen. In Asien ist es hingegen ein Merkmal der (armen) Landbevölkerung, die im Freien arbeiten muss.
Zurück ging es dann wieder auf dem kurzen, steinigen Weg durch die Ebbe-Bucht. Um auf die Frage des Opas einzugehen: Schuhe haben wir hier eigentlich nie an, dafür die robusten Teva-Sandalen (im Prinzip eine dicke Wanderschuhsohle mit ein paar Riemen oben dran), mit denen man prima über Felsen klettern, wandern und auch durchs Wasser waten kann (oder alles gleichzeitig). Gibt zwar Unmengen schickerer Fußbekleidung, aber nichts praktischeres.
Zwei weitere kleine Erkenntnisse schicke ich noch hinterher:
- In unserem Resort scheint unglaublich viel der Einrichtung geklaut zu werden, wie sonst erklärt sich eine eingeschweißte Preisliste, auf der sämtliche Einrichungsgegenstände vom Löffel (60 Baht) über die Bettdecken (900 Baht) bis zum Fernseher (15000 Baht, bzw 15300 mit Fernbedienung) aufgelistet sind?
- Die Leute hier können keinen Sichtbeton (so dass er edel und nicht wie eine unfertige Baustelle aussieht).
Kommentare (2)
Modder:
2014-08-15 um 11:11
Hallo Ihr Lieben ,ihr unternehmt ja wirklich specktakuläre Wanderungen !!! Es sieht aber alles interessant aus, am liebsten würde ich auch dabei sein
und die Höhlen erkunden. Line ist ja wirklich sehr braun geworden. Ihr seid ja schon kleine Bergziegen geworden. :) :)
liebe Grüße Modder u Oma
Jens:
2014-08-16 um 21:35
Gebt's zu, bei Spinnenbild (großartig!) habt ihr mit heimtückischen Grinsen an der GWW gedacht...
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