Nachzügler aus Ägypten
Dezember 4th, 2007
Blick von der Zitadelle. Hübsch, nicht?
…gab es gestern abend in den Ach-So-Coolen Strandcafes in Dahab leider(?) nicht, dafuer Calamares fritiert. (Die Herpes-Huehner gab es dafuer im Sala-Ed-Din-Restaurant an der Corniche in Assuan. Das haben wir damals aber verschmaeht.) Und niiiedliche Katzen gab es dort (nicht fritiert, lebend!), die jeden Esser umringten und auf eine kleine Unaufmerksamkeit hofften. Die niedlichste von allen war recht klein und komplett schwarz mit grossen hellen Augen. Und gerade als wir sie am meisten anschmachteten, macht sie den Gollum und kotzt vor uns die letzte Fisch-mit-Reis-Mahlzeit auf den Teppich. Na suuuper! Und wir hatten noch nicht aufgegessen…
Als Kontrastprogramm zum ganzen Tempel- und Wuestenangegucke hatten wir uns in Dahab auch noch mal die volle Wasserdroehnung gegeben: Der kleine Hund mit Schnorchel bis 50cm und der grosse mit Flasche bis 12m unter Normal-Null. Keine Angst, da war ein Experte mit dabei, dem ich nicht wegpaddeln konnte. Im Grunde sowas wie ein Tandemsprung. Wie es war? Ziemlich genau wie bei Finding Nemo. Es gab da ja diese Schilderfische, die als Schwarm staendig neue Formen darstellen. Und die in Dahab hatten wohl auch den Film gesehen, die machten naemlich exakt dasselbe und schwebten alle regungslos in die gleiche Richtung guckend als riesiger Pfeil im Wasser. Ich haette fast das atmen vergessen…
Wir sind heute nach einer etwa 9-stuendigen Sinai-Rundfahrt wieder in Kairo angekommen. Und als Kontrastprogramm zu den richtig teuren Katzen-Strandcafes kann man hier auch richtig billg satt werden: Wir haben eben zu zweit 11 LE (Aegypterpfund) geblecht. Das sind gerade mal 1,48 EUR! Zusammen! Es gab Koshary, das ist eine seltsame Mischung aus Nudeln, Reis, Linsen, Kichererbsen, etwas Tomatensauce und Roestzwiebeln. Schmeckt etwa so, wie es klingt. Und zwei Softdrinks waren auch enthalten. Praktischerweise gibt es auch keine lange Speisekarte. Auf die Frage, was es denn gaebe, antwortete der Kellner: “Small, Medium and Large”. OK, wir hatten nur die Small-Version, aber selbst die hat Esther nicht geschafft.
Wir fuehlen uns hier schon wie zuhause und springen todesmutig in die Verkehrsfluten, die wohl fuer Autos folgendermassen lauten:
Die Regel fuer Fussgaenger:
Bis bald!
Hier gibts schon das neue Windows. Sogar mit Kaesegeschmack!
Coloured Canyon. Da mussten wir durch. Aber UNTER dem Stein… Schwere Aufgabe fuer Esther. (Sie protestiert nichtmal, waehrend ich das schreibe.)
Hallo Leuts!
Wir haben uns von Nuweiba langsam Richtung Sharm-El-Sheikh vorgearbeitet. Dieser Ghosttown heisst Dahab. Und ist alles andere als ein Ghosttown. Wir wollen jetzt ueberhaupt nicht mehr wissen, wie S-E-S aussieht, das hier reicht. Nicht das es hier nicht aushaltbar ist, aber es ist so nah an Touri-Strand-Urlaub dran, dass es fuer 2 Naechte gerade genug ist. Wir sehnen uns nach unserem Westernort! Die Fotos sind noch ein paar Nachzuegler, weil wir hier noch nichts aufgenommen haben. Wir flaezen(?) uns gleich in die Kissen unserer ach-so-coolen Strandlounges und lassen den Abend bei Trance ausklingen. Und morgen gehts wieder unter die Meeresoberflaeche!
Bis dann erstmal!
Die Seehunde
Hier halten sich die Hunde gerade auf. Und es ist der reine Westernort, in der Wueste, nur ein paar Rothaeute versuchen den weissen Greenhorns ein paar Schrumpfkoepfe zu verkaufen. Hin und wieder rollt ein Busch durch die Strassen und aus den Saloons klingt einsam eine Mundharmonika mit arabischen Harmonien. Handgemalte Schilder am Eingang preisen “Bizza” und “Basta” an, die Steaks sind zaeh, die Sonne brennt. Aber das Wasser ist klar und kuehl. Wendet der Reisende den Blick nach Osten, sieht er die Sierra Madre Saudi Arabiens ueber dem Dunst des Golfs von Aqaba. Die Bluthunde scharen sich um die wenigen Weissen und hoffen, dass ihre Wasservorraete falsch berechnet waren.
Du weisst, Du bist in Nuweiba. Hier ist das Ende der Welt.
Die Bluthunde
Die Hunde sind mal wieder ganz kurz in Kairo, als Zwischenstopp auf dem Weg in den Sinai. Unser bald folgendes Abendbrot haben wir uns redlich erwandert. Und morgen wird dann nach einer Ruettelnacht endlich wieder ausgeschlafen! Anbei Impressionen unseres Tages.
Im Gayer-Anderson-House. So wohnen wir dann auch bald.
Aegyptisches Strassenkarussell.
… wird hier im Panorama-Cafe in seltsamen Tonkugeln mit einer mit Stoh gefuellten Ausgies-Tuelle serviert. Die Kugel wiederum steht in einem Holzbehaeltnis, in welchem gluehende Kohle den Kaffee heiss haelt. Ziemlich aufwandig, aber der Kaffee ist sehr lecker!
Nachdem wir gestern eine Felukkenfahrt sozusagen geschenkt bekommen haben (wir wurden von zwei Landsleuten eingeladen, die die Fahrt sozusagen als Bonus zu einer dreitaegigen Tour heraushandeln konnten), mussten wir die Fahrt nach Abu Simbel selbst bezahlen. Das war aber auch schon alles, was man da selbst machen darf, denn die Polizei laesst die Leute hier nur im Konvoi dahinfahren. Auf eigene Faust geht da gar nichts. Also sind wir dann ab 03:30(!!!) 3 1/2 Stunden im Minibus ueber die holperigen Wuestenstrassen nach Sueden gefahren, haben die Tempel bewundert und sind dann wieder 3,5 Stunden zurueckgeholpert. Das ganze zusammen mit ca. 30 weiteren Reisebussen. dementsprechend voll war es dann (siehe Bild), aber es war es absolut wert. Kaum zu glauben, dass der Tempel komplett vor ca 40 Jahren um 65m weiter nach oben versetzt wurde, um nicht im Stausee zu versinken.
Meine Wenigkeit hat heute die aegyptischen Rasurkuenste genossen. Naja, sie umfassen auch das erstaunlich schmerzhafte Entfernen der Gesichtsbehaarung an den Wangenknochen mit einer undurchschaubaren Garntechnik. Dafuer habe ich meinen Babypopo jetzt im Gesicht.
Esther hat uebrigens interessante Details ueber die aegyptische Weiblichkeit erfahren. Mit einem Zimmermaedchen hat sie sich radebrechend darueber unterhalten, das bei uns bald Nachwuchs ansteht. Esther deutet auf ihnen (zunehmend umfaenglicheren) Bauch und sagt: “in six months”. Darauf das Zimmermaedchen: “In Egypt: Nine months!”
Wir wuenschen Euch allen ein wunderbares neues Jahr. Wir werden es schon eine Stunde frueher geniessen koennen.
Wuff Wauz!
Die Nilhunde